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Künstliche Hände

26.02.2015

Diese Handprothesen können transplantierte Hände ersetzen

Statt einer Handtransplantation können nun auch bionische Handprothesen eingesetzt werden.
Bild: Ralf Lienert

Forscher von der Medizinischen Universität Wien haben eine künstliche Hand entwickelt, die vom Gehirn aus gesteuert werden kann. Die bionische Handprothese ist aber gefühllos.

Drei Männer aus Österreich haben an der Forschungen eines Teams der Medizinischen Universität Wiens teilgenommen. Das Ziel der Wissenschaftler war es, eine sogenannte bionische Handprothese zu entwickeln. Sie soll Menschen helfen, die ihre Arme und Hände nach schweren Unfällen nicht mehr bewegen können. Das berichtete das britische Fachmagazin "The Lancet" am Mittwoch.

Diese künstlichen Hände helfen inzwischen drei Österreichen, ihrem Alltag nachzugehen. Die bionischen Handprothesen können vom Gehirn aus gesteuert werden und erlauben ihren Besitzern, eine Tür zu öffnen, ein Hemd zuzuknöpfen oder mit einem Messer zu schneiden. Die Männer bekamen die Prothesen zwischen April 2011 und Mai 2014. Dabei wurden Nerven und Muskelgewebe aus Oberschenkel und anderen Körperteilen verpflanzt, die eine neue interaktive Schnittstelle zwischen der künstlichen Hand und dem Menschen bildeten.

Bionische Handprothese wird via Gehirn gesteuert

Neun Monate lang mussten die Männer für ihre bionische Handprothese trainieren, damit die neuronalen Signale das transplantierte Muskelgewebe aktivieren und die künstlichen Hände steuern können. Die Prothesen kosten rund 15.000 Euro und haben nicht all die Funktionen, die eine transplantierte Hand aus Fleisch und Blut hätte. Sie können beispielsweise Gefühle nicht wahrnehmen. Doch auch die Risiken von menschlichen Transplantaten - Abstoßung und Medikamenteneinnahme - teilen die Handprothesen nicht.

Der Leiter des Versuchs, Oskar Aszmann, räumte aber auch ein, dass nicht jeder Patient für die bionischen Handprothesen geeignet sei. Einerseits kann das Nervengewebe so stark zerstört sein, dass eine Rekonstruktion nicht möglich ist. Andererseits ist eine Voraussetzung, dass die Patienten das Procedere psychologisch verkraften. Bei den drei Männern wurden deren unbewegliche Hände amputiert, um die Handprothese einsetzen zu können. AFP/sh

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