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Extremsport

12.11.2019

BMX: So kämpft ein Aichacher um seine Olympia-Chance

Jonas Lindermair hebt ab. Er und zwei Freunde haben eine alte Scheune in Hörzhausen umgebaut, um dort trainieren zu können. Der Aichacher zählt zu den besten BMX-fahrern Deutschlands und träumt von den Olympischen Spielen.
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Jonas Lindermair hebt ab. Er und zwei Freunde haben eine alte Scheune in Hörzhausen umgebaut, um dort trainieren zu können. Der Aichacher zählt zu den besten BMX-fahrern Deutschlands und träumt von den Olympischen Spielen.
Bild: Sebastian Richly

Plus Jonas Lindermair gehört zu den besten BMX-Fahrern Deutschlands. Warum den 22-Jährigen Verletzungen nicht aufhalten und wie groß die Chancen für Olympia sind.

Bis zu sechs Meter hoch springt Jonas Lindermair mit seinem BMX-Rad. Eigentlich fast schon zu hoch, denn mit dem Kopf bleibt er jedes Mal fast an den alten Holzbalken hängen. „Einmal habe ich mir auch schon den Kopf gestoßen.“ Die alte Scheune in Hörzhausen ist nun wirklich kein typischer Ort für einen Extremsportler wie Lindermair. Doch gerade in dem alten Bauernhaus sind die Trainingsbedingungen besser als in den meisten Hallen. „Die Rampen, die wir eingebaut haben, entsprechen den Maßen bei den internationalen Wettbewerben. In den meisten Hallen kann man gar nicht hoch genug abspringen, um wirklich spektakuläre Tricks einzuüben“, verrät der 22-Jährige, der zusammen mit zwei Freunden die alte Scheune zu einem BMX-Trainingsplatz umgebaut hat. Zwei Etagen hat der „BMX-Stadl“ wie die Scheune von Lindermair und seinen Freunden genannt wird. Die größte Rampe hat eine Höhe von rund sechs Metern. „So etwas gibt es nirgendwo. Um ähnliche Bedingungen zu haben, müsste ich bis nach Eindhoven fahren. „Ich hatte schon länger etwas in der Art gesucht. Dann wurde die Scheune frei und wir haben sofort mit den Arbeiten angefangen.“ Fast täglich hat Lindermair im Winter an den Rampen gearbeitet, um eben seine zahlreichen Tricks einzustudieren. Genau diese spektakulären Sprünge und Drehungen sind es nämlich, die am Ende darüber entscheiden, ob Lindermair sich mit den weltweit besten Fahrern messen darf, oder nicht.

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Der Aichacher Jonas Lindermair kämpft für seine Olympia-Teilnahme. Der Aichacher gehört zu den besten BMX-Fahrern Deutschlands.
Video: Christian Halbriter

Jonas Lindermair: Sturz wirft den Aichacher zurück

Der Aichacher gehört zu Deutschlands besten BMX-Sportlern. Bei der sogenannten Internationalen Deutschen Meisterschaft belegte der 22-Jährige Platz fünf. Auch bei der Weltmeisterschaft in Köln lief es gut. Der gelernte Koch schaffte es ins Finale und am Ende sogar unter die Top Ten. Außerdem nahm Lindermair an Wettbewerben in Österreich, Frankreich und Italien teil. Dass es nicht noch mehr internationale Auftritte wurden, das verhinderte eine schlimme Verletzung, die er sich nur einen Tag nach dem Erfolg bei der WM zuzog. Bei einem Trainingssturz brach er sich das rechte Schulterblatt: „Mir ist die Kette beim Anfahren gerissen und ich bin volle Kanne in die Rampe reingefallen.“ Doch Lindermair ist hart im Nehmen, nur vier Wochen später saß er schon wieder im Sattel und trat gegen die internationale Konkurrenz an. „Das war ja vergleichsweise harmlos. In unserem Sport kann sehr viel passieren. So gesehen hatte ich bis jetzt Glück.“ Angst sich zu verletzten hat die Aichacher übrigens nicht: „Ich kenne ein paar Fahrer, bei denen es übel ausgegangen ist, aber an so etwas darf man nicht denken. Wenn ich zu viel daran denken würde, was alles passieren kann, dann bräuchte ich gar nicht anzutreten.“

Trotz Helm ist der Sport sehr gefährlich für die Fahrer.
Bild: Sebastian Richly

Aichacher Koch träumt von Olympia

Zwar fiel Lindermair während seiner Verletzungspause in der Weltrangliste deutlich zurück. Vor dem Sturz war der Paarstädter unter den Top 20 platziert, danach waren es rund 50 Plätze weiter hinten. Dennoch nominierte ihn der Bundestrainer für die Europameisterschaft in der Schweiz Ende Oktober. „Das war schon ein tolles Zeichen, den nach der Verletzung hatte ich nicht unbedingt damit gerechnet.“ Auch wenn Lindermair bei der EM aufgrund eines Sturzes das Finale verpasste, geht er optimistisch in die kommende Saison. Die beginnt aufgrund der Olympischen Spiele in Tokio früher als sonst, denn erstmals ist die BMX-Disziplin Park, in der Lindermair so erfolgreich ist, olympisch. Allzu große Hoffnungen auf eine Teilnahme macht sich der Aichacher allerdings nicht: „Es gibt nur neun Startplätze und es ist unwahrscheinlich, dass ein Deutscher mitfahren wird“, so Lindermair, der aber gleich hinzufügt: „Ich werde aber alles geben, um die kleine Chance vielleicht doch noch zu nutzen.“ Auch wenn es dann nicht mit Olympia 2020 klappen sollte, so sind die Wettbewerbe im kommenden Jahr dennoch sehr wichtig: „Da geht es auch schon um die Plätze für Olympia 2024 in Paris. Dann wird es deutlich mehr Startplätze geben, auch für Deutschland. Da will ich dabei sein. Da ist mein großes Ziel.“

BMX: So kämpft ein Aichacher um seine Olympia-Chance

Extremsport: Von Hörzhausen in die weite BMX-Welt

Deshalb will es Lindermair auch im nächsten Jahr in den Bundeskader schaffen. Dafür arbeitet der Aichacher hart. Mindestens fünf mal pro Woche steigt er auf sein BMX.

Die hohen Sprünge und spektakulären Sprünge kann er in Hörzhausen trainieren, das reicht aber nicht aus: „Bei den Contests ist es wichtig, möglichst alle Hindernisse mit einzubauen. Die Trainingshallen sind viel weitläufiger als in Hörzhausen.“ Allerdings setzt sich Lindermair nicht immer nur einfach in den Sattel. Auch Kraft- und Ausdauertraining stehen für Lindermair, der beim TSV Aichach Handball spielt, auf dem Programm.

Spektakuläre Tricks stellen bei den BMX-Fahrern auf dem Programm. Einer der besten deutschen Fahrer ist der Aichacher Jonas Lindermair, der sich noch Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio macht. 
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