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Konzert

01.06.2015

„Die vier Jahreszeiten“ erklingen mit Marimba

Perfektes Zusammenspiel dreier hochkarätiger Musiker: (von links) Angela Rossel (Violine), Ruth Maria Rossel (Violoncello) und Thomas Hasreiter (Percussion) begeisterten am Samstagabend in der Evangelischen Kirche in Aichach.
Bild: Vicky Jeanty

Angela und Ruth Maria Rossel präsentieren mit Thomas Hasreiter „musikalische Schnappschüsse“ in der Paul-Gerhard-Kirche in Aichach. Das Programm ist beeindruckend und zugleich überraschend

Musikalische Miniaturen beziehungsweise „Snap Shots“ als regelrechte Schnappschüsse aus der barocken und zeitgenössischen Musikwelt präsentierte das Trio Angela und Ruth Maria Rossel (Violine und Violoncello) mit Thomas Hasreiter (Marimba und Percussion) am Samstagabend in der Evangelischen Kirche in Aichach. Drei professionelle Musiker, deren virtuoses Spiel zu Recht von Bürgermeister Klaus Habermann als „musikalisches Schmankerl“ angekündigt worden war. Antonio Vivaldis „Le quattro stagioni“ war ebenso zu hören wie „He’s a pirate“ aus dem Film „Fluch der Karibik“. Auf Arcangelo Corellis „La Follia“ folgten experimentelle „Snap Shots“ eines Ulrich Schultheiss, tragisch-schmachtende Tango-Klänge eines Carlos Gardel, die dann mit Nino Rotas Titelmelodie aus „Der Pate“ eine nicht minder düstere Interpretation lieferte.

Angela und Ruth Maria Rossel studierten Violine und Violoncello an Musikhochschulen im In- und Ausland. Sie wurden mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, haben Lehraufträge und präsentierten vor Kurzem ihre CD mit eigenen Kompositionen. Thomas Hasreiter studierte Schlagzeug an der Augsburger Musikhochschule, wo er seit 2010 einen Lehrauftrag innehat. Als Trio sind die drei Musiker fest etabliert, sie treten zudem als Solisten auf und spielen in verschiedenen Orchestern.

Ihr Programm in Aichach, traditionelle Musik und eine Mischung moderner Stilrichtungen und Genres, beeindruckte und überraschte. Eine Marimba in den „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi, Percussion beim Tango von Aleksey Igudismann und Carlos Gardel? Das ergab eine Fülle an stimmiger, überraschend klangvoller Harmonie. Mal diskret, mal mit Schwung ließ Hasreiter die Klöppel über die Marimba fliegen, setzte sein Schlagzeug gefühlvoll ein. Das Zusammenspiel mit den überaus konzentriert agierenden Streicherinnen faszinierte. Beeindruckend insgesamt, mit welcher Professionalität das Trio auch weniger eingängige Melodien zu Gehör brachte. Der Komponist Ulrich Schultheiss hatte eigens für die Musiker seine „Snap Shots“ arrangiert, von denen fünf vorgetragen wurden. Jede einzelne der weiteren Kompositionen verführte in eigene Welten. Werkauszüge und Arrangements von Gino Castelli, Karl Jenkins, Alice Gomez, Aleksey Igusdismann, Carlos Gardel, gefolgt von den Filmmusikern Henry Mancini, Nino Rota, Jim Henson, Hans Zimmer weckten Stimmungen und Gefühle, erzeugten Spannung, wollten mit Fantasie umgesetzt werden. Die grazilen Schwestern Rossel und ihr aufmerksamer Partner Hasreiter ließen sich mit großer Hingabe auf ihr vielfältiges Repertoire ein, experimentierten und konzertierten raffiniert. Eine Augenweide und ein Ohrenschmaus das Ganze.

Fast hätten auch die kircheneigenen Glocken eine tragende Rolle gespielt. Punkt 20 Uhr bebte das kleine Kirchenschiff, glücklicherweise just zwischen zwei Stücken. Die Musiker nahmen es gelassen, humorvoll, stimmten derweil ihre Instrumente neu ein, bis die Glocken wieder schwiegen. Am Ende gab es eine Zugabe, herbeigeklatscht von den wenigen, aber dafür begeisterten Zuhörern.

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