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Hollenbach

19.01.2019

Gegenwind für Fotovoltaikanlagen bei Hirschbach

Nicht alle sind mit Fotovoltaikanlagen bei Hirschbach einverstanden. (Symbolfoto)
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Nicht alle sind mit Fotovoltaikanlagen bei Hirschbach einverstanden. (Symbolfoto)
Bild: Wieser

Mehr als 70 Bürger informieren sich über zwei geplante Anlagen auf Hollenbacher Flur. Energiebauern und Sonnenenergie Aic wollen Flächen nutzen

21. Februar: Diesen Termin sollten sich die Mitglieder des Gemeinderats von Hollenbach schon jetzt vormerken. An diesem Donnerstagabend steht für sie eine besonders wichtige Sitzung an, ein Punkt auf der Tagesordnung im öffentlichen Teil beinhaltet eine ungewöhnliche Brisanz: Stellt die Gemeinde einen Bebauungsplan auf, um für zwei Fotovoltaikanlagen, die auf freier Fläche bei Igenhausen und Schönbach geplant sind, Baurecht zu schaffen? Welche Bedeutung dieses Thema bei der Bevölkerung hat, das wurde am Donnerstag bei einer Infoveranstaltung auf der Inghauser Alm deutlich. Über 70 Bürger waren gekommen, darunter nur wenige Frauen.

Der Hollenbacher Bürgermeister Franz Xaver Ziegler, der den Abend moderierte, stellte am Ende im kleinen Kreis klar: Egal wie die Gemeinde entscheidet, sie hat das letzte Wort in dieser Angelegenheit. Dagegen sind auch keine Rechtsmittel möglich.

Zunächst stellten die Geschäftsführer der Energiebauern GmbH, die am 22. August 2018 den Antrag auf einen Bebauungsplan eingereicht hatten, und der Chef der Sonnenenergie Aic GmbH, der kurz vor dem Jahreswechsel in gleicher Weise aktiv wurde, ihre Vorhaben vor.

Dann wurde eine Stunde debattiert, zumeist sachlich und vorwiegend kritisch. „Ich sehe das als Energieproduktion der Zukunft an“, sagte Gemeinderätin Theresia Isele-Juraske: „Ich sehe hier zwei seriöse Firmen, ich denke, wir können ihnen vertrauen. Ich kann mich aber mit dieser Konzentration der Flächen nicht anfreunden.“ Dafür gab es Applaus. Paul Pfundmeier, ebenfalls ein Mitglied des Gemeinderats, nahm Stellung zur Aussage der beiden Antragsteller, die versichert hatten, die Gewerbesteuer würde in der Gemeinde bleiben: „Ich habe als Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses keinen Euro und keinen Cent von der ersten Anlage gesehen.“ Im Süden der Straße von Igenhausen nach Hirschbach wird bereits seit Jahren Solarenergie erzeugt.

Warum die Fotovoltaikanlagen kritisch gesehen werden

Kritische Anmerkungen waren nicht zuletzt von betroffenen Jägern zu hören. Im Raum Igenhausen konnten bisher auf einer Fläche von 800 Hektar Tiere gejagt werden, künftig würden es 50 bis 80 Hektar weniger sein, sollten die vorgelegten Pläne umgesetzt werden, hieß es. Nicht nur die umzäunten Gebiete für die Module würden wegfallen, die Wege für das Wild würden zusätzlich reduziert. Martin Bichler von den Energiebauern kündigte an, dass man für einen finanziellen Ausgleich sorgen wolle.

Wenn eine Solaranlage auf freier Fläche zur Debatte steht, wird immer wieder auf das Landschaftsbild verwiesen, das darunter zu leiden habe. Berta Arzberger beispielsweise sagte: „Früher war Igenhausen wirklich schön.“ Das habe sich auf Grund der vielen Bauprojekte verändert. Nicht nur sie beklagte eine Umwandlung wertvoller Ackerfläche und plädierte dafür, Strom auf Hausdächern zu erzeugen. Josef Higl, der vor Jahren im Gemeinderat mitwirkte, merkte an: „Für mich sind PV-Anlagen in der Größenordnung ein Fremdkörper.“

Mit einem Anflug von Ironie erklärte Bürgermeister Ziegler in seinem Schlusswort: „Wir freuen uns riesig auf die Februar-Sitzung.“ Gemeinderat Manfred Stark sagte dazu: „Für mich wird das eine schwierige Entscheidung.“

Bürgermeister Ziegler hatte eingangs davon berichtet, dass es eine gewisse Verwirrung darüber gegeben habe, ob die Einspeisevergütung niedriger ausfalle, wenn der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan erst in diesem Jahr zustande komme. Die Bundesnetzagentur habe inzwischen wissen lassen, dass sich daran derzeit nichts ändere.

Die Module sollten in Ost-West-Richtung aufgestellt werden, hieß es von Seiten der Sonnenenergie Aic. Eine Geräuschkulisse sei überhaupt nicht mehr wahrnehmbar. Zudem seien die Projektflächen kaum einsehbar. Teilnehmer aus Hirschbach fürchteten im Gegensatz dazu, beim Blick aus ihren Fenstern würden sie nur noch Anlagen sehen.

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