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Dasing

23.06.2020

Majestätisches Dach und Grünfläche: Pläne für Häuser sorgen für Debatten

Fehlende Stellplätze, ein ungewöhnliches Dach und eine Meinungsverschiedenheit mit dem Landratsamt: Im Dasinger Bauausschuss gab es viel Diskussionsstoff.
Bild: Sebastian Mayr (Symbolbild)

Plus Die Pläne für zwei Häuser sorgen für Debatten in Dasing - eines wegen des Daches, das andere wegen der Lage. Klar fällt das Nein zu Plänen eines Lokals aus.

Die Parkplatzsituation in der Bahnhofsstraße in Dasing ist suboptimal. Darin waren sich die Mitglieder des Bauausschusses einig. Nicht genehmigungsfähig war eine Anfrage jedoch nicht nur deshalb. Der Betreiber eines Lokals hatte den Antrag auf eine Freischankfläche vor seiner Gastronomie gestellt.

Lokal in Dasing sorgt für Unmut

Dies würde die Stellplatzsituation jedoch noch verschärfen. Zumal das Lokal ohnehin bereits in der Vergangenheit für Unmut sorgte. Und zwar doppelt: Zum einen gab es immer wieder Beschwerden wegen Lärmbelästigung vonseiten des ebenfalls in der Bahnhofstraße ansässigen betreuten Wohnens. Zum anderen hatte der Betreiber des Restaurants keinen Antrag auf den Bau seines Balkons gestellt, diesen also widerrechtlich errichtet. Im Gemeinderat soll es dazu in der Vergangenheit bereits Diskussionen gegeben haben, diese seien jedoch versandet. Angesichts der Stellplatzproblematik und der Lärmbelästigung lehnte der Bauausschuss den Antrag auf die Schankfläche ab.

Hat das Dach einen "majestätischen" Charakter?

Hier verfolgt Dasing zwei primäre Ziele: zum einen die Dorfentwicklung voranzutreiben und zum anderen den Charakter des ehemaligen Bauerndorfes im Ortskern zu erhalten. Dafür nimmt die Gemeinde bei den diversen Projekten mit dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept eine staatliche Förderung in Anspruch. An der Unterzeller Straße gibt es nun ein Grundstück, das eine Familie mit einem dreistöckigen Einfamilienhaus bebauen will. Laut Bauausschuss passt es jedoch nicht zum Ortskern, weil das Dach einen „erhabenen“, „majestätischen“ und „noblen“ Charakter habe. Darauf deuten auch die etwa drei Meter hohen Decken in den ersten beiden Stockwerken hin. Das Dachgeschoss soll derweil weitaus niedriger ausfallen und kein „vollwertiges“ Stockwerk sein. Der Tenor im Bauausschuss: Durch eine weniger steile Dachneigung, niedrigere Decken und eine „normalere“ Dachform könnte das Haus besser in den Ortskern passen. Neue Akzente sind demnach erwünscht, aber nicht unter allen Umständen. Zudem sei ein Einfamilienhaus besser als ein Wohnblock. Die L-Kubatur, wie vor einigen Jahren vom Denkmalamt empfohlen, wird jedoch nicht erhalten, wenn der Gemeinderat das Bauvorhaben genehmigt. Die Empfehlung des Bauausschusses ist demnach, die oben genannten Maßnahmen in die Hausplanung einzubeziehen. Dann spreche nichts gegen eine Genehmigung.

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Eine gute Nachricht gibt es derweil für die ältere Generation: Der Seniorenbeirat trat mit dem Anliegen, zwei neue Bocciaplätze zu errichten, an den Bauausschuss heran. Laut Andreas Wiesner ist Platz für zwei Bahnen auf dem Alten Sportplatz neben der Dreifachturnhalle. Da nur die Randplatten des Spielfeldes Kosten verursachen, bleiben diese im Rahmen. Auch die Parksituation bleibt, wie sie ist.

Doppelhaus sorgt für Meinungsverschiedenheiten

Weiterhin beschäftigte den Bauausschuss eine Mitteilung des Landratsamtes. Denn im Januar hatte der Ausschuss in seiner damaligen Zusammensetzung beschlossen, dem Bau einer Doppelhaushälfte in der Zahlinger Straße in Taiting nicht zuzustimmen. Im Bebauungsplan war das Grundstück als Grünfläche und damit als Außenbereich ausgewiesen. In diesem Fall müsste sich das Landratsamt um dieses Thema kümmern. Es reichte das Thema jedoch wieder an den Bauausschuss weiter mit dem Hinweis, dass es sich doch um eine Innenfläche handle. Das Gremium solle seine Entscheidung vom Januar deshalb nochmals überdenken. Dazu sieht der Ausschuss jedoch keinen Grund, ist eine Grünfläche doch als Außenfläche definiert. Mit fünf Gegenstimmen erteilte der Bauausschuss dem Bau der Doppelhaushälfte eine erneute Absage und spielt den Ball damit wieder dem Landratsamt zu.

Genehmigt wurde dagegen der Bau eines Sechsfamilienhauses mit Tiefgarage in der Flurstraße.

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