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Pneumokokken

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Lungenentzündung kann tödliche Folgen haben

Wenn zu Husten, Fieber und Abgeschlagenheit noch Luftnot oder eitriger Auswurf hinzukommen, sollte man schleunigst zum Arzt gehen: Dahinter kann eine Lungenentzündung stecken.
Bild: Monique Wuestenhagen (dpa)

Eine Lungenentzündung verläuft bei jedem Patient anders. Sie sollte ernst genommen werden, schließlich kann sie auch tödlich enden. Welche Anzeichen auf die Krankheit deuten.

Hinter Husten, Fieber und Abgeschlagenheit kann auch eine Lungenentzündung stecken. Viele denken bei diesen Symptomen eher an eine Atemwegsinfektion. Genau das ist das Tückische an der Krankheit.

Wenn der Betroffene auch Luftnot sowie Schüttelfrost hat oder der Husten mit eitrigem oder gar blutigem Auswurf einhergeht, sind das Anzeichen für eine Lungenentzündung, also eine Pneumonie. Betroffene sollten dann möglichst rasch einen Arzt aufsuchen. Denn je früher die richtige Therapie bei einer Lungenentzündung beginnt, desto besser.

Anzeichen einer Lungenentzündung nicht unterschätzen

Jährlich erkranken in Deutschland rund 750.000 Menschen an einer Lungenentzündung. Von dieser Zahl geht Prof. Tobias Welte von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin aus. Er ist Direktor der Klinik für Pneumologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Eine Lungenentzündung darf keineswegs unterschätzt werden: Schließlich ist die Lungenentzündung die am häufigsten zum Tod führende Infektionskrankheit in Westeuropa.

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"Besonders gefährdet, an einer Lungenentzündung zu erkranken, sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem", sagt Welte. Nicht selten geht ihr ein Infekt im Hals- und Rachenbereich voraus. "Ausgelöst wird eine Pneumonie weitüberwiegend durch Bakterien, etwa durch Pneumokokken, aber auch hin und wieder durch Viren oder andere Erreger", erklärt Welte.

Lungenentzündung: Pneumonie ist ansteckend über Tröpfchen

Sprechen, Husten oder Niesen – auf diesen Wegen werden in den meisten Fällen die Erreger einer bakteriellen Lungenentzündung per Tröpfcheninfektion übertragen. Allerdings führt nicht jeder Erreger automatisch zu einer Pneumonie. Es kommt darauf an, wie widerstandsfähig das Immunsystem ist, erläutert der Ulmer Internist für Lungen- und Bronchialheilkunde Michael Barczok vom Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner.

Kommt es zum Ausbruch der Krankheit, sind die Lungenbläschen und manchmal auch das Lungengewebe entzündet und angeschwollen. Mit einer Blutuntersuchung sowie Röntgenaufnahmen der Lunge kann ein Arzt feststellen, ob in der Tat eine Pneumonie vorliegt.

Röntgenbild einer Lunge
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Die gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt
Bild: Archiv

Lungenentzündung: Dauer kann durch Medikamente reduziert werden

Therapiert wird eine durch Bakterien wie Pneumokokken ausgelöste Lungenentzündung in erster Linie mit Antibiotika. Merkt ein Patient innerhalb von 24 Stunden nach Einnahme des Präparats keine Verbesserung seiner Beschwerden, dann muss er darüber den Arzt informieren. Der wird dann andere Antibiotika verschreiben.

"In aller Regel müssen die Antibiotika je nach ärztlicher Verordnung fünf bis sieben Tage eingenommen werden", erklärt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer in Berlin. Wichtig ist, sich genau an den Therapieplan des Arztes zu halten und keinesfalls die Antibiotika vorzeitig abzusetzen – selbst dann, wenn die Beschwerden abgeklungen sind. "Wer zu früh die Medikamente weglässt, riskiert einen Rückfall", warnt Sellerberg.

Eine durch Viren ausgelöste Lungenentzündung kann mit Medikamenten nicht beeinflusst werden. Die Therapie beschränkt sich in solchen Fällen auf die Linderung der Symptome.

Impfung gegen Pneumokokken ist möglich

Wer einer Lungenentzündung vorbeugen will, sollte sich gegen Pneumokokken, dem häufigsten Erreger der bakteriellen Lungenentzündung, impfen lassen. "Diese Schutzimpfung wird vor allem Menschen über 60, chronisch Kranken sowie Kindern bis zum zweiten Lebensjahr empfohlen", sagt Welte. Grundsätzlich sollte man sein Immunsystem bestmöglich schützen. Dazu gehört etwa, nicht zu rauchen und sich gesund – mit viel Obst und Gemüse – zu ernähren. Ebenfalls gut sei regelmäßige Bewegung. AZ/dpa

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