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Sulzbach

30.01.2019

Noagal-Bräu: Wenn drei Freunde Bier im Keller brauen

Alexander Langer, Korbinian Tomschi und Georg Bertram (von links) brauen in einem Keller in Sulzbach ihr eigenes Bier: "Noagal Bräu". Das gibt es jetzt sogar beim Bauernmarkt in Dasing.
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Alexander Langer, Korbinian Tomschi und Georg Bertram (von links) brauen in einem Keller in Sulzbach ihr eigenes Bier: "Noagal Bräu". Das gibt es jetzt sogar beim Bauernmarkt in Dasing.
Bild: Christoph Lotter

Plus Zunächst gab es das Craftbeer nur in kleinen Mengen, dann wagen die drei Kumpel ein erstes großes Experiment. Jetzt gibt es das „AlleTageHelle“ sogar online.

Kleines Bier, große Liebe – so steht es schwarz auf weiß auf den Flaschen von Noagal Bräu geschrieben. Und das ist nicht gelogen: Alexander Langer (32), Georg Bertram (31) und Korbinian Tomschi (32) brauen seit einiger Zeit aus purer Leidenschaft gemeinsam Bier für Familie, Freunde und den Eigenbedarf. Im Aichacher Stadtteil Sulzbach haben sich die drei ihre eigene kleine Brauerei eingerichtet. Weil ihre Craftbiere mittlerweile aber derart beliebt und immer schnell vergriffen sind, haben sie kürzlich ein großes Experiment gewagt. Seitdem gibt es das Noagal Bräu online, in einer Augsburger Bar und im Dasinger Bauernmarkt.

Kennengelernt haben sie sich beim Weißwurstfrühstück

Mit einem Augenzwinkern sagen die drei Brauer: „Erst waren wir begeisterte Bier-Konsumenten, jetzt sind wir auch begeisterte Bier-Produzenten.“ Angefangen hat alles während ihres Studiums der Lebensmitteltechnologie in Weihenstephan. Bei einem Weißwurstfrühstück haben sich die drei kennengelernt. Schon damals verbindet sie eine ganz bestimmte Sache: Ihre Liebe zum Bier. Alle drei machen Praktika bei Brauereien und wagen sich anschließend gemeinsam an ihre ersten Brau-Experimente. Mit einfachsten Mitteln – Tauchsiedern und ausgedienten Fässern – setzen sie im Garten von Tomschis Familie ihren ersten Sud an. „Das erste Bier war schon spitze“, erinnert sich Langer – und schnell vergriffen. Denn damals wie heute ist der Brautag bei den Jungs ein gesellschaftliches Event. An gern gesehenen Gästen mangelt es nie. „Wir haben anfangs noch draußen gebraut, nebenbei gegrillt und Karten gespielt“, erzählt Bertram. Den Brautag zelebrieren die drei noch heute zusammen mit Freunden und Familie.

Mal ist das Bier für eine Hochzeit, mal für den Fußballverein

Nach ihrem Studium finden alle drei einen Job in Augsburg – sofort war klar: „Jetzt greifen wir wieder an“, so Bertram. Mit Liebe zum Detail konstruieren und bauen sie ihre eigene kleine Brauanlage im Keller von Familie Langer. Mal wird dort für eine Hochzeit gebraut, dann wieder für ein Fest des Fußballvereins. Und der Name für die selbst kreierten Biervariationen ist schnell gefunden: „Ihr braut ja immer nur ein Noagal“, bekommen die drei oft von Bekannten zu hören. Also der Bierrest im Glas auf Bayerisch – eine etwas spöttische Anspielung auf den geringen Ausstoß ihrer Mini-Brauerei. Mit einer gehörigen Prise Selbstironie taufen Bertram, Langer und Tomschi ihr kleines Unternehmen auf den Namen Noagal Bräu.

Die drei experimentieren in der Folge viel. „Das ist oft gar nicht so einfach, unsere Geschmäcker sind teils sehr verschieden“, gibt Tomschi zu bedenken und lacht. Eines steht für die drei allerdings nie zu Debatte: Das Prinzip des deutschen Reinheitsgebots. „Wir dürfen es immer Bier nennen“, betont Langer. Experimentiert werde lediglich mit verschiedenen Sorten von Aromahopfen, Malzen und Hefen, denn der Teufel stecke im Detail. „Der Hopfen trägt entscheidend zum Charakter unserer Biere bei. Die Abwechslung ist uns da sehr wichtig“, erklärt Betram und Langer ergänzt: „Selbst gebrautes Bier schmeckt mir einfach besser. Wir filtern nichts raus und erhitzen das abgefüllte Bier nicht, um es haltbarer zu machen.“

Das Bier aus Sulzbach gibt‘s, solang der Vorrat reicht

Die drei eint schlicht die Faszination am Brauprozess. Sie wollen mit der Kombination aus Hopfen, Malz und Hefe spielen, ihre Kreativität ausleben. Mittlerweile haben sich aber Favoriten aus den zahllosen ausprobierten Variationen gefunden, die auch bei den „Noagalzuzlern“ von nah und fern gut ankommen: Ein würziges „JarrIPA“, ein deftig hopfiges „PeacePaleAle“ und ein fruchtiges „AlleTageHelles“. Zur Zeit gibt es Letzteres sogar online unter www.bierhandwerk.de, in einer Augsburger Bar und im Dasinger Bauernmarkt zu kaufen. Allerdings erst einmal nur solange der Vorrat reicht, denn für das ungewohnt umfangreiche Angebot haben Bertram, Langer und Tomschi ein erstes, großes Experiment gewagt.

Die Familie eines Bekannten aus dem Studium betreibt in Traunstein im Chiemgau in 15. Generation eine kleine Privatbrauerei. Dort wird in etwas größerem Maßstab noch traditionell und handwerklich gebraut – wie gemacht für die Jungs von Noagal Bräu. 3000 Liter sollten es am Ende werden. Eine ganz neue Erfahrung für Bertram, Langer und Tomschi: „Wir wussten nicht, ob unser Rezept auch in dieser Dimension klappt.“ Als vor ein paar Wochen dann die ersten Flaschen aus der Abfüllanlage tanzen, ist die Begeisterung groß: „Das war bis zum letzten Moment hochspannend, ein wunderschöner, spezieller Augenblick“, erinnert sich Tomschi.

Der Bauernmarkt in Dasing verkauft nun einen Teil dieser Charge. Aber eben nur, bis alles weg ist, denn das Brauen soll für die Jungs von Noagal Bräu auch in Zukunft ein Hobby bleiben – im Vordergrund steht für die drei auch weiterhin die Leidenschaft zum Bier. “Es ist und bleibt ein Genussmittel“ so Tomschi. Und weiter: “Es gibt doch kaum etwas schöneres, als gemütlich zusammen zu sitzen und sein eigenes Bier zu trinken.“

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