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Fettverteilungsstörung

31.01.2019

Lipödem: Was steckt hinter der Erkrankung? Was hilft?

Wer unter einem Lipödem leidet, dem hilft oft nur eine Operation.
Bild: Daniel Karmann, dpa (Archiv)

Unförmige, geschwollene Beine: Ein Lipödem betrifft fast nur Frauen. Diät halten und Sport treiben helfen bei der Fettverteilungsstörung nicht.

Ein Lipödem trifft in der Regel Frauen. An den Beinen, manchmal auch an den Armen, vermehrt sich das Unterhautfettgewebe, sodass die Proportionen ungleich wirken: Oberkörper, Hände und Füße bleiben schlank, die Gliedmaßen sind dagegen voluminös. In den betroffenen Bereichen werden die kleinsten Blutgefäße, die Kapillaren, brüchig und durchlässig. Dadurch sammelt sich immer mehr Flüssigkeit im Gewebe an. Die Beine sind deshalb angeschwollen und druckempfindlich, außerdem leiden viele Betroffene an Schmerzen.

Lipödem: Diäten helfen nicht

Diäten ändern an der Situation nichts. Aber: "Wenn eine Frau zusätzlich Adipositas hat, verschlimmert sich das Lipödem", sagt die Hautärztin und Phlebologin Stefanie Reich-Schupke aus Bochum, federführende Autorin der medizinischen Leitlinie zum Lipödem.

Wie viele Menschen an einem Lipödem leiden, ist unklar. Ausprägung und Verlauf können ganz unterschiedlich sein. Oft beginnen die Probleme in der Pubertät und verschlimmern sich durch Schwangerschaften oder in den Wechseljahren. Daher gehen Ärzte davon aus, dass Hormone eine Rolle spielen. Genaues weiß man über die Ursache aber nicht. Offensichtlich ist nur, dass die Veranlagung oft vererbt wird. In vielen Familien gibt es gleich mehrere Fälle.

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Wer an sich verdächtige Symptome entdeckt, sollte bald zum Arzt gehen, um sich Klarheit zu verschaffen. Vielleicht sind die Sorgen auch unbegründet. "Eine frühe, aber verlässliche Diagnose ist sehr wichtig", sagt Reich-Schupke. Eine Heilung gibt es zwar nicht. Aber je früher ein Lipödem behandelt wird, desto besser stehen die Chancen, es in den Griff zu bekommen. Schreitet die Krankheit dagegen weiter voran, kann es zu Gelenkproblemen und zu einem Lipolymphödem kommen, bei dem sich die Lymphflüssigkeit zunehmend staut.

Vielen Betroffenen hilft bei einem Lipödem nur eine Operation

An erster Stelle steht eine "konservative Therapie" mit speziellen Kompressionsstrümpfen, Bewegungstherapie, Lymphdrainage und eventuell einer Ernährungsumstellung. "Dadurch lassen sich Schmerzen und Ödeme lindern", sagt Reich-Schupke. "Am ungleichen Verhältnis zwischen Ober- und Unterkörper ändert sich dadurch aber nichts." Das krankhaft veränderte Unterhautfettgewebe kann man nur mit einer Fettabsaugung reduzieren. Doch diese "Liposuktion" sollte gut überlegt sein – nicht nur, weil die Patientinnen sie meist selbst bezahlen müssen. Denn längst nicht bei jeder Betroffenen schreitet die Krankheit so dramatisch voran, dass ein Eingriff nötig ist. "Es stimmt nicht, dass sich ein Lipödem ohne Operation nicht aufhalten lässt", betont die Hautärztin. Unter anderem lasse sich der Verlauf durch gesunde Ernährung und viel Bewegung günstig beeinflussen. (AZ)

Lesen Sie dazu auch: Saskia Atzerodt spricht im TV über ihre Krankheit Lipödem

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