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Affing

31.01.2020

Nur ein Radweg am Mühlhauser Berg?

Deutlich an der welligen Randzeile zu sehen: Der Mühlhausener Berg brauchteine Sanierung.
Bild: Martin Golling

Plus Millionenprojekt im Affinger Ortsteil könnte sich bis ins Jahr 2025 hineinziehen. Bergab sollen Radler in den fließenden Verkehr integriert werden.

Die Sanierung des Mühlhauser Bergs wird zu einer ebenso langen wie kostspieligen Angelegenheit. In der Sitzung des Affinger Verkehrsausschusses am Mittwoch kam wiederholt zum Ausdruck, dass es sich um ein komplexes Projekt handelt, bei dem es keine ideale Lösung geben kann. Mit 6:0 Stimmen verständigte sich die Runde darauf, dass der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung, die voraussichtlich am 18. Februar stattfindet, über dieses Thema reden wird. Dann soll es auch zu einem Beschluss über das weitere Vorgehen kommen.

Christoph Eichstaedt, zuständiger Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt Augsburg, hatte die aktuellen Überlegungen in einem Vortrag erläutert. Er sprach zunächst von einer „alten, schlechten Straße“, bei der der Gehwegbereich ebenso unzureichend sei wie das Angebot für Radfahrer. Eichstaedt machte sich mit Nachdruck stark für die Variante 1.

Radler am Mühlhauser Berg sollten Teil des fließenden Verkehrs werden

Die sieht bergauf rechts einen Radweg nur in eine Richtung vor, verbunden mit der Möglichkeit abzusteigen. Auf der linken Seite ist ein Gehweg angedacht. Die Radfahrer, die bergab unterwegs sind, sollten keine Extraspur vorfinden, sondern Teil des fließenden Verkehrs werden. „Da wären wir allen Belangen gerecht geworden“, so der Redner: „Das wäre unser Favorit.“ Auf beiden Seiten der Straße sollte ein Stützmauer errichtet werden. Auch im unteren Flachstück wolle man etwas für die Fahrradfahrer vorsehen.

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Markus Jahnel sprach die Themen Wasser und Kanal an. Die dabei anfallenden Kosten, so hieß es, müsste die Gemeinde übernehmen, danach könnten sie auf die betroffenen Bürger umgelegt werden. Josef Schmid äußerte seine Bedenken angesichts eines nicht markierten Radwegs: „Da habe ich Riesenbauchweh.“ Seine Forderung nach einem Tempolimit in diesem Bereich stufte Eichstaedt als aussichtslos ein, da es sich um keine besondere Gefahrenstelle handle. Stefan Matzka pflichtete Schmid bei: „Fahrradfahrer sind an der Stelle äußerst gefährdet.“

Wer auf der Staatsstraße in Iglbach die Ortseinfahrt von Affing erreicht, der hat auch künftig das Schild zu beachten, das eine Reduzierung des Tempos auf maximal 60 Stundenkilometer verlangt. Marianne Birkner von der Verwaltung hatte dazu erklärt: „60 Prozent der Fahrer sind zu schnell unterwegs.“ Würde man nun anstatt der 60 Stundenkilometer nur noch 50 erlauben, wäre keine Kontrolle mehr möglich.

Antrag auf Halteverbot im Mühlhauser Birkenweg stieß auf Ablehnung

Bei diesem Punkt auf der öffentlichen Tagesordnung kam ein Besucher zu Wort, der darauf hinwies, dass die Messung aus dem Jahr 2015 nicht zu vergleichen wäre mit den aktuellen Daten. Vergebens wünschte er sich eine Rückkehr zur früheren Regelung mit 70 und 50 Stundenkilometern.

Es ist eng im Mühlhausener Birkenweg. Gleich hinter den drei Autos steht das Schild Absolutes Halteverbot.
Bild: Martin Golling

Gegenüber den Stellplätzen im Birkenweg 18, 18a und 18b in Mühlhausen soll ein absolutes Halteverbot erlassen werden. Dieser Antrag stieß auf einhellige Ablehnung. Die Antragstellerin hatte damit argumentiert, dass die Mieter dort mehrfach rangieren müssten, daher hätten sie mit einer Reduzierung der Miete gedroht. Markus Jahnel deutete mögliche Folgen bei einer Zustimmung an: „Das Thema wird uns verfolgen wie ein Bumerang. Wenn wir von den gesetzlichen Vorgaben abweichen, machen wir ein Fass auf, das wir nicht mehr zu kriegen.“

Als Formsache erwies sich der Beitritt der Stadt Wertingen zur kommunalen Verkehrsüberwachung Schwaben-Mitte. Damit steigt das Grundkapital von 358500 auf 372000 Euro. Helmut Merwald brachte ganz allgemein seinen Frust über einige Organisationen zum Ausdruck: „Immer wieder wollen wir ein Tempolimit machen, immer wieder wird es von Polizei und Landratsamt niedergebügelt. Das nervt.“ Ihm entgegnete Bürgermeister Markus Winklhofer: „Wir müssen uns an die Spielregeln halten.“

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