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Stadtentwicklung in Aichach

30.04.2015

Obere Vorstadt: Planer stehen vor einem Spagat

So könnte sich in der Oberen Vorstadt der Blick aus der Werlberger Straße zum Oberen Tor darstellen.
Bild: Planentwurf: Büro Lohrer Hochrein

Bürgerwerkstatt  Bei der Neugestaltung sorgen sich Geschäftsleute und Anwohner vor allem um Stellplätze, Sicherheit und die Kosten. Anlieger und Stadtrat Georg Robert Jung stellt zum Auftakt die Vorgehensweise an sich infrage.

Die Stimmung war leicht angespannt in der Aichacher TSV-Halle bei der ersten Bürgerwerkstatt zur Neugestaltung der Oberen Vorstadt. Etwa 70 Anwohner und Geschäftsinhaber waren am Dienstagabend gekommen. Der Entwurf, der als Diskussionsgrundlage diente, hatte 2013 den städtebaulichen Wettbewerb für das Projekt gewonnen. Der Wettbewerb ist eine Voraussetzung dafür, dass Geld aus der Städtebauförderung fließt. Schon damals war heftige Kritik an den Ideen laut geworden.

Was die Bürger vorbrachten notierten die Planer fleißig mit. Laut Bauamtsleiterin Martina Illgner sollen sie in die Überarbeitung des Planentwurfs einfließen. Er wird bei einer weiteren Bürgerwerkstatt am 23. Juni vorgestellt, danach im Stadtrat. Dann folgen die genauere Planung und falls nötig noch eine Versammlung im Herbst. Baubeginn ist frühestens 2016. Heuer noch wird am Kanal gearbeitet. Er muss in Augsburger und Martinstraße erneuert, in der Werlbergerstraße saniert werden.

Dass in der Oberen Vorstadt Handlungsbedarf besteht, steht für Bürgermeister Klaus Habermann außer Frage. Ziel der Städtebauförderung ist es, städtebauliche Qualität und Funktionalität im öffentlichen Raum zu verbessern. 2005 gelang Aichach der Wiedereinstieg in das Programm. Für Habermann zeigt die bereits abgeschlossene Neugestaltung des Tandlmarkts, wie behutsam man auf Belange von Fußgängern, Radfahrern und fließendem Verkehr eingehen könne. „Davon profitieren auch die Geschäfte und Kunden“, betonte er.

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Bevor es um die Sache ging, stellte Georg Robert Jung, Anlieger und Stadtrat (Freie Wählergemeinschaft) das Vorgehen an sich infrage. Im April 2013 habe der Stadtrat das Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs lediglich zur Kenntnis genommen. Er habe nicht beschlossen, den Siegerentwurf zu ändern. Habermann widersprach: Der Stadtrat habe nicht beschlossen, den Siegerentwurf auszusondern. „Für eine Bürgerbeteiligung brauche ich eine Grundlage. Und da bietet sich an, mit dem Sieger zu diskutieren.“ Die Städtebauförderung habe klare Regularien. „Ich sehe absolut keinen Widerspruch“, so Habermann.

Unterschiedlicher Meinung waren Habermann und Jung auch, was die Kosten angeht. Wegen der Straßenausbaubeitragssatzung geisterten Gerüchte von fünfstelligen Beiträgen für die Anwohner herum, so Habermann. Auf sie käme aber lediglich ein Anteil von 40 Prozent an den Kosten für die Gehwege zu, wobei sie für den städtebaulichen Mehraufwand nichts zahlten. Er gehe von Beträgen im mittleren vierstelligen Bereich aus. Er verwies auf eine Expertenanhörung im Landtag im Juli zu der umstrittenen Satzung. „Der Gesetzgeber wird dadurch gezwungen, Farbe zu bekennen.“ Wenn die Satzung verpflichtend sei, sei sie das auch für Aichach. Wenn nicht, habe man eine neue Situation. Auch hier war Jung anderer Meinung. Im Juli sei kein Beschluss zu erwarten. Illgner sagte eine Modellrechnung zu, sobald es belastbare Zahlen gibt.

Ursula Hochrein vom Büro Lohrer Hochrein erläuterte ihre Ideen für Werlbergerstraße sowie Teile von Martin- und Augsburger Straße: Die asphaltierte Fahrbahn wird schmäler – Minimum 6,50 Meter – zugunsten der Fußgänger. Gehwege und die Parkflächen sollen einen gut begehbaren Belag bekommen. Vor dem Oberen Tor würde ein kleiner Platz entstehen. Entlang der Straßen sind Längsparkplätze und dazwischen Bäume geplant. Zwischen Augsburger und Münchener Straße und am St.-Helena-Weg könnte ein kleines Stück Griesbach freigelegt, sein Verlauf an anderer Stelle markiert werden. Bis 8. Mai hängen die Pläne im Rathaus aus. Anregungen sind auch noch schriftlich möglich.

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