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Leber

26.03.2018

Sind eine Fettleber und Organschäden wie Leberzirrhose vermeidbar?

Lebererkrankungen werden oft nur durch Zufall gefunden. Im vorderen Modell ist unten die menschliche Leber gut zu erkennen.
Bild: Emily Wabitsch, dpa (Symbolbild)

Alkohol und Übergewicht schaden der Leber. Doch das sind nicht die einzigen Gründe für Lebererkrankungen. Was Sie über das Organ und Leberschäden wissen sollten.

Lebererkrankungen werden oft nur zufällig entdeckt, denn die Symptome sind nicht eindeutig. Dem Organ können neben Alkohol und fettem Essen etwa auch lebenswichtige Medikamente schaden. Wir haben Meinungen und Einschätzungen von Ärzten und anderen Experten zum Thema Leber zusammengetragen. Hier erfahren Sie, wie Sie Leberschäden vorbeugen können und ab wann Sie zum Arzt gehen sollten. Die wichtigsten Tipps im Überblick:

Fettleber: Nicht nur Alkohol schadet der Leber

Alkohol schadet der Leber. Das weiß jeder. Zu viel Alkohol kann zu einer Fettleber führen, eine Fettleber zur Leberentzündung - Leberzirrhose - Leberkrebs. Und dieses Worst-Case-Szenario ist oft tödlich.

Weniger bekannt ist, dass auch Übergewicht der Leber zu schaffen macht. Genannt wird das eine "nichtalkoholische Fettleber" (NAFL). Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland trägt eine NAFL mit sich herum. Auch schlankere Menschen können davon betroffen sein, wenn sich übermäßig viel Bauchfett bildet.

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Auch Medikamente können die Leber schädigen.

Diese Anzeichen deuten auf einen Leberschaden hin

Das ist das Problem mit der Leber: Die meisten Erkrankungen des Organs werden zufällig gefunden, weil sie lange unbemerkt bleiben können. Das ist beispielsweise oft bei einer Fettleber der Fall. Als Symptome treten der Deutschen Leberhilfe zufolge allenfalls Druckgefühle im rechten Oberbauch, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen auf. Das alles ist so ungriffig, dass solche Symptome selten auf Leberprobleme zurückgeführt werden. Oft ist eine "nichtalkoholische Fettleber" (NAFL) daher ein Zufallsbefund im Rahmen eines Gesundheitschecks beim Hausarzt.

Kontrolle der Leberwerte: Wann hilft der Gang zum Arzt?

Da die Symptome so unspezifisch sind, macht ein Arztbesuch für jeden Erwachsenen allein für eine Kontrolle Sinn. Der Arzt kann durch eine einfache Kontrolle der Leberwerte GOT und GPT feststellen, ob eine Leber beschädigt oder krank ist. Gerade wenn man regelmäßig Alkohol trinkt, zu viel wiegt oder genetische Veranlagungen hat, sind solche Kontrollen sinnvoll. Je früher Lebererkrankungen erkannt werden, desto effektiver kann man darauf reagieren.

Erhöhte Leberwerte: Dann müssen Sie zum Arzt

Bei erhöhten Leberwerten muss immer abgeklärt werden, wie man am Besten vorgeht. Und: Mit einem saloppen "Trinken Sie mal weniger" vom Hausarzt ist es nicht getan, meldet die Deutsche Leberhilfe. Mit erhöhten Leberwerten im Blut sollten Sie sich in einer gastroenterologischen oder hepatologischen Praxis oder Klinik Rat geben lassen. Besonders wichtig ist medizinischer Rat, wenn trotz Lebererkrankung wichtige Medikamente genommen werden müssen.

Auf Alkohol oder fettes Essen kann verzichtet werden, auf lebenswichtige Medikamente, beispielsweise bei Herzstörungen, nicht. Das macht eine Therapie komplizierter.

Gesunder Lebensstil: So können Sie Leberschäden vorbeugen

Es gibt kaum Medikamente oder Pillen, die bei Leberschäden helfen. Meistens ist die richtige Lösung einfach gesagt, aber schwierig umgesetzt: Der Lebensstil muss sich verändern. Bewegung und Sport sind dabei natürlich ein Muss. Schon einmal konsequent Aufzüge zu meiden und Treppen zu nehmen, kann ein Start sein. Gesteigert werden sollte das zu so viel Sport wie möglich. Achten sollte man auch darauf, weniger Kalorien zu sich zu nehmen. Bei der Leber gibt es da noch eine Besonderheit: Raffinierte Zucker, Weizenmehl und Weißmehlprodukte spenden Kohlenhydrate, die schnell ins Blut gehen. Das ist für die Leber nicht gut, besser ist etwa Vollkornbrot.

Ist die Leber bereits erkrankt, kann einigen Betroffenen auch Kaffee helfen. Der Grund: Bestimmte Inhaltsstoffe - zum Beispiel Chlorogensäure - wirken offenbar entzündungshemmend. Beispielsweise Patienten mit nicht-alkoholischer Fettleber profitieren davon. Bei ihnen ist die Leber nämlich chronisch entzündet. Mehr über das Wundermittel Kaffee lesen Sie hier.

Achtung aber bei starkem Übergewicht: Hungerkuren und zu schnelles Abnehmen schaden der Leber. Denn dabei gelangt das Fett rasch ins Blut und lagert sich wiederum in der Leber ab. mst

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