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Veranstaltung

15.06.2019

Feurige Konzertklänge im Schorner Stadl

Feurige Konzertklänge im Schorner Stadl
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Das Musikkorps der Bundeswehr gastiert im Schorner Feldstadl. Die Benefizveranstaltung in dem Pöttmeser Ortsteil für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge begeistert die zahlreichen Besucher

Der über 100 Jahre alte Schorner Feldstadl erwies sich am Donnerstagabend dank seiner Akustik einmal mehr als grandiose Spielstätte für herausragende Musik. Das Musikkorps der Bundeswehr gab vor großem Publikum eine umjubelte Darbietung. Der Erlös der Benefizveranstaltung geht an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

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Ein Anlass zur Freude war das Konzert sowohl für die Musiker wie auch für die Veranstalter und die Besucher. Chefdirigent Oberstleutnant Christoph Scheibling lobte die „fantastische Kulisse“ des Stadls, den er in einem Atemzug mit der Elbphilharmonie, dem Kölner Dom oder dem Münchener Herkulessaal nannte. Kulturreferentin Baronin Ludwiga Herman hatte die Veranstaltung organisiert und war wie Bürgermeister Franz Schindele erfreut über den vollen Stadl.

Alfons Weber, stellvertretender Vorsitzender des Volksbundes Schwaben und stellvertretender Bezirkstagspräsident Schwaben, umriss die Kriegsgräberfürsorge des Volksbundes. Dessen Anliegen sei es, „gemeinsam für den Frieden“ zu sensibilisieren und die Erinnerung an die Millionen Toten beider Weltkriege zu pflegen.

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Das sinfonische Blasorchester setzte erste zackige Akzente mit dem traditionellen Taxis-Marsch. Der sei ein Muss und stehe quasi stellvertretend für die bekannten Armeemärsche, die seine Musiker auf mehreren CDs eingespielt hätten, betonte der Dirigent. Als „Referenz an den Süden“ folgte die fanfarenartige Hymne zur Eröffnung der Münchner Kunstausstellung 1897 von Richard Strauss. Die reduzierte Fassung mit lyrischen Passagen hatte Stabsfeldwebel Guido Rennert arrangiert. Der Klarinettist des Musikkorps’ ist selbst Komponist sinfonischer Blasmusik und gleichzeitig ein begnadeter, feinfühliger „Hausarrangeur“ des Ensembles. Aus dem reinen Blasorchester glaubte man beim etwas anderen „Lindenbaum“ des Komponisten Friedrich Silcher zumindest andeutungsweise Streicher-Klänge herauszuhören. Das bekannte romantische Kunstlied, das bereits Robert Schumann verewigt hat, erklang in neu gesetzten Klangfarben – gleichermaßen berührend, vertraut und melancholisch.

Klanggewaltig und großartig im musikalischen Spannungsbogen, setzte die Lohengrin-Fantasie nach Motiven von Richard Wagners berühmter Oper kurz vor der Pause furiose Akzente. Guido Rennerts Arrangement folgte der Chronologie der dreiaktigen Oper. „Der Stadl hält einiges aus“, scherzte der Dirigent. Die akustische Standfestigkeit bewies er auch bei Tschaikowskys Festouvertüre 1812. Die „Schlachtenmusik“, die des Sieges Russlands über Napoleon gedachte und 1882 in Moskau uraufgeführt wurde, gelte als meistgespieltes Werk des Komponisten, so der Dirigent. Die musikalische Struktur glich einem Schlachtplan – von der Aufstellung des Heers über den Kampflärm bis zur Siegeshymne. Mit abwechselnd feierlichen, folkloristischen und knallharten, wie Kanonengeschosse daherkommenden Klängen, zogen die Musiker in der Schlussphase alle Schlagzeugregister und ließen den Stadl schier erbeben.

Von dem kurzen Marsch nach Motiven von Giacomo Meyerbeers Oper „Die Hugenotten“ ging es in die schottischen Highlands. „Spirit of Scotland“ erwies sich als Collage alter und neuerer schottischer Musik, mit gelegentlichen Dudelsack-Klängen, die allerdings ohne besagtes Instrument auskamen.

Eine Zugabe sowie die Europa- und die Deutschlandhymne beendeten eine umjubelte Vorstellung exzellenter Musiker. Es gab kleine Präsente für die Macher der Veranstaltung – unter anderem für die Stadt München als Hausherr des Stadls und an die Schorner Vereine für die Bewirtung und Bestuhlung. Die Musiker bekamen ein Bier – auf ausdrücklichen Wunsch der Kulturreferentin.

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