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Verkehr

15.03.2018

Das beschäftigt die Radfahrer im Landkreis

Wer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, benötigt schnelle Verbindungen und Straßenbeläge, die sich auch nach Niederschlägen nicht in Schlammpisten verwandeln

Viele unserer Leser treten jeden Tag in die Pedale. Hier schildern sie Anliegen und Vorschläge für einen Ausbau des Radwegenetzes im Kreis.

Wer täglich und bei jedem Wetter mit dem Rad zur Arbeit fährt, hat andere Bedürfnisse als der Freizeitradler: Er braucht schnelle Verbindungen und Straßenbeläge, die sich auch nach Niederschlägen nicht in Schlammpisten verwandeln. Um die entsprechenden Schwachstellen im Radwegenetz zu ermitteln und anschließend zu beheben, gibt der Landkreis bei einem Fachbüro ein Gutachten in Auftrag (wir berichteten). Unsere Leserinnen und Leser haben uns schon einige Vorschläge für notwendige Lückenschlüsse geschickt.

Der Affinger Andreas Reiner sieht großen Bedarf für einen Radweg entlang der Staatsstraße 2035 zwischen dem Aindlinger Ortsteil Weichenberg und Affing. „Viele in meinem Freundeskreis fahren mit dem Rad nach Augsburg zur Arbeit, andere sehen aufgrund des fehlenden Radweges davon ab. Damit würde sich das Radfahrnetz von Pöttmes bis Augsburg schließen und außerdem der Durchgangsverkehr für Affing, Aulzhausen und Mühlhausen etwas reduzieren“, schreibt Reiner, der aus Petersdorf stammt. In der Tat ist dieses fehlende Teilstück immer wieder Thema der Kommunalpolitiker. Im Aindlinger Marktgemeinderat war die Verbindung schon mehrmals auf der Tagesordnung. Das Straßenbauamt ist zwar zuständig, die anliegenden Kommunen müssten zuvor aber die notwendigen Grundstücke besorgen. Das Projekt liegt derzeit auf Eis, weil die Gemeinde Affing nicht mitzieht. Dort hat man Bedenken, weil dieser Radweg die Planung für die seit Jahrzehnten diskutierte Nordumfahrung tangiert, die zwischen dem Weiler Katzenthal und dem Ortseingang Affing von der Staatsstraße ausschwenken soll. In Aindling gab es zwischenzeitlich Überlegungen, den Radweg zumindest zwischen Weichenberg und Katzenthal zu bauen. Aber auch da gibt es Gegenargumente: Dann würden die Radler ausgerechnet an der besonders gefährlichen und kurvigen Stelle südlich des kleinen Ortes auf der gefährlichen Staatsstraße stehen. Für Andreas Reiner ist es jedenfalls höchste Zeit, dass sich hier was tut: Aus seinem Kollegen- und Freundeskreis würden mehrere die Strecke mit dem Rad fahren: Das besagte Stück sei für „alle ein Horror“.

Radler-Umfrage: Das sind die Defizite im Kreis

Für Simon Griesbeck, ebenfalls aus Affing, ist der fehlende Fahrradweg zwischen dem Friedberger Stadtteil Derching und Affing ein „sehr großes Defizit“. Vor allem im Sommer werde diese Verbindung über den Affinger Ortsteil Frechholzhausen von sehr vielen Radfahrern genutzt. Aufgrund der zahlreichen Kurven und der schlechten Einsicht durch die Lage im Wald sei das Radfahren auf dieser Strecke ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Die Verbindung über Mühlhausen und Lechhausen ist für Griesbeck keine hinzunehmende Alternative, vor allem, wenn das eigentliche Ziel Friedberg sei, da dies einen erheblichen Umweg mit sich bringe. Bereits zweimal hat der Affinger Bürgermeister Markus Winklhofer versucht, den Radweg zumindest vom Affinger Sportgelände bis nach Frechholzhausen im Haushalt unterzubringen. 2016 und 2017 fiel das Projekt den Streichkonzerten bei den Etatberatungen zum Opfer. Auch Friedberg habe bis dato kein Interesse gezeigt, den Weg ab der Gemeindegrenze bis Derching weiterzuführen, so Winklhofer.

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Martin Neukäufer aus dem Aindlinger Ortsteil Stotzard wünscht sich generell ein besseres Radwegenetz in der Marktgemeinde. Wie berichtet, war das auch Thema auf der Bürgerversammlung in Stotzard. Dort scheitert es nicht am Willen der Gemeinde, sondern an den Grundstücken. Rentner Neukäufer weitst darauf hin, dass die Bürger aus den Ortsteilen für alle Besorgungen nach Aindling müssen. Nur dort gebe es Rathaus, Ärzte, Apotheke, Supermarkt, Metzgerei, Bäckerei, Schule, Kindergarten oder Altenheim.

„Ich wohne in Dasing im Ortsteil Wessiszell“, schreibt Dieter Reif. „Der Ortsteil ist weder mit einem Radweg noch mit einem Fußweg mit dem Hauptort Dasing verbunden. Die Verbindung besteht nur aus einer Kreisstraße und Dasing ist verkehrstechnisch nur mit dem Auto zu erreichen.“ Der Gemeindeverwaltung sei dies seit Jahren bekannt, sie finde aber keine Lösung, bedauert Reif.

Volker Schmidt aus Friedberg fährt jeden Werktag mit dem Fahrrad zum Bahnhof Augsburg-Hochzoll und wieder zurück. Dabei werde er regelmäßig an den Ein- und Ausfahrten von Autofahrern gefährdet und bedroht. Wenn man die Autofahrer darauf hinweise, dass ihr Verhalten mindestens eine Ordnungswidrigkeit darstelle, ernte man dabei fast ausnahmslos Unverständnis. Auch biegen nach seiner Erfahrung viele Autofahrer in diese Einfahrten ein, ohne auch nur geringfügig auf nahende Fahrradfahrer oder Fußgänger zu achten – in dem Sinne: Als Autofahrer habe ich immer Vorfahrt. (mit gth)

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