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Kommentar

08.02.2018

Ein Tierwohl-Siegel ersetzt den inneren Kompass nicht

Sind diese Ferkel glückliche Ferkel? Lidl-Kunden sollen das bald auf der Verpackung ihres Fleischs ablesen können.
Bild: Carsten Rehder, dpa

Aldi und Lidl führen Siegel ein, die zeigen, wie Huhn oder Schwein gehalten wurden. Doch wer will, dass es Tieren gut geht, kann nicht auf einzelne Aktionen bauen. Ein Kommentar.

Konsum kann ziemlich unehrlich sein. In Umfragen beteuert die Mehrzahl der Deutschen regelmäßig, dass das Wohl des Tieres für sie weit oben steht. Am Fleischregal vergessen viele allerdings ihren inneren Moral-Kompass und schielen doch wieder auf den niedrigsten Preis. Gerade diesen Kunden kommt der Tierwohl-Mittelweg, den die großen Discounter jetzt gehen, natürlich entgegen. Aber der Vorstoß greift trotzdem zu kurz.

Tierwohl-Siegel: Schon jetzt verlieren Verbraucher den Überblick

Schon jetzt gibt es zu viele Siegel und Label im Kühlregal. Kaum ein Kunde blickt da noch komplett durch. Ein Vergleich der unterschiedlichen Standards ist nur schwer möglich. Anstelle einer weiteren Einzel-Lösung bräuchte es deshalb eine verpflichtende Tierwohl-Regelung, auf die sich jeder Verbraucher verlassen kann. Das Problem: Die Politik hinkt dem Handel schon so lange hinterher, dass es immer schwerer wird, Akzeptanz für ein staatliches Siegel zu schaffen.

Der Verbraucher wird aber trotz aller Tierwohl-Wegweiser nicht umhinkommen, mehr auf seinen inneren Moral-Kompass zu setzen: Wer ein Super-Schnäppchen kauft und gleichzeitig Stall-Idylle verlangt, ist vor allem eines: ziemlich unehrlich.

Wir möchten wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

 

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