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Kaffeekapseln im Test
02.11.2015

Muss es unbedingt Nespresso sein? Was Kaffee-Kapseln taugen

Klein, bunt, schick: Der Markt für Kaffeekapseln wächst. Fast drei Milliarden Stück haben die Deutschen im vergangenen Jahr gekauft.
Foto: Symbolbild: Victoria Bonn-Meuser, dpa

Sie sind klein und praktisch - und versprechen aromatischen Genuss. Doch wie gut sind die Portionen? Und muss es unbedingt Nespresso sein? Die Stiftung Warentest hat das geprüft.

Den perfekten Kaffee zu finden, ist eine Wissenschaft für sich. Erst recht die Frage, wie man ihn zubereitet. George Clooney hat da eine Antwort. „Nespresso – what else?“, haucht der US-Schauspieler seit Jahren in die Kameras. Das Unternehmen hat den Kaffeemarkt umgekrempelt: Immer mehr Menschen kaufen teure Mini-Portionen, verschweißt in bunten Kapseln – und das nicht im Supermarkt um die Ecke, sondern in edlen Boutiquen oder im Internet.

Kein Wunder, dass die Konkurrenz nicht weit ist. Mittlerweile verkaufen auch Lavazza, Jacobs und Tchibo eigene Maschinen samt Kapseln, sogar Aldi hat nachgezogen. Andere Discounter warten mit Nespresso-Billig-Kapseln auf. Doch was taugen die Klone überhaupt? Und wie gut ist das Original? Die Stiftung Warentest hat 14 Produkte überprüft.

Die Systemfrage

Wer Kaffeekapseln kauft, kann nicht frei wählen. Denn: Nicht jedes Produkt passt auch in jede Maschine. Am wenigsten Wahlfreiheit haben Verbraucher bei Kapseln, die nur für ein System geeignet sind – etwa Cafissimo (Tchibo), Tassimo (Jacobs) oder Expressi (Aldi Süd). Wer eine Nespresso besitzt, kann zwischen zahlreichen Kapseln wählen. Die Stiftung Warentest hat neben dem Original auch Produkte von Senseo, Dallmayr, Jacobs Momente, Cafèt Lungo von Netto, Bellarom von Lidl und Aldi Nord getestet. Viele sind entsprechend gekennzeichnet („kompatibel mit dem Nespresso-System“).

Die Passform-Frage

Die Kapseln haben eine ähnliche Form wie das Original, bestehen aber überwiegend aus Kunststoff statt Aluminium. Probleme entdeckte die Stiftung Warentest vor allem beim Lidl-Produkt: Die Kapseln verformten sich zum Teil oder wurden nicht richtig angestochen. Aus jeder dritten floss wenig Kaffee.

Die Geschmacksfrage

Wie guter Kaffee schmecken und aussehen muss? Die Warentester sprechen von „einer braunmelierten, stabilen Schaumkrone, deutlichen Röstnoten und einem kräftigen Aroma“. Am besten schnitt das Nespresso-Original ab. Geschmacklich mithalten konnte der Cafèt Lungo, den es bei Netto gibt. Hier stellten die Verbraucherschützer allerdings ein anderes Problem fest: Der Kaffee enthält relativ viel Acrylamid. Der Schadstoff steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Alle anderen Produkte schnitten beim Geschmackstest mit „gut“ ab – bis auf Cafissimo. „Er schmeckte nur mittelmäßig“, urteilten die Tester.

Die Preisfrage

Kaffee aus Kapseln ist schnell und einfach zubereitet – aber die Bequemlichkeit kann ins Geld gehen. Eine Tasse Nespresso kostet 37 Cent. Die Alternative von Senseo, Dallmayr, Jacobs Momente und Tassimo gibt es für 30 Cent, Cafissimo für 27 Cent pro Portion. Deutlich günstiger sind die Klone von Aldi, Netto und Lidl für jeweils 17 Cent. Zum Vergleich: Eine Tasse Filterkaffee (Dallmayr) kostet gerade einmal neun Cent.

Die Umweltfrage

Fast drei Milliarden Kapseln sind 2014 in Deutschland verkauft worden, hat die Stiftung Warentest errechnet. Das bedeutet: jede Menge Müll und Materialeinsatz. Denn die Kapseln bestehen zu zwei Dritteln aus Kaffee und zu einem Drittel aus Verpackungsmaterial. Auf sechs Gramm Kaffee kommen etwa drei Gramm Aluminium oder Kunststoff, betont die Deutsche Umwelthilfe. Unklar ist auch das Thema Entsorgung: Streng genommen gehören die Kapseln wie Teebeutel in den Hausmüll. Einzelne Anbieter erklären dagegen, dass die benutzten Kapseln in die gelbe Tonne oder den gelben Sack sollten. Dafür müssten sie aber vollkommen entleert sein, betont die Deutsche Umwelthilfe.

Das Gesamturteil

Der Test zeigt: Der beste Kaffee kommt von Nespresso – auch wenn er teuer ist. Auf Platz zwei und drei folgen die Kapseln von Senseo und Dallmayr. Klar ist aber: Alle getesteten Produkte liegen nah beieinander. Sieben bekamen die Note „gut“, sieben „befriedigend“.

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Die Diskussion ist geschlossen.

04.11.2015

Kaffeekapseln taugen nur zur Müllproduktion und sollten schnellstens verboten werden. Die deutschen Verbraucher sind Geizig wie sonst was, aber für die Kapseln sind sie bereit bis zu € 60,00 für Kg Kaffe zu zahlen. Für € 10,00 bekämen sie Spitzenkaffe für die Maschine oder selbst aufbrühen, was immer noch die Beste Art ist. Aber für Gemahlenen oder Bohnen ist man nur bereit bis € 4,00 aus zu geben

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