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Realschule

25.10.2013

Durch Kartoffeln waten mit Tomaten an den Ohren

Gedächtnistrainer Gregor Staub demonstriert in Affing Lern-Tricks, damit die Schüler Lernstoff besser bewältigen

Affing Mit einer Wette hat Gedächtnistrainer Gregor Staub die Affinger Realschüler gleich am Anfang gewonnen: „Ich wette mit Euch, dass ihr in zehn Minuten einen Einkaufszettel mit 20 Dingen auswendig lernen könnt oder die letzten zehn Präsidenten der USA lernt.“ Staunend und etwas ungläubig lauschen die in der Turnhalle versammelten Schüler dem Schweizer Gedächtnisspezialisten.

Staub hat die Methode des „mega memory“ entwickelt. Ziel dieser Lernstrategie ist es, Lernstoff schneller zu speichern oder beispielsweise in Mathematik leichter im Kopf zu rechnen. Die Methode soll sowohl Kindern beim Lernen als auch Erwachsenen helfen, geistig fit zu bleiben.

Auf Initiative von Realschulrektorin Sigrid Kehlbach brachte Staub den rund 330 Schüler der Affinger Realschule und deren Eltern die Methode für schnelleres, sicheres und längeres Speichern von Informationen näher. „Wie kann ich große Stoffmengen bewältigen, wie motiviere ich mich zu lustvollem Lernen, wie aktiviere ich mein Namens- und Zahlengedächtnis oder bewältige Lernklippen – die Themen waren mannigfaltig und äußerst plastisch dargestellt“, erläutert Rektorin Kehlbach. „Wir wollten den Schülern einen unterhaltsamen, aber effektiven Umgang zum Thema Lerntechniken und -strategien über einen externen Fachmann anbieten.“

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Bei den Schülern kam der Gedächtnistrainer gut an. Sie wissen jetzt: Beim Einkaufszettel ist eine hilfreiche Strategie die Visualisierung der einzelnen Produkte und die Verknüpfung mit einer Tat oder einem Körperteil. Stehen auf der Liste Kartoffeln, Karotten und Tomaten wäre die Vorstellung durch Kartoffeln zu laufen, eine Karotte am Knie hängen zu haben und Tomaten an den Ohren. Im Supermarkt könne man die Gegenstände durch die Geschichte und die Körperteile abrufen, riet der Experte.

Der Fachmann gab zu: „Lange Zeit hatte ich selbst Schwierigkeiten, mir Dinge zu merken. Ich hatte das als gegeben hingenommen. Bis ich eines Tages am Flughafen stundenlang mein Auto suchte, aber mit dem Zug angereist war. Da beschloss ich, eine Lösung zu finden …“ Das war der entscheidende Moment, der Staub zu seiner Tätigkeit als Gedächtnistrainer brachte. Er entwickelte mit Studenten der Universität Zürich unterschiedliche Mnemo-Techniken zu verschiedenen Aufgaben. Das umfangreiche Trainings-Programm, das sich daraus entwickelte, vermittelt der Betriebsökonom nunmehr seit beinahe 20 Jahren. „Mnemo-Techniken sollten im Unterricht aller Schulformen eingesetzt werden, da das Maß an Informationen, denen Schülern ausgesetzt sind, immens ist“, findet Staub. Eine wissenschaftliche Studie der Universität Kiel hat deren Wirksamkeit bereits 2006 im pädagogischen Alltag untersucht und bestätigt. (AN)

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