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Syrien-Konflikt

07.02.2018

Syrische Giftgasraketen beinhalten wohl Material aus Baden-Württemberg

Das sind Überreste einer Granate, die möglicherweise Giftgas enthielt. Sie wurde in der syrischen Stadt Chan Scheichun im Nordwesten des Landes gefunden.
Bild: Edlib, dpa (Symbolfoto)

Wurden Syrische Chlor-Raketen mit Materialien einer baden-württembergischen Firma gebaut? Das sind die Erkenntnisse einer investigativen Online-Plattform. Die Firma ist "entsetzt".

Die baden-württembergische Firma Krempel zeigt sich "entsetzt" über Bilder von angeblichen Giftgas-Raketen der syrischen Armee, die mit Material des Unternehmens gebaut wurden. Man könne sich nicht erklären, wie dieses Produkt nach Syrien gelangt sei, erklärte ein Sprecher der Firma aus Vaihingen am Mittwoch. 

Nach Recherchen der investigativen Internetplattform Bellingcat und der Organisation Syrians for Truth and Justice (STJ) wurden in den vergangenen Wochen mindestens zweimal Raketen mit Chlorgas auf ein Rebellengebiet östlich der Hauptstadt Damaskus abgeschossen. In Überresten von Raketen seien Produkte des deutschen Herstellers entdeckt worden, erklärte der Bellingcat-Autor Eliot Higgins.

Logo des Unternehmens auf den Giftgasraketen

Bilder der Raketen zeigen ein Teil mit dem Logo des Unternehmens und der Aufschrift "Made in Germany". Der Krempel-Sprecher erklärte, es handele sich um Pressspan, ein Material, das zur Isolierung in Elektromotoren eingebaut werde. Die Firma liefert es demnach auch zum Weiterverkauf in kleineren Mengen an örtliche Händler im Iran.

In diesem Fall sei wohl eine Scheibe ausgeschnitten und dann in die Rakete eingebaut worden, sagte der Sprecher. Krempel habe die aktuelle Lieferung in den Iran gestoppt und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eingeschaltet.

Bei den Angriffen wurden dutzende Menschen verletzt

Higgins erklärte, bei den Raketen handele es sich ursprünglich um konventionelle Modelle. Diese seien für den umgebaut worden. Es lasse sich nicht sagen, in welchem Umfang das deutsche Material beim Bau von in Syrien eingesetzten Raketen benutzt werde. 

Bei den beiden Angriffen am auf den Ort Duma nahe Damaskus waren Dutzende Menschen verletzt worden. Duma liegt in der von Rebellen kontrollierten Region Ost-Ghuta, die seit Langem von Regierungstruppen eingeschlossen wird. (dpa)

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