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Premiere

24.10.2017

„Orpheus und Eurydike“ in Zahling

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Als Solisten begeisterten: (von links) Bariton Wolfgang Wirsching als Orpheus, Mezzosopranistin Janne Braun-Breuer als Eurydike und Sopranistin Cornelia Lindner als Amor die vielen Besucher. Moderator Wolfgang Wirsching gelang es, dem Publikum auf heitere Art die griechische Mythologie verständlich näherzubringen.

Wolfgang Wirsching führt Oper im voll besetzten Saal des Bürgerhauses auf. Schwere Kost vermittelt er dabei auf leichte Weise

Eine Opernpremiere der besonderen Art erlebten am Sonntagabend die Besucher im voll besetzten Saal des Bürgerhauses in Zahling (Gemeinde Obergriesbach). Wolfgang Wirsching, Opernsänger beim Freien Landestheater Bayern, hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst viele Menschen an das Thema Oper und klassische Musik heranzuführen. Zusammen mit zwei von seinen fünf Chören, dem „Blauen Kappen-Chor“ aus Augsburg und dem „Obergriesbacher Kammerchor“, inszenierte er eine Kurzfassung der Oper „Orpheus und Eurydike“. Es gelang ihm, die meist opernunerfahrenen Zuhörer in die griechische Mythologie zu entführen.

Man musste nicht viel wissen, um zu merken, dass der erste Chorgesang etwas mit Trauer und Tod zu tun hatte. Auf unterhaltsame Weise erzählte der Sänger und Chorleiter eine gekürzte Fassung der tragischen Geschichte von Orpheus und Eurydike, einem griechischen Liebespaar. Eurydike stirbt an den Folgen eines Schlangenbisses.

Das laute Wehklagen des Orpheus, gesungen von Wolfgang Wirsching selbst, erbarmt die Götter sehr. Also beschließen Göttervater Zeus und sein Bote Amor, dem Leidenden noch eine Chance zu geben. Er darf seine junge Geliebte aus dem Hades zurückholen. Da in Amor aber auch ein kleiner Teufel steckt, erschwert er Orpheus das Unterfangen mit von ihm erdachten Auflagen. Es gilt, die Furien mit seinem Gesang zu bezirzen, und er darf seine Eurydike auf dem Rückweg ins Leben nicht anschauen. Voller Elan und guten Mutes macht sich der Liebende auf.

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Das Publikum erlebte einen Chor, dem es bestens gelang, die unwilligen Furien musikalisch darzustellen. Mit kräftigen Stimmen und viel Temperament boten sie dem klagenden und verzweifelten Orpheus Paroli. Erst nach innigstem Wehklagen, einer stimmlichen Meisterleistung des Baritons, gelang es, die Furien umzustimmen.

Endlich wurde Eurydike aus dem Elysium entlassen. Doch was nun? Eurydike, hervorragend gesungen von der Mezzosopranistin Janne Braun-Breuer, ist enttäuscht, dass ihr Geliebter sie keines Blickes würdigt. Sie weiß ja nichts von den Auflagen Amors. Darum entschließt sie sich, wieder in die friedliche Unterwelt zurückzukehren. Voller Entsetzen dreht sich Orpheus um, um ihr alles zu erklären, aber da fällt seine Angebetete bereits tot um. Sein erneutes Wehklagen erweicht dann die Götter noch einmal. Eurydike und Orpheus dürfen endlich zusammen glücklich werden. Und das nicht erst nach drei Stunden wie bei der Originalfassung der Oper, sondern bereits nach 45 Minuten.

Die Abwechslung von Gesang und unterhaltsamer Moderation brachte so das an sich schwierige Thema allen Besuchern nahe. „Schade, dass ma so ebbas ned öfters macht! Des war interessant“, hörte man in der Pause mehrmals. Es kam sogar der Vorschlag, auf diese Weise Opern in Schulen vorzustellen.

Dass Chormitglieder und Solisten nicht nur Klassik können, bewiesen die Künstler beim zweiten Teil des Abends. Nun entspannt, sehr fröhlich und voller Temperament, zeigten die Sänger ihre musikalische Vielfalt. Evergreens wie „Over the Rainbow“, „Sentimental Journey“ und „Bohemien Rhapsodie“ lockerten auch das Publikum auf.

Beschwingt warteten anschließend alle auf das Angebot der „offenen Bühne“. Hier hatte jeder, egal ob Kind oder Erwachsener, die Möglichkeit, sich auf der Bühne zu präsentieren. Der Bösewicht aus „Les Miserables“ sang seine Rolle meisterhaft. Gedichte von Eugen Roth und Wilhelm Busch erheiterten die überraschten Gäste. Bei Michael Jacksons Song „We are the World“, virtuos vorgetragen, stimmten alle Besucher mit ein. Nach einer kleinen heiteren Episode machten sich alle gut gelaunt auf den Heimweg. Mit dem Wunsch an Wirsching, solch einen Abend bald wieder zu veranstalten.

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