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Forschung
24.08.2011

Erst Wintergrippe, dann Schlafkrankheit

"Schlafkrankheit" oder "Schlummersucht" heißt die Narkolepsie im Volksmund. Nach Schätzungen der Deutschen Narkolepsie-Gesellschaft (DNG) leiden rund 40.000 Menschen bundesweit unter dieser Erkrankung.
Foto: dpa

Forscher der kalifornischen Stanford University haben herausgefunden, dass eine normale Wintergrippe das Risiko erhöhen kann, an der Schlafkrankheit (Narkolepsie) zu erkranken.

Dr. Emmanuel Mignot und sein Team untersuchten rund 900 Chinesen, die allen an der Narkolepsie leiden. Narkolepsie ist eine neurologische Erkrankung. Betroffene erleiden mehrmals am Tag eine Schlafattacke, die von einigen Sekunden bis zu einer halben Stunde dauern kann. Die Patienten schlafen einfach ein. Die Krankheit tritt normalerweise bei einem von 100 000 Menschen pro Jahr auf.

Das Ergebnis der Studie: Die meisten Fälle von Schlafkrankheit waren im Schnitt fünf bis sechs Monate nach einer Grippewelle aufgetreten. Nach einer besonders schweren Grippeepidemie wie im Winter 2009/2010 sei die Zahl der Narkolepsie-Fälle um das Dreifache gestiegen. In dem Fachmagazin "Annals of Neurology" ziehen die Forscher das Fazit: "Unsere Ergebnisse sind ein starker Hinweis darauf, dass winterliche Infektionen mit Influenza A und/oder Streptokokken als Auslöser der Narkolepsie wirken."

Einen Zusammenhang zwischen Narkolepsie-Diagnosen und Grippeimpfung konnten die Forscher nicht feststellen, berichtet die Pharmazeutische Zeitung, dagegen aber einen Zusammenhang mit der Jahreszeit: Die meisten Erkrankungen traten im April, die wenigsten im November auf.

Die Studie erschien in den Annals of Neurology.

Warnung vor Pandremix-Impfung

 

Erst im Juli hatte die  Europäische Arzneimittelagentur EMA davor gewarnt, Menschen unter 20 Jahren mit Pandremix zu impfen: Zwischen Ende 2009 und 2010 waren in Skandinavien vermehrt Berichte über Narkolepsien bei Menschen unter 20 Jahren aufgetaucht. Nach Impfungen gegen H1N1 (Schweinegrippe) mit dem Impfstoff Pandremix war das Risiko junger Menschen, an Narkolepsie zu erkranken, rapide gestiegen. Die hatte daraufhin empfohlen, Menschen unter 20 Jahren nur noch in Ausnahmefällen mit Pandremix zu impfen.  In Finnland und Schweden waren laut EMA drei bis sieben zusätzliche Fälle von 100.000 Pandemrix-geimpften Menschen unter 20 Jahren registriert worden. dpa/AZ

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