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Auszeichnung
25.10.2018

Wildpoldsried ist spitze in Europa

In Wildpoldsried im Allgäu sind viele Bürger an Windkraftanlagen beteiligt. Die Gemeinde mit ihrem Bürgermeister Arno Zengerle erhielt nun den European Energy Award.
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In Wildpoldsried im Allgäu sind viele Bürger an Windkraftanlagen beteiligt. Die Gemeinde mit ihrem Bürgermeister Arno Zengerle erhielt nun den European Energy Award.

Die Oberallgäuer Gemeinde engagiert sich im Klimaschutz. Die Bürger sind sogar an Windrädern beteiligt. Dafür gab es jetzt einen Preis. Auch andere Kommunen punkten

Der Ort der Preisverleihung war bewusst gewählt: Im Oberallgäuer Wildpoldsried hat Bayerns Umweltminister Marcel Huber den European Energy Award 2018 für bayerische Städte und Gemeinden verliehen, die sich besonders im Klimaschutz einsetzen. Wildpoldsried gilt seit Jahren als Vorzeigegemeinde bei der Energiewende. Zum zweiten Mal bekam der 2600-Einwohner-Ort den europäischen Energie-Preis in Gold – und das mit 93,2 Prozent aller erreichbarer Punkte. „Das ist herausragend und der höchste Wert in ganz Europa“, sagte Huber. Damit ist Wildpoldsried die beste Kommune auf dem Kontinent beim European Energy Award. Mit dem normalen Preis wurden acht weitere Kommunen ausgezeichnet.

Warum hat Wildpoldsried in Sachen Energie seit Jahren die Nase vorn? Laut Bürgermeister Arno Zengerle erzeugen die Bürger und die Betriebe acht Mal so viel Strom aus erneuerbaren Energien – vor allem Windkraft und Solarenergie – wie die Gemeinde insgesamt verbraucht. Der überschüssige Strom wird an Abnehmer in anderen Orten verkauft. Und auch die Wärme stammt zu mehr als 50 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Basis des Erfolgs in Wildpoldsried ist das Einbinden der Bürger in die Energiewende. So wurden etwa alle Windräder gemeinsam mit den Bürgern finanziert.

In der Gemeinde im Ostallgäu mit 1800 Einwohnern werden seit 2015 die Verbrauchsdaten für kommunale Gebäude und Grundstücke monatlich erfasst und verbessert. So wurde die Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umgestellt und deren Stromverbrauch um 40 Prozent gesenkt.

Die Gemeinde im Oberallgäu mit ihren 4100 Einwohnern betreibt ein eigenes Holzhackschnitzelwerk, das an über 100 Abnehmer angeschlossen ist. Dadurch können 475000 Liter Heizöl und 1200 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

In der Gemeinde im Unterallgäu mit 5400 Einwohnern gibt es im Baugebiet Krottenlache Ost ein Bonussystem: Bauherren, die einen besseren Effizienzhaus-Standard umsetzen oder erneuerbare Energien nutzen, erhielten bis zu 7500 Euro des Grundstückskaufpreises zurück.

Im Ortsteil Rehbichl wurden Energie-Checks für viele Häuser gemacht. Aktuell ist eine Biogasanlage mit Abwärmenutzung geplant, die die Bauern aus Rehbichl bauen wollen. Zudem erarbeitet Pfronten im Ostallgäu ein Programm zur ökologischen Bewirtschaftung für Wälder und Weiden.

Zwei Blockheizkraftwerke werden mit Bio-Erdgas betrieben. Sie versorgen über ein Fernwärmenetz die Firma Grob und 40 öffentliche, gewerbliche und private Abnehmer der 15000-Einwohner-Stadt.

Punkten konnte Donauwörth mit seinen rund 20000 Einwohnern mit einer Klimawoche. Dazu zählen Ausstellungen zur Holzenergie und zur E-Mobilität, ein Filmabend, Exkursionen sowie Schul- und Kindergartenaktionen.

Aktuell ist in der 21500 Einwohner großen Stadt der Radverkehr einer der Schwerpunkte der städtischen Klimaschutzpolitik. Bei der Umsetzung des Radverkehrskonzeptes wird die Bevölkerung stark einbezogen und Fahrradabstellanlagen werden gebaut.

Der Landkreis hat zusammen mit Traunstein die Energieagentur Südostbayern gegründet, die zentrale Anlaufstelle für Bürger in Energiefragen. Ferner gibt es in den Zügen im Landkreis die kostenlose Radbeförderung.

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