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Online-Handel
19.10.2018

Ebay gegen Amazon

Ebay klagt, Amazon soll illegal Verkäufer abgeworben haben.
Foto: dpa

Die beiden Internetplattformen streiten sich vor Gericht. Ebay wirft dem Konkurrenten vor, Verkäufer abgeworben zu haben

Der Online-Handelskonzern Ebay hat Amazon verklagt, weil der Konkurrent angeblich auf illegale Weise hunderte Top-Verkäufer abwerben wollte. Mitarbeiter von Amazon sollen über Jahre Ebays E-Mail-System ausgenutzt haben, um absatzstarke Händler wegzulocken. Ebay fordert eine Unterlassungsverfügung sowie Schadenersatz und Geldstrafen.

Laut Ebay handelte es sich dabei um ein breit angelegtes „Komplott“. Ab 2015 haben demnach dutzende von Amazon-Vertretern Ebay-Konten eröffnet und versucht, über das E-Mail-System für Mitglieder des Internethandelsplatzes „viele hunderte“ von Verkäufern dazu zu bewegen, Produkte bei Amazon anzubieten. Der „Missbrauch“ sei systematisch und koordiniert mit dem Ziel erfolgt, Ebay zu schaden, heißt es in der am Mittwoch (Ortszeit) bei einem Gericht im kalifornischen Santa Clara eingereichten Klageschrift.

Amazon wollte sich auf Nachfrage nicht zu der Klage äußern. Beide Unternehmen sind auf unabhängige Händler angewiesen, die ihre Waren auf ihren Plattformen verkaufen.

Laut der Klageschrift gingen die Amazon-Mitarbeiter strategisch vor und waren sich im Klaren, dass ihre Aktionen verboten waren. So sollen sie bei den Avancen gegenüber den Verkäufern gezielt Code-Wörter oder Umschreibungen genutzt haben, die es Ebay erschweren sollten, sie per Schlagwortsuche zu finden. Der Firmenname wurde demzufolge mit Satzzeichen wie Bindestrichen bewusst umgestaltet, sodass er in E-Mails etwa als a-m-a-z-o-n erschien.

Ebays internes E-Mail-System ist für die Kommunikation zwischen Mitgliedern der Plattform oder mit dem Unternehmen vorgesehen. Dabei gelten klare Vorschriften, Absprachen für Geschäfte außerhalb von Ebay sind nicht erlaubt. Brisant für Amazon: Teile der Klage stützen sich auf Aussagen von Mitarbeitern, die angeblich an solchen Abwerbeaktionen teilgenommen haben. Es habe sich um ein ganzes Team gehandelt, das „aktiv Verkäufer sucht, von denen wir glauben, dass sie auf der Amazon-Plattform erfolgreich wären“, wird einer von ihnen zitiert. Viele Nachrichten ließen sich auch zu IP-Adressen zurückverfolgen, die Amazon gehören.

Die Abwerbeversuche wurden laut Ebay nicht nur in den USA, sondern auch in Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Australien und Singapur unternommen. Das Wall Street Journal hatte bereits Anfang des Monats berichtet und unter Berufung auf eingeweihte Kreise geschrieben, dass Ebay Amazon eine Unterlassungsaufforderung geschickt habe. (dpa)

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