1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Ballon-Flucht: Protagonistin besucht Aichacher Kino

Filmfestival

23.10.2019

Ballon-Flucht: Protagonistin besucht Aichacher Kino

Copy%20of%20IMG_4217%20(2).tif
3 Bilder
Rotary-Präsident Dr. Gerhard Lehrberger (rechts mit Mikro) eröffnete am Montag vor zahlreichen Gästen das 5. Aichacher Filmfestival.
Bild: Manfred Zeiselmair

Petra Wetzel ist mit einem Heißluftballon aus der DDR geflohen. Beim Start des Filmfestivals ist sie in Aichach. Nach „Ballon“ erzählt sie emotional

Das 5. Aichacher Filmfestival ist eröffnet. Schon am ersten Tag konnte Rotary-Präsident Gerhard Lehrberger im Aichacher Cineplex „ganz ohne roten Teppich“ viele Gäste begrüßen. Besonders freute er sich über Petra Wetzel, die 1979 mit ihrer Familie in einem Heißluftballon aus der DDR geflohen war. Die spektakuläre Geschichte der Flucht hat Michael Bully Herbig unter dem Titel „Ballon“ verfilmt. Der Auftaktfilm füllte zwei Kinosäle.

Das Filmfestival in Aichach findet zum fünften Mal statt

Was der Rotary-Club Aichach-Schrobenhausen vor fünf Jahren unter dem damaligen Präsidenten Dieter Nitzsche aus der Taufe gehoben hat, ist mittlerweile zu einer festen Größe im Aichacher Kulturkalender geworden. Das betonte Bürgermeister Klaus Habermann bei der Eröffnung am Montagabend, wobei er auf die großartige Entwicklung des Festivals hinwies. Landrat Klaus Metzger lobte den Benefiz-Gedanken der Veranstaltung, die auch außerhalb des Landkreises bekannt sei.

Das diesjährige Motto Heimat 2.0 lasse sich vielfach interpretieren, erklärte Rotary-Präsident Lehrberger in seiner Eröffnungsrede. Für die meisten sei der traditionelle Begriff Heimat der Ort, an dem man geboren ist oder sich auf Dauer aufhält. Andere wie Sänger Herbert Grönemeyer verstehen unter dem Begriff ein Gefühl. Kabarettist Ottfried Fischer formuliert es scherzhaft als den Ort, an dem einem die Todesanzeigen etwas sagen. In einer Welt der Globalisierung stelle sich der Begriff Heimat aber viel komplexer dar und könne mittlerweile vielfältig interpretiert werden, so Lehrberger. Das wollten die Verantwortlichen in ihrer Filmauswahl für Heimat 2.0 zum Ausdruck bringen.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Beim Filmfestival in Aichach gibt es jeden Tag anspruchsvolle Filme

Während der Festivalwoche sind bis Samstag täglich von einer Expertengruppe ausgewählte anspruchsvolle Filme zu sehen. Für die Besucher bestehe nahezu an jedem Festivaltag die Möglichkeit, mit Regisseuren, Schauspielern und Filmschaffenden zu diskutieren, so Lehrberger. Locker und ungezwungen soll es dabei zugehen. Und deshalb habe man ganz bewusst „auf den roten Teppich verzichtet“.

Bevor es zum ersten Mal „Film ab!“ hieß, wurde eine von zwei Fahrten mit dem Wittelsbacher Land-Ballon versteigert – passend zum Auftaktfilm „Ballon“.

Zeitzeugin Petra Wetzel erzählt von ihrer Flucht aus der DDR

Mit Petra Wetzel war dazu eine ganz besondere Zeitzeugin nach Aichach gekommen. In einem der beiden Säle stellte sie sich im Anschluss des Films über ihre spektakuläre Flucht den zahlreichen Fragen des interessierten Publikums. Sehr emotional berichtete sie über die ständige Angst während der Vorbereitungen. Erst der dritte Ballon hatte die beiden geflüchteten Familien in einem spektakulären Wettlauf mit der Stasi, die ihnen auf den Fersen war, in den Westen gebracht. „Wir waren in einem Krimi“, erzählt Wetzel. Sie habe immer noch feuchte Hände, wenn sie den Film sehe. Auch fiebere sie immer noch mit, obwohl sie weiß, dass die Geschichte glücklich mit einer etwas unsanften Landung in Oberfranken, also in der Freiheit zu Ende ging. Der Film sei absolut realitätsnah. Wetzel nahm sich am Dienstag noch Zeit, mit Schülern des Deutschherren-Gymnasiums zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar: Jeder Film ist eine neue Welt

Das weitere Programm des Filmfestivals

Mittwoch, 23. Oktober, 19.30 Uhr: „Best of Gernstl“. Abend des Bayerischen Rundfunks mit F.X. Gernstl. 19.30 Uhr: „Nur eine Frau“.

Donnerstag, 24. Oktober, 19.30 Uhr: „Die Wiese. Ein Paradies nebenan“. Besuch von Regisseur Jan Haft.

Freitag, 25. Oktober, 19.30 Uhr: „Trautmann“. 19.30 Uhr „Out of Rosenheim“ mit Besuch von Marianne Sägebrecht.

Samstag, 26. Oktober, 17 Uhr: „Unter unserem Himmel - Aichach“ mit Sepp Eibl und der Aichacher Bauernmusi. 19.30 Uhr: „Eine ganz heiße Nummer 2“.

Beginn ist jeweils um 18.30 Uhr (außer Dienstag und Samstag).

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren