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Interview

13.05.2015

Freibier soll aus Burschen Kirchgänger machen

Pater Michael

Pater Michael hat dem Sielenbacher Verein ein verlockendes Angebot gemacht. Die Idee ist aber geklaut.

Pater Michael, Sie haben bei der Fahnenweihe des Sielenbacher Burschenvereins 100 Liter Freibier ausgelobt. Ihre Bedingung für das Geschenk ist, dass bis Jahresende stets fünf Burschen und zwei Festdamen zum Sonntagsgottesdienst kommen, wobei auch Samstagabend erlaubt ist. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Das ist eigentlich gar nicht meine Idee. Der Burschen- und Mädchenverein Randelsried-Asbach hat mich darauf gebracht. Dieser hatte das Patenamt für die Sielenbacher Burschen nur unter der Voraussetzung übernommen, dass bis zur Fahnenweihe jeden Sonntag fünf Personen des Vereins in die Kirche gehen. Das haben die Sielenbacher mit ihren 100 Aktiven locker geschafft. Ich dachte mir, damit der Kirchenbesuch nicht abrupt abreißt, verlängere ich die Aktion und lobe als Motivation Freibier aus.

Und das stellen Sie nicht nur den Sielenbacher Burschen in Aussicht.

Richtig, ich habe in diesem Monat drei Burschenvereine, die ihre Fahnenweihe feiern. Das Angebot habe ich auch den Burschen in Wollomoos schon gemacht und werde es Ende Mai auch in Oberzeitlbach tun. Für alle gelten die gleichen Spielregeln.

Trinken Sie das Bier selbst, wenn es die Vereine nicht gewinnen?

Nein, natürlich nicht. Wenn Wollomoos verliert, bekommt es der Patenverein Oberzeitlbach. Wenn Oberzeitlbach verliert, geht deren Bier an die Burschen in Altomünster. Wenn Sielenbach verliert, freuen sich die Randelsrieder-Asbacher Burschen und Mädchen.

Bei der Sielenbacher Fahnenweihe haben Sie noch mit einer anderen Aktion Aufsehen erregt. Sie ließen drei Burschen die Augen verbinden und eine Fahne von Borussia Dortmund hochhalten. Warum?

In meiner Predigt ging es um das Thema Liebe und dabei auch um Toleranz und Akzeptanz. Mit dieser Aktion wollte ich ausdrücken, dass der Dortmund-Fan genauso viel wert ist wie der Bayern-Fan.

Sind Sie Dortmund-Fan?

Ja. Wahrscheinlich der einzige weit und breit.

Warum Dortmund?

Weil ich während meines Theologie-Studiums ein Praktikum in Dortmund absolviert und dabei Unterricht in einer 9. Hauptschulklasse gegeben habe. Das Einzige, was die Schüler zusammengebracht hat, war die Borussia. Und das hat mich fasziniert.

Haben Sie noch andere ungewöhnliche Ideen, wie mehr Leute in die Kirche gelockt werden können?

Ja, wir haben immer wieder Aktionen, die auch Menschen ansprechen, die sonst nicht so oft in die Kirche gehen. Das ist mir sehr wichtig. Zum Beispiel das Projekt „Kirche im Dunkeln“, bei dem zu einer Lasershow moderne Lieder gespielt werden. In Altomünster kamen dazu kürzlich 500 Leute. Am Samstag vor dem ersten Advent bieten wir die Veranstaltung in Maria Birnbaum in Sielenbach an.

Interview: Evelin Grauer

Pater Michael De Koninck ist 43 Jahre alt und gebürtiger Belgier mit einer deutschen Mutter. Er arbeitet seit sieben Jahren im Pfarrverband Altomünster. Seit drei Jahren ist er zudem in der Sielenbacher Pfarrei und in der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum tätig.

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