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Adelzhausen

28.08.2019

Landmannsdorf: Leben an der Quelle der Ecknach

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5 Bilder
Auf dem Schweinemasthof der Familie Oswald ist heute reges Treiben. Über 20 Ferienkinder aus Adelzhausen und Sielenbach verbringen ein paar Stunden mit den Tieren, dabei werden sie von Elisabeth und Franz-Xaver Oswald (links) schon das achte Jahr in Folge begleitet. Die sechsjährige Alba strahlt über beide Ohren, als sie ein wenige Stunden altes Ferkel im Arm halten darf.
Bild: Alice Lauria

Plus Gut 200 Menschen leben im größten Adelzhausener Ortsteil Landmannsdorf. Darunter zwei Familien in Vollerwerbsbetrieben, Zugezogene und ein Westernreiter.

Auch der Sommer daheim hat viele tolle Seiten. Wie die in den Gemeinden im AN-Verbreitungsgebiet aussehen, zeigen wir auch heuer in unserer Sommerserie „Sommer in ...“. Heute sind wir im Adelzhausener Ortsteil Landmannsdorf.

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Einst war das Kirchdorf Landmannsdorf eine Ansiedlung von 13 landwirtschaftlichen Betrieben. Heute ist es der größte Ortsteil der Gemeinde Adelzhausen. Die Zahl der Höfe hat sich in den vergangenen 30 Jahren auf zwei verringert. Die Einwohnerzahl des Ortes hat sich dagegen mehr als verdoppelt. Gut 200 Menschen leben und arbeiten aktuell in dem beschaulichen Ort.

Bereits in der römischen Kaiserzeit war das an der Quelle der Ecknach gelegene Dorf besiedelt. Man fand die Reste einer Ziegelei aus dieser Zeit. 1918 wurde Landmannsdorf der Gemeinde Burgadelzhausen zugeordnet. Durch die kommunale Neuordnung Bayerns im Juli 1976 wurden beide schließlich Ortsteile von Adelzhausen.

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St. Sebastian in Landmannsdorf

Besonders ins Auge sticht die katholische Filialkirche St. Sebastian aus dem 17. Jahrhundert, die leicht erhöht über dem Ort zu sehen ist. Gegenüber der malerischen Kirche, auf dem Hof der Familie Oswald herrscht an diesem Tag reges Treiben. Die Tochter des Hofes, Elisabeth Oswald, organisiert im Rahmen des Ferienprogramms bereits im achten Jahr einen Ausflugstag auf dem Bauernhof für Kinder von vier bis sieben Jahren. Mit Begeisterung springen die Kinder vom Hühner- in den Ponystall, zum Kaninchenstreicheln und dann wieder dem Katzenbaby Tony hinterher. Man merkt den Kindern die Freude im Umgang mit Tieren und in der Natur an. Das Damwildgehege am Rande eines Waldes mit über 15 Tieren begeistert die Kinder restlos.

Höhepunkt für die Adelzhausener und Sielenbacher Ferienkinder

Der Höhepunkt für die Adelzhauser und Sielenbacher Ferienkinder ist der Schweinestall mit Ferkeln, einige erst wenige Stunden alt. Die Mutigeren dürfen eins der kleinen Schweinchen sogar auf den Arm nehmen. Unter ihnen ist die kleine Alba. Hinterher erzählt sie begeistert: „Das war ganz toll, weil das Ferkel so klein war. Und es hatte sogar noch die Nabelschnur dran.“

Neben der Schweinemast der Familie Oswald gibt es nur noch einen weiteren Vollerwerbsbetrieb, den der Familie Schieg. In deren Festhalle feierte im Mai die örtliche Feuerwehr ihr 140-jähriges Bestehen (wir berichteten). Christa und Franz Xaver Oswald kamen vor 40 Jahren aus Altomünster (Landkreis Dachau) nach Landmannsdorf, um den geerbten Hof zu bewirtschaften. Nach ihnen sollte ihr einziger Sohn von den insgesamt vier Kindern einmal die Landwirtschaft weiter betreiben. Tragischerweise verunglückte er vor 15 Jahren im Alter von nur 26 Jahren tödlich mit dem Motorrad. Nach diesem Schicksalsschlag ist die Frage, wie es mit dem Betrieb weitergeht, ungeklärt.

Der Liebe wegen nach Landmannsdorf

Ein Stück die bordsteinlose Straße Richtung Neubaugebiet entlang, geht Gertrud Herger mit ihrer jungen Hündin Maxi die tägliche Runde. Eher selten begegnet sie dabei vielen Passanten. Landmannsdorf ist – gerade vormittags, wenn die meisten Bewohner arbeiten gehen – ein sehr ruhiges Örtchen. Herger kam der Liebe wegen vor 40 Jahren nach Landmannsdorf. Die gebürtige Dasingerin heiratete damals den Aichacher Autohausbesitzer Christian Herger. Das Autohaus wird inzwischen gemeinschaftlich von ihm und seinem Sohn Benjamin geführt.

Bis vor zwei Jahren gab es als dritten landwirtschaftlichen Betrieb in Landmannsdorf noch die Pferdepension des passionierten Westernreiters und Schwagers von Gertrud Herger, Wendelin Herger. Durch eine schwere Krebserkrankung mit anschließender Chemotherapie sah sich der heute 67-Jährige jedoch gezwungen, die meisten seiner Pferde zu verkaufen und den Pensionsbetrieb weitestgehend einzustellen. Früher war Wendelin Herger erfolgreich im Reining-Sport, einer Disziplin im Westernreiten, die ihren Ursprung in den USA in der Arbeit mit Rindern hat.

Der Westernreiter mit Pferd Alf

Vor seiner Krankheit ging Herger mit seinem Quarter Horse Hengst „Peppy San Winner“, genannt Alf, regelmäßig auf Turniere. Ein großes Poster von Pferd und Reiter hängt seither in der Reithalle seines Hofes. „Meinen Namen kennt in der Szene kaum einer, aber alle kennen meinen Alf“, sagt Herger und lacht. Er ritt bereits auf der Messe für Freizeit- und Westernreiter „Americana“ in Augsburg als Showreiter mit. Sogar den sechsten Platz in einer Europameisterschaft im Reining konnten er und Alf vor einigen Jahren belegen. Auch Anfang September wird er, wie schon in den vergangenen 25 Jahren, auf der „Americana“ anzutreffen sein – zwar nicht mehr aktiv, aber wenigstens als Zuschauer der spektakulären Reitmanöver.

Gemeinsam mit seiner 96-jährigen Mutter bewohnt Wendelin Herger den großen Hof. Wenn es die Zeit zulässt und weil es ihm gesundheitlich wieder gut geht, bastelt und restauriert der Landmannsdorfer leidenschaftlich gerne die historischen Traktoren in seinem ehemaligen Stall.

Wie das Miteinander im Ort funktioniert

Im Neubaugebiet leben seit einigen Jahren viele Zugezogene, darunter einige aus München. Das Miteinander im Ort funktioniert für alle sehr gut, auch wenn man sich nicht oft trifft oder gar namentlich kennt. Auf dem relativ neu gestalteten Dorfplatz findet jährlich am ersten Advent ein kleiner Christkindlmarkt statt. Franz Xaver Oswald betont, wie wichtig ihm das Miteinander im Ortsverbund ist und nennt ein Beispiel: „Ich muss nicht unbedingt am Freitag oder Samstag Gülle fahren, wenn ich unter der Woche auch daheim bin.“

Auch der Aichacher Stadtteil Untergriesbach hat Einiges zu bieten: So schön ist der Sommer in Untergriesbach

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