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Alzheimer

29.08.2017

Könnte Alzheimer mit Antikörpern bekämpft werden?

Drei Forschergruppen aus Halle haben sich zusammengetan, um Alzheimer zu bekämpfen. Nun könnten sie einen Wirkstoff gegen die Krankheit gefunden haben.
Bild: Waltraud Grubitzsch (dpa) Symbolbild

Forscher des Fraunhofer-Instituts haben herausgefunden: Ein Beta-Amyloid-Peptid könnte Alzheimer auslösen. Sie haben nun Antikörper entwickelt, die als Therapie dienen können.

Mit Antikörpern könnte zukünftig gegen Alzheimer vorgegangen werden. Das schreibt das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI in Halle (Saale) in einer Pressemitteilung. Gemeinsam mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Firma Probiodrug AG haben Forscher des IZI entsprechende Antikörper als Wirkstoff entwickelt. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Journal of Biological Chemistry veröffentlicht worden.

Verklumptes Peptid: Wo die Antikörper gegen Alzheimer ansetzen

Es gibt eine bestimmte Form von Ablagerungen im Gehirn, die wohl Alzheimer verursachen. Prof. Dr. Milton T. Stubbs vom Institut für Biochemie und Biotechnologie der MLU erklärt: "Besonders gefährlich ist hierbei eine speziell modifizierte Art des Beta-Amyloid-Peptids. Diese verklumpen aufgrund ihrer Struktur sehr schnell und lagern sich dann im Gehirn ab." Der Wissenschaftler leitet mit Probiodrug und der Außenstelle für Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung des Fraunhofer IZI (IZI MWT) die Studie über Alzheimer.

Die Vorläufer dieser Peptid-Ablagerungen gelten als wahrscheinliche Ursache für Alzheimer. Probiodrug hatte mit einem Wirkstoff gegen die Entstehung des Peptids bereits erste Erfolge in Versuchen an Patienten verzeichnet. Die gemeinsam entwickelten Antikörper sollen an einer anderen Stelle ansetzen, wie die Chief Development Officer von Probiodrug Dr. Inge Lues erläutert: "Unser neuer Antikörper-Wirkstoff soll dann wirken, wenn die gefährlichen Peptide bereits im Körper gebildet wurden. Das kann man sich wie einen Staubsauger vorstellen, der die Stoffe aus dem System entfernt."

Alzheimer: Antikörper können Peptid besser erkennen

Um das erreichen zu können, mussten die Forschergruppe das schädliche Peptid genauer untersuchen. Denn nur so war es möglich, die Antikörper auf das Peptid anzusetzen und so gegen Alzheimer wirken zu lassen. Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth, Leiter des Fraunhofer IZI MWT Halle, zeigte sich zuversichtlich, was die mögliche Therapie von Alzheimer angeht: "Die Arbeiten zeigten, dass der neue Wirkstoff gut dazu geeignet ist, genau die schädlichen Peptid-Strukturen zu erkennen, was zu weniger Nebenwirkungen führen sollte." sh

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