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Aichach-Friedberg

10.01.2019

Jugend ist über vier Stunden täglich auf Facebook und Co.

Eine Studie hat Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren befragt, wie häufig sie in sozialen Netzwerken unterwegs sind.
Bild: Andrea Warnecke, dpa (Symbolfoto)

Soziale Medien können süchtig machen. Trotzdem sollte man Instagram und Snapchat nicht direkt verteufeln: Ein Experte erklärt, warum.

Schlechte Nachricht: Eure Eltern hatten recht. Facebook, Instagram und WhatsApp können abhängig machen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Krankenkasse DAK und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen.

Auch in den USA wird seit einiger Zeit heftig über die Gefahren der sozialen Netzwerke diskutiert. Als einer der schärfsten Kritiker profiliert sich ausgerechnet Geschäftsmann Roger McNamee. Er investierte viel Geld in Facebook. Jetzt fordert er, soziale Medien genauso zu regulieren wie Tabak und Alkohol, da von ihnen Suchtpotenzial ausgehe – gerade für junge Menschen. Die Studie aus Deutschland scheint das zu bestätigen. Marktforscher haben 1001 Jugendliche von zwölf bis 17 Jahren befragt, wie häufig sie soziale Netzwerke besuchen und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben. Die meisten (85 Prozent) berichteten, jeden Tag online zu sein.

Experte: Jugendliche können von sozialen Netzwerken profitieren

Fast jedes dritte Mädchen verbringt über vier Stunden am Tag auf Facebook und Co, bei den Jungs ist es jeder Fünfte. Die Folgen für Jugendliche: Sie streiten sich mit ihren Eltern über die Dauernutzung von Laptop und Handy, schlafen zu wenig und sind offline unzufrieden. Jeder Dritte nutzt Facebook und Co., um sich von Unangenehmem abzulenken, und jeder Zehnte kann oft an nichts anderes denken als daran, wann er wieder ins Netz abtaucht.

Insgesamt zeigten 2,6 Prozent der Jugendlichen einen problematischen Gebrauch sozialer Medien, so die Studie. Alle Accounts zu löschen, wäre aber übertrieben, denn sie haben auch ihr Gutes. Rainer Thomasius, Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie und ärztlicher Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen im Kindesalter, sagt: „Viele Jugendliche profitieren in ihrer Identitätsentwicklung davon, in kürzester Zeit verschiedene Selbstdarstellungen auszuprobieren und darauf entsprechende Rückmeldung von der Internetgemeinschaft zu erhalten.“

Lesen Sie dazu den Artikel: Jüngere wollen 2019 das Smartphone weniger nutzen

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