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RKI meldet 21.683 Corona-Neuinfektionen, Inzidenz steigt auf 153
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Aichach-Friedberg

19.01.2021

Darum melden Landratsamt und RKI verschiedene Corona-Zahlen

Das Landratsamt Aichach-Friedberg erklärt, warum das RKI dem lokalen Gesundheitsamt hinterher hinkt.
Foto: Julian Leitenstorfer (Symbolfoto)

Plus RKI, LGL, Landratsamt: Es ist schwer, bei den Corona-Zahlen den Überblick zu behalten. Das Landratsamt Aichach-Friedberg erklärt, warum das RKI hinterher hinkt.

Wochenlang waren die Corona-Zahlen nicht aussagekräftig. Deutschlandweit war das ein Problem. Inmitten der zweiten Welle sank die Sieben-Tage-Inzidenz in vielen Landkreisen Anfang Januar. Experten warnten, dass die Werte verfälscht waren. Grund dafür waren die wenigen Tests während der Feiertage. In Aichach-Friedberg sanken die Zahlen teilweise besonders stark, denn an vielen Tagen konnte das lokale Gesundheitsamt gar keine aktuellen Zahlen melden. Eine Softwareumstellung während der Weihnachtsferien machte über lange Zeit Probleme. Sie hat auch Wochen nach Weihnachten immer wieder Nachwirkungen.

So meldete das Landratsamt erst am Freitag, dass fünf weitere Menschen während der Weihnachtsferien an oder mit Corona gestorben waren. Die Zahlen fanden wegen der Software-Umstellung erst so spät ihren Weg ins System. Insgesamt spiele sich die neue Software aber bis auf "kleinere Baustellen" nach und nach ein, sagt Landratsamtssprecher Wolfgang Müller. Er erklärt, dass zweierlei eingerichtet wurde: "Zum einen hat das Gesundheitsamt eine dringend benötigte leistungsstärkere Software bekommen", so Müller. Zum anderen gebe es mehrere Schnittstellen, die funktionieren müssten. Das lokale Gesundheitsamt ist jetzt unter anderem an die bundesweite Labormeldesoftware, an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und an das Robert-Koch-Institut (RKI) angeschlossen.

Aichach-Friedberg: RKI-Zahlen hinken Gesundheitsämtern immer hinterher

Dabei gab es laut Müller verschiedene Punkte, die die Software-Umstellung in die Länge zogen: Neben der technischen Einrichtung mussten die Mitarbeiter eingewiesen und geschult werden, um die Programme richtig zu bedienen. Auch die Anbindung an die Leitungen des Landratsamts sei teilweise eine Herausforderung gewesen. Parallel dazu wurde das Gesundheitsamtsteam in den letzten Wochen deutlich vergrößert, wie Müller berichtet. "Meist fachfremde neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mussten auch in der Zeit der Software-Umstellung komplett eingearbeitet werden", erklärt er.

Auch wenn sämtliche Probleme mit der Software gelöst sind, werden die Zahlen vom Landratsamt in keinem Moment exakt mit denen vom RKI übereinstimmen. Das liegt laut Landratsamt schlicht am Meldeweg: Ein positiver Corona-Test wird vom Labor in die Meldesoftware eingetragen und schlägt beim Gesundheitsamt auf. Das muss die Meldung erst einmal prüfen, sortieren und bearbeiten. Täglich zum Dienstschluss meldet das Gesundheitsamt dann Müller zufolge die Zahlen an das LGL, von dort gehen die gesamten bayerischen Zahlen an das RKI weiter. Daher hinken die RKI-Zahlen denen der lokalen Gesundheitsämter immer hinterher.

Corona-Todesfälle müssen vom Arzt bestätigt werden

Ein weiterer Punkt, an dem sich Zahlen stauen, ist die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona. Häufig nimmt das Gesundheitsamt neue Corona-Todesfälle nicht tagesaktuell in die Statistik auf. Müller erklärt, wenn jemand an Covid-19 verstirbt, sei das meldepflichtig. "In die Statistik wird ein Fall deshalb erst aufgenommen, wenn eine Arztmeldung dazu vorliegt", sagt Müller.

Oft kommen Beschwerden von Lesern darüber, dass die RKI-Zahlen und die des Landratsamts nicht zusammenpassen. Aber auch das RKI meldet auf Nachfrage, dass der generelle Meldeverzug bei aktuellen Fällen nicht zu vermeiden sei. Es betont außerdem: "Die Gesundheitsämter tun, was sie können. Sie haben derzeit aber extrem viel Arbeit." Landratsamtssprecher Müller ergänzt, dass bis auf in der Zeit der Software-Umstellung, die Zahlen vom Gesundheitsamt sieben Tage die Woche tagesaktuell an das LGL gemeldet würden.

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