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Aufmerksamkeitsdefizit

02.03.2015

ADHS bei Erwachsenen: Wer es nutzt, ist zu Höchstleistungen fähig

Professor Andreas Reif erforscht und behandelt am Klinikum mit seinem Team ADHS bei Erwachsenen.
Bild: Frank Rumpenhorst/dpa

Wer erst als Erwachsener die Diagnose ADHS bekommt, bei dem zeigt sich die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung anders als bei Kindern. Der innere Druck ist oft enorm.

ADHS sieht bei Erwachsenen anders aus als bei Kindern. Das erklärt Prof. Andreas Reif, Direktor der Klinik für Psychiatrie der Frankfurter Uniklinik. Schon vor seinem Umzug von Würzburg nach Frankfurt leitete er den klinischen Schwerpunkt für ADHS im Erwachsenenalter. Als Hauptsymptome der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung bei Erwachsenen nennt er Impulsivität, innere Unruhe und Probleme bei der Regulation von Aufmerksamkeit und Stimmung.

ADHS bei Erwachsenen: Auch Michael Phelps ist hyperaktiv

Es gibt auch berühmte Erwachsene mit ADHS - Schwimm-Profi Michael Phelps zum Beispiel. Bei ihm ist das eine Extrem der Krankheit sichtbar, das "Überfokussieren" eines Details. Das andere Extrem ist, sehr leicht ablenkbar zu sein. Reif überspitzt die beiden Endpunkte der Skala: "Den einen bringt die Krankheit ins Gefängnis, den anderen aufs Podest - je nachdem, was an Lebensgeschichte und Biologie noch hinzukommt." Denn viele Strafgefangene leiden unter ADHS.

Erwachsene Patienten: ADHS nutzen und Höchstleistungen erreichen

Wer die Auswirkungen von ADHS positiv nutzen kann, "ist zu Höchstleistungen fähig", wie Reif betont. Oberärztin Sarah Kittel-Schneider verdeutlicht, dass diese Höchstleistungen von Erwachsenen mit ADHS aber oft schwer zu erreichen sind. Diese Patienten "verbrauchen viel mehr Kraft, um ein normales Leben zu führen, und haben ein höheres Risiko, noch an weiteren psychischen Störungen zu erkranken." Oft versteckt sich die Krankheit hinter Begleiterkrankungen wie Angststörungen, Depressionen oder Suchterkrankungen. dpa/sh

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