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Justiz
30.08.2017

Ärger für Air Berlin

Ein Kredit soll den insolventen Konzern in der Luft halten – zum Ärger zweier Rivalen

Der Widerstand gegen die Staatshilfe für die insolvente Air Berlin wächst. Nach den Kartellbeschwerden des Konkurrenten Ryan-air geht nun auch die Fluggesellschaft Germania gegen den 150-Millionen-Euro-Kredit der Bundesregierung vor. Germania will diese Hilfe per Eilverfahren vorerst stoppen, wie das Berliner Landgericht mitteilte. Air Berlin drückt unterdessen beim Verkauf von Unternehmensteilen aufs Tempo: Bis zum 15. September ist Zeit für Angebote.

Zum 17. September und zum 1. Oktober fallen außerdem die beiden täglichen Verbindungen von Berlin nach Abu Dhabi weg, dem Drehkreuz des Großaktionärs Etihad. Die arabische Fluggesellschaft gewährt Air Berlin keine Finanzspritzen mehr, daraufhin hatten die Berliner vor zwei Wochen den Insolvenzantrag gestellt.

„Wir streichen verlustreiche Strecken“, sagte ein Sprecher. Zum 30. September fällt demnach auch die Verbindung Berlin-Chicago weg, die Flüge nach Los Angeles und San Francisco zum 1. Oktober – vier Wochen früher als eigentlich geplant. Das gilt auch für Düsseldorf-Boston. Berlin hat dann nur noch zwei Langstrecken: Miami und New York. Düsseldorf behält zwölf.

Air Berlin verhandelt nach eigenen Angaben mit der Lufthansa und drei weiteren Unternehmen über einen Verkauf. Als Interessenten für Teile der Fluggesellschaft gelten neben der Lufthansa die britische easyJet und der Ferienflieger Condor. Am heutigen Mittwoch ist ein Gespräch mit dem Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl geplant, der die Fluggesellschaft als Ganzes übernehmen will.

Ryanair hatte vor zwei Wochen Beschwerde beim Bundeskartellamt und der EU-Wettbewerbsbehörde eingelegt. Nach Regierungsangaben hat auch der Billigflieger Interesse, Air Berlin zu übernehmen. (dpa)

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