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Kommunalpolitik

08.01.2020

FDP-Wahlziel: Aus eins mach drei im Kreistag

Karlheinz Faller
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Karlheinz Faller

Passend zu Dreikönig geben Liberale ambitionierte Ziele auch für Stadträte aus

Aus eins mach drei oder zumindest zwei. Dieses Ziel der drei FDP-Einzelkämpfer in Kommunalparlamenten im Wittelsbacher Land hat jetzt so gar nichts mit den Heiligen Drei Königen zu tun, passt aber zum traditionellen Pressegespräch der Liberalen zu Dreikönig. Sie wollen nach der Wahl im März nämlich nicht mehr länger allein ihre Partei in den jeweiligen Gremien vertreten. Kreisvorsitzender und Kreisrat Karlheinz Faller möchte künftig zu dritt im Blauen Palais arbeiten. Auch Bürgermeisterkandidatin Cornelia Böhm will zwei weitere Mitstreiter im Friedberger Stadtrat. Patrick Kügle hat zwar auf eine Bürgermeisterkandidatur verzichtet. Im Aichacher Stadtrat soll sich die Zahl der Mandate der Liberalen aber dennoch auf alle Fälle verdoppeln.

Das sei zwar ambitioniert, räumen die drei Kommunalpolitiker ein, doch durchaus machbar. Ihre Partei habe im Landkreis vergleichsweise wenige Mitglieder, sei aber personell und programmatisch gut aufgestellt. Faller betont, dass die Kreistagsliste nahezu den ganzen Landkreis und ein breites Spektrum der Bevölkerung abdecke. Die wirtschaftlichen Probleme der Kliniken, beherrschendes Thema des vergangenen Jahres, werde die Kreispolitik auch heuer stark fordern, sagt Faller. An der Ablösung von Geschäftsführer Krzysztof Kazmierczak im Spätsommer habe nach der deutlichen Verschlechterung kein Weg vorbei geführt: „So schwer mir die Entscheidung auch gefallen ist.“ Denn Kazmierczak habe zuvor über Jahre hinweg sehr gute Arbeit geleistet und die Kliniken und damit den Kreis aus hohen Defiziten herausgeführt, erinnert Faller.

Für den FDP-Politiker ist eine der wichtigsten Fragen der Kreispolitik, wie ausreichend Personal für die medizinische Versorgung und Pflege der immer älter werdenden Bevölkerung gewonnen werden kann. Faller hat einen Antrag und Vorschläge eingereicht. Zum Beispiel die Errichtung einer weiteren Fachschule und Schaffung von günstigem Wohnraum für Pflegekräfte. Dazu soll auch deutlich gemacht werden, dass diese Berufe nicht nur sicher und sinnstiftend sind, sondern auch attraktiv und besser bezahlt als viele Menschen denken. Weitere Themen der Liberalen auf Kreisebene sind die Ausstattung der Schulen, speziell der Technikausbau für digital gestützte Bildungsangebote. Faller liegt da vor allem der Unterricht an den Berufsschulen am Herzen. Das sei für die Akzeptanz durch die Ausbildungsbetriebe von großer Bedeutung. In Sachen Infrastruktur sollen Umgehungsstraßenprojekte (Affing, Inchenhofen), mittelfristig ein zweites Gleis für die Paartalbahn und CO2-freie Züge unterstützt werden. Sehr spannend findet Faller die Idee für eine Magnetschwebebahn-Trasse auf dem Mittelstreifen der Autobahn A8 zwischen Augsburg und München-Pasing (wir berichteten).

FDP-Wahlziel: Aus eins mach drei im Kreistag

Der Dasinger Faller tritt auf der Kreistagsliste übrigens mit dem Wohnort Friedberg an. Er ist dort aufgewachsen und hat dort seinen Zweitwohnsitz. Er bleibe Dasing natürlich verbunden. Die Ortsangabe hat wahltaktische Gründe. Bei der Landtagswahl 2018 fehlten Faller nur 80 Stimmen für den Einzug ins Maximilianeum. Mit der Angabe des Wohnorts Friedberg hätte es vielleicht gereicht.

Für Cornelia Böhm stellt sich diese Überlegung nicht. Sie lebt in Friedberg. Die Stadträtin und Bürgermeisterkandidatin hat eine Fülle von Themen. Ein Schwerpunkt ist aber die verkehrsfreie Innenstadt. Ein Dauerbrenner der Friedberger Kommunalpolitik. Der nächste Schritt sei mehr Klarheit über die Regelungen für alle Verkehrsteilnehmer. Ihr Fazit zur aktuellen Stadtpolitik: Es sei vieles angestoßen und in Auftrag gegeben worden: „Passiert ist aber fast nichts.“

Da fällt die Bilanz von Patrick Kügle über die Arbeit des Aichacher Stadtrats und des SPD-Rathauschefs Klaus Habermann („guter Bürgermeister, erstklassige Verwaltung“) doch ganz anders aus als die von Böhm über Roland Eichmann (ebenfalls SPD). Nicht glücklich ist Kügle allerdings über den Anbau ans Aichacher Verwaltungsgebäude: Das sei nicht schön und zu teuer. Seine Ziele und Ideen für die Stadt: grundlegende Überholung der Freibads, Netzwerke für Nachbarschaftshilfe und Konsumgüter-Teilung, eine digitale Verkaufsplattform für den regionalen Handel und eine autonom fahrende Ringbuslinie zwischen Bahnhof, Stadtplatz und Milchwerk.

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