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Abgas-Affäre
13.08.2018

Landgericht München verwirft Beschwerde: Stadler bleibt in Haft

Rupert Stadler bleibt in Haft.
Foto: Andreas Arnold, dpa

Rupert Stadler hatte gehofft freizukommen. Doch daraus wird nichts: Der beurlaubte Audi-Chef muss in der JVA Augsburg-Gablingen bleiben.

Seit etwa zwei Wochen hieß es hinter den Kulissen immer wieder, der beurlaubte Audi-Chef Rupert Stadler, 55, könnte bald freikommen. Am Freitag vergangener Woche schien sich etwas zu tun. Doch am Nachmittag dieses Tages war dann klar: Der Auto-Manager, gegen den in der Abgas-Affäre unter anderem wegen des Verdachts des Betrugs ermittelt wird, muss ein weiteres Wochenende in U-Haft in der Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen bleiben. Dann hieß es in gut unterrichteten Kreisen: Am Montag könnte etwas passieren. Doch es ereignete sich nicht das, nach dem sich Stadler und seine Familie so sehr gesehnt haben. Denn die sechste Strafkammer des Landgerichts München I hat die Beschwerde des beschuldigten Managers gegen den Haftbefehl verworfen. Auch der Antrag auf Außervollzugsetzung des Haftbefehls wurde abgelehnt.

Die Begründung: Gegen Stadler bestehe weiterhin ein dringender Tatverdacht. Der Manager habe trotz Kenntnis der Manipulationen oder in bewusstem Verschließen vor den Manipulationen zugelassen, dass die betroffenen Motoren weiter zum Einsatz kommen und in den Verkauf gelangen.

Rupert Stadler sitzt seit Juni in Untersuchungshaft

Was für den Audi-Mann besonders nachteilig ist: Für das Landgericht besteht der Haftgrund der Verdunklungsgefahr fort. Deswegen sei Stadler nicht aus der U-Haft entlassen worden. Bekanntlich wird dem Manager vorgeworfen, in einem abgehörten Telefonat in Erwägung gezogen zu haben, einen Mitarbeiter beurlauben zu lassen, der Stuttgarter Staatsanwälten bei deren Ermittlungen gegen Porsche geholfen haben soll. Stadler bestreitet das aber.

Um die Krise im Autoland Bayern ging es vor einigen Wochen auch in unserem Podcast. Jetzt reinhören:

Damit sitzt der Manager schon seit 18. Juni in Untersuchungshaft. Der Oberbayer hatte einst in Augsburg studiert und dann seine Karriere verfolgt. Wie berichtet, soll Stadler stark unter der Haft leiden. Und nun beginnt das Rätselraten wieder von vorne: Wann ist der Manager, immerhin lange einer der erfolgreichsten Auto-Männer der Welt, wieder ein freier Mann? Unserer Redaktion hatte er sein letztes Interview vor der U-Haft gegeben. Darin sprach Stadler seine große Sehnsucht aus, eine Pilgerreise in das spanische Santiago de Compostela machen zu wollen, wenn endlich die Abgas-Affäre aufgearbeitet sei.

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