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Sitzung II

17.10.2019

Baugebiet in Mühlhausen wird erst Mitte 2022 fertig

Links neben der Friedberger Ach entsteht das neue Baugebiet „Am Weberanger“ in Mühlhausen. Von der Staatsstraße 2381 (ganz rechts), die Rehling und den Affinger Ortsteil verbindet, muss eine Verbindung zum Baugebiet geschaffen werden. Dafür ist der Bau einer Brücke nötig.

Die Erschließung „Am Weberanger“ ist aufwendig. Und es sind noch mehrere Fragen offen

Über 50 Bauplätze entstehen auf rund 45000 Quadratmetern im Mühlhausener Norden. Einstimmig fasste der Gemeinderat am Dienstag den Satzungsbeschluss für das Baugebiet „Am Weberanger“. Es soll nun so bald wie möglich realisiert werden. Doch davor liegt noch ein ganzes Stück Arbeit. Die Erschließung wird voraussichtlich erst Mitte 2022 fertig sein. Das gefiel dem Affinger Gemeinderat am Dienstag zwar nicht unbedingt. Doch weitere 100000 Euro in die Hand nehmen wollte er nicht, um die Prozedur um bis zu ein Jahr zu verkürzen.

Die Erschließung des Baugebietes ist aufwendig. Das liegt nicht nur an der Größe des Areals, sondern auch daran, dass die Zufahrt von der Staatsstraße 2381, die Richtung Rehling führt, erfolgt. Dort ist eine Verbreiterung nötig, um eine Linksabbiegespur schaffen zu können. Außerdem muss eine Brücke über die Friedberger Ach gebaut werden. Wenn diese Arbeiten parallel zum Bau von Straßen, Kanal- und Wasserleitungen im Baugebiet laufen könnten, würde man sich viel Zeit sparen. Andreas Klein vom Ingenieurbüro Sweco stellte zwei Möglichkeiten vor: Die eine wäre eine provisorische Brücke über die Ach, die andere der provisorische Ausbau des Anwaltinger Weges, um den Baustellenverkehr über Anwalting abwickeln zu können. Im ersten Fall könnte man nach Einschätzung des Fachmannes ein halbes, im zweiten sogar ein ganzes Jahr gewinnen. Nachteil: Beide Optionen würden etwa 100000 Euro kosten. Der Gemeinderat nahm deshalb davon Abstand. Ohnehin muss Affing noch verschiedene Fragen klären. Denn die Pläne, die Klein präsentierte, gefielen nicht in allen Punkten:

Die Hauptstraße im Baugebiet verläuft von West nach Ost. Sie soll fünf Meter breit werden. Klein plant zur Abschreckung eines zu erwartenden Schleichverkehrs von der Staatsstraße zum Anwaltinger Weg drei optische Bremsen wie Bäume oder Findlinge. Die restlichen Straßen, eine Ringverbindung und eine Stichstraße, werden 4,50 Meter breit.

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Der Höhenunterschied von Ost nach West beträgt bis zu zwei Meter. Das Gelände soll deshalb von der Ach bis zum Anwaltinger Weg konstant angehoben werden. Das ist laut Klein viel günstiger als eine „Riesenböschung“ im Osten. Das Gefälle dient zugleich als Hochwasserschutz. Der ist hier ein besonderes Thema, was an der Ach liegt, aber auch am hohen Grundwasserstand. Zur Entwässerung sieht der Planer entlang der Erschließungsstraße Mulden vor. Eine unterirdische Versickerung sei wesentlich teurer, aufwendiger im Unterhalt und ohnehin nicht überall möglich, argumentierte Klein. Einigen Gemeinderäten gefiel das nicht. Sie hätten anstelle der Mulden lieber Parkplätze gesehen.

Derzeit sind nur acht öffentliche Parkplätze vorgesehen. Nach Ansicht der meisten Gemeinderäte ist das viel zu wenig für das große Baugebiet.

Schmutz- und Regenwasser werden getrennt erfasst. Zwei Notüberläufe zur Friedberger Ach sollen dafür sorgen, dass Hochwasser schnell abgeleitet wird. Auch bei den Entwässerungsmulden sind Notüberläufe vorgesehen.

Vorgeschlagen ist zur Staatsstraße hin eine 2,50 Meter hohe Gabionenwand oder eine begrünbare Stahlkonstruktion.

Die Erschließungskosten schätzt der Planer auf insgesamt 3,82 Millionen Euro. Allein knapp eine halbe Million Euro entfällt auf die Brücke. Zahlen muss sie die Gemeinde, denn diese Kosten können nicht auf die Grundstückskäufer umgelegt werden. Unter dem Strich müssen Bauherren mit etwa 100 Euro Erschließungskosten pro Quadratmeter rechnen. Die Lärmschutzwand wird mit über 440000 Euro kalkuliert.

Als Nächstes werden der Umbau an der Staatsstraße und die Brückenplanung in die Wege geleitet. Der Planer muss prüfen, wo eine unterirdische Versickerung möglich ist und wie teuer sie kommt. Ebenso muss er untersuchen, ob anstelle der Mulden genug Platz ist, um Stellplätze zu schaffen. Der Gemeinderat will Entwässerungsmulden und mögliche Lärmschutzvarianten besichtigen. (jca)

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