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Gemeinderat II

07.11.2019

Ist Montessori von Vor- oder Nachteil für Inchenhofen?

Die Entscheidung, der Schule einen Standort anzubieten, fällt knapp aus. Eine Sorge gilt dem Verkehr

Die Gespräche über einen möglichen Standort für die Montessori-Schule laufen im Gemeinderat Inchenhofen schon einige Monate. Das Thema war auch an einem Runden Tisch im Landratsamt und in einer nicht öffentlichen Sondersitzung des Gemeinderates besprochen worden.

In der Sitzung am Dienstagabend diskutierten die Gemeinderäte erneut. Das erwartete Verkehrsaufkommen und Nachteile für die Gewerbetreibenden in der Gemeinde sprachen für einige Räte gegen das Projekt. Die Entscheidung, der Montessori-Schule einen Standort anzubieten, fiel knapp aus.

Von den beiden möglichen Standorten, die ursprünglich im Gespräch gewesen waren, war nur einer übrig geblieben: eine Fläche nördlich des jetzigen Gewerbegebietes, die im Besitz der Gemeinde ist. Dort könnten neben der Schule auch eine Mehrzweckhalle mit Parkplätzen und eine Gewerbefläche entstehen.

Zweiter Bürgermeister Johann Schweizer wollte der Montessori-Schule kein Grundstück zusichern, solange er nicht den Vertrag zwischen Schule und Gemeinde kennt. Es gehe um eine Grundsatzentscheidung, sagte Bürgermeister Karl Metzger. „Ob Montessori das akzeptiert und hier bauen will, ist eine andere Sache.“

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass auch in der Nachbargemeinde Hollenbach eine Anfrage der Schule laufe. Metzger zum Gemeinderat: „Ich möchte mich nicht der öffentlichen Kritik stellen, wenn wir es ablehnen und alles wieder nach Hollenbach geht.“

Mit einer Grundsatzentscheidung sei noch kein Gewerbegebiet verkauft, sagte Lorenz Nefzger. Es gebe kleine Risiken, die aber überschaubar seien, fand Wolfgang Mokosch. „Insgesamt bringt es das Gewerbegebiet nach vorne.“ Auch könne die Gemeinde damit „die nie endende Geschichte der Mehrzweckhalle“ zu einem Ende bringen.

Für Rainer Tremmel ging es um die Grundfrage, was eine Montessori-Schule der Gemeinde bringe. „Wir müssen mit Sicherheit mit sehr viel mehr Verkehrsaufkommen rechnen.“ Auch befürchtete er eine Konkurrenz zur Grundschule am Ort. Ein weiterer Grund, weshalb er dem Vorhaben skeptisch gegenüberstand, war, dass es potenzielle Käufer für gewerbliche Flächen auf dem Areal gibt, das für die Schule vorgesehen ist.

Robert Müller sagte nicht nur der Standort zu. Er hielt die Schule auch für eine Aufwertung der Ortschaft. Heinrich Schoder sah dagegen erhebliche Nachteile und Risiken für die Gemeinde: „Möglicherweise sogar finanzielle Themen, die an uns hängen bleiben können.“

Für Andrea Schmidberger, die laut eigener Aussage eigentlich ein Fan dieser Schulform ist, überwogen ebenfalls die Nachteile. Etwa drei Viertel der rund 250 Schüler sollen aus Aichach kommen, der Rest aus Pöttmes. Mit Blick auf den erwarteten Verkehr sagte sie: „Mit diesem Standort habe ich Bauchschmerzen.“

So ging es auch Klaus Strobl. Bei einem Grundstück im Süden der Gemeinde würde die Verkehrsbelastung deutlich reduziert werden, fand er. „Beim Verkehr müssen wir grundsätzlich etwas tun“, sagte Schoder. Michael Rigl stand früher hinter der Idee einer Montessori-Schule in der Gemeinde. Inzwischen gebe es „viele Fakten, die mich einfach stören“.

Neun von 15 Gemeinderäten stimmten schließlich zu, mit der Konzeptplanung der Schule in die Verhandlung zu gehen. Dagegen stimmten Tremmel, Rigl, Schmidberger, Schoder, Schweizer und Cäcilia Reiner. (drx)

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