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Babyzähne

06.06.2017

Metalle in Babyzähnen geben Hinweise über Autismus-Risiko

Kinderzähne können Forschern mehr darüber sagen, ob das Risiko, an Autismus zu erkranken, erhöht ist.
Bild: Ole Spata/Symbol (dpa)

Babyzähne könnten Forschern wichtige Informationen über das Autismus-Risiko geben. Eine Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen Autismus und dem Schwermetallgehalt in Zähnen.

Autismus beginnt laut den Forschern bereits im Mutterleib. Nun könnte eine Studie, die von einer der US-Gesundheitsbehörden (National Institute of Environmental Health Sciences) mitfinanziert wurde, ein frühes Anzeichen von Autismus entdeckt haben. Davon berichtet die Behörde in einer Pressemitteilung. Der Studie zufolge enthalten die Babyzähne von Säuglingen, die Autismus haben, mehr giftiges Blei, dafür aber weniger der notwendigen Nährstoffe Zink und Mangan als die Zähne von gesunden Kindern. Damit hätte die Umgebung eine bedeutende Auswirkung auf die Gesundheit des Kindes.

Babyzähne: Wirken sich Metalle auf die Entwicklung von Autismus aus?

Die Studie, die einen Zusammenhang zwischen Metallrückständen in Kinderzähnen und Autismus herstellt, besagt: Möglicherweise kann ein erhöhtes Risiko für Autismus daher stammen, dass Kinder im Säuglingsalter bestimmten Metallen ausgesetzt sind oder dass ihre Körper diesen Kontakt nicht bewältigen können. Dabei spielt es eine besonders große Rolle, wie viel die Kinder in den Monaten unmittelbar vor und nach der Geburt solchen Metallen ausgesetzt sind.

Die Forscher fanden das heraus, indem sie die Wachstumsringe in Milchzähnen untersuchten. Dabei stellten sie fest, dass in den Zähnen von Kindern mit Autismus mehr Metallrückstände zu finden waren. Außerdem hatten autistische Kinder vor und unmittelbar nach der Geburt weniger Mangan aufgenommen. Bei Zink war das Muster etwas komplizierter: Vor der Geburt war in den Körpern der Babys mit Autismus weniger Zink als bei anderen Kindern, nach der Geburt stieg die Zahl aber deutlich an.

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Autismus-Forschung wird durch Babyzähne erleichtert

"Wir denken, dass Autismus sehr früh beginnt, höchstwahrscheinlich im Mutterleib, und die Forschung deutet an, dass die Umwelt das Risiko eines Kinds erhöhen kann. Aber wenn die Kinder im Alter von drei oder vier Jahren diagnostiziert werden, kann man schwer zurückgehen und wissen, welchen Stoffen die Mütter ausgesetzt waren", erklärte Prof. Cindy Lawler, Leiterin der Abteilung Gene, Umwelt und Gesundheit des NIEHS, das Vorgehen bei der Autismus-Studie. "Mit Babyzähnen können wir das tatsächlich tun."

Die Studie war von Prof. Manish Arora geleitet worden, einem Umweltwissenschaftler und Dentisten der Icahn School of Medicine des Mount Sinai Krankenhauses in New Work. Arora erklärte, dass bei Autismus Gene und Umwelt gleichermaßen eine Rolle spielen. Bislang sei es aber schwierig gewesen herauszufinden, welche Umwelteinflüsse das Risiko von Autismus erhöhten. Laut Lawler ist es ein großer Fortschritt, dass nun auf Gesundheitsdaten der Kinder noch vor der Diagnose Autismus zurückgegriffen werden kann.

Die Studie ist im Fachblatt "Nature Communications" erschienen. sh

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