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Aichach

13.04.2017

Neuer Glanz für alten Kreuzweg in der Aichacher Stadtpfarrkirche

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2 Bilder
Die 14 Stationen des Kreuzweges in der Aichacher Stadtpfarrkirche sollen wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden.
Bild: Gerlinde Drexler

Der Kreuzweg der Stadtpfarrkirche stammt zum Teil aus der Jugendstilperiode. Er ist denkmalgeschützt und soll nun in den ursprünglichen Zustand versetzt werden.

Die Glocken sind im Aichacher Kirchturm, die Außenrenovierung der Stadtpfarrkirche ist abgeschlossen. Eines der Großprojekte, das als nächstes ansteht, ist neben der Sanierung des Pfarrhofes die Innenrenovierung der Kirche. Ein besonderes Augenmerk hat Kirchenpfleger Günter Füllenbach dabei auf den denkmalgeschützten Kreuzweg. Der soll wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden. Eine Station ist von Kirchenmaler Reinhard Binapfl schon entsprechend gestaltet worden.

Die Stadtpfarrkirche hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Von dem ursprünglich romanischen Bau ist heute nichts mehr zu sehen. Erst um 1450 nahm die Kirche, damals ein frühgotischer Sakralbau, ihre heutige Gestalt an. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche weitgehend barockisiert.

Im 19. Jahrhundert führte der damalige Stadtpfarrer Konrad Danhauser eine groß angelegte Kirchenrestaurierung im neugotischen Stil durch. In der Zeit zwischen 1906 und 1908 zog der Jugendstil in das Aichacher Gotteshaus ein. Der gesamte Kirchenraum wurde in einen violetten Farbton getaucht. Mitte der 1950er Jahre wurde die Jugendstilausmalung im Inneren der Kirche übertüncht. Ganz verschwunden ist der Jugendstil jedoch nicht. Einzelne Statuen, die Kreuzigungsgruppe und die Kreuzwegstationen stammen aus dieser Zeit.

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Kreuzweg war herausragendes Merkmal bei Ausgestaltung der Kirche

Kirchenpfleger Füllenbach zum Kreuzweg: „Er war damals ein herausragendes Merkmal bei der Ausgestaltung der Kirche.“ Professor Georg Busch, ein renommierter Bildhauer seiner Zeit, ist der Schöpfer des in Sandstein gehauenen Kreuzweges. Buschs Markenzeichen: Er legte großen Ausdruck in Körperhaltung, Gestik und Mimik der Figuren und vereinfachte die Gewandung in schlichten Formen.

Über das Leben des Bildhauers Busch hatte vor einigen Jahren seine Enkelin Roswitha Busch-Hofer beim Geschichtsstammtisch des Heimatvereins Aichach berichtet. Sie erzählte unter anderem, dass sich Repliken des Aichacher Kreuzweges, dessen Tafeln in die Wände eingelassen sind, auch in drei bis vier anderen Kirchen befinden. Darunter die Pfarrkirche im rheinland-pfälzischen Ahrweiler oder im oberschwäbischen Illerbeuren.

Bei der Umgestaltung der Aichacher Stadtpfarrkirche im vergangenen Jahrhundert blieben die in Sandstein gehauenen Stationen erhalten. Verschwunden sind seitdem jedoch die gemalten Rahmen mit den Nummern und Bezeichnungen der Stationen. Die sollen im Rahmen der Innenrenovierung wieder angebracht werden. Ebenso wie die alten Holzkreuze über den Kreuzwegstationen.

Alte Fotos helfen bei Umgestaltung

„Wir wollen den ursprünglichen Zustand wieder herstellen“, beschreibt Füllenbach das Ziel. Woher er weiß, wie der aussah? Von alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die von einigen Stationen existieren. Erhalten sind auch noch vier der Original-Holzkreuze, wie sie ursprünglich über den Stationen angebracht waren. Kirchenmaler Reinhard Binapfl hat eine der Kreuzweg-Stationen als Beispiel bereits bearbeitet. Auch den leicht cremig-weißen Anstrich, den die Kirchenwände erhalten sollen, hat er an einem Musterstreifen bereits aufgetragen.

Momentan arbeitet die Kirchenverwaltung zusammen mit Architekt, Denkmalschutzamt und dem Diözesankonservator des Bistums an einem Konzept für die Innenrenovierung. Unter anderem soll auch der Lack am Kirchengestühl entfernt und eventuell die Seitenaltäre anders gestaltet werden. Über eine Million Euro werde die Maßnahme insgesamt kosten, schätzt Füllenbach.Beginnen sollen die Arbeiten noch in diesem Jahr und im Laufe des kommenden Jahres abgeschlossen sein.

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