Auszeichnung

25.10.2016

Preis in Abwesenheit

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2 Bilder
Michael Appel (links), Vorstandsmitglied der Sparkasse Aichach-Schrobenhausen, überreicht Sarah Zagefka den Preis. Rechts steht Jakob Steinberger, Vorsitzender des Kunstvereins Aichach.

Sarah Zagefka gewinnt in Aichach mit sechs kleinen, einzelnen Bildern den Publikumspreis. Sie selbst erfährt davon als Letzte

Das Publikum hat die Gewinnerin des von ihm verliehenen Preises nicht erlebt. Die Werke im San-Depot in Aichach wurden schon abgebaut, als die Preisträgerin Sarah Zagefka von den letzten Anwesenden von ihrem Erfolg erfuhr. Michael Appel, Vorstandsmitglied der Sparkasse Aichach-Schrobenhausen, hatte bis dahin ebenso ausgeharrt wie Jakob Steinberger.

Der Vorsitzende des Kunstvereins Aichach erklärte, dass Tatjana Busch mit ihrer Arbeit aus Acrylglas und einer Lichtquelle mit nur vier Stimmen weniger der dritte Publikumsliebling sei, die Zweitplatzierte in der Gunst des Publikums, Fanny Jacquier, lieferte sich mit einem Zwei-Punkte-Abstand fast ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Erstplatzierten.

Die Aichacher Kunstpreisausstellung ist ein Forum für Künstler aus ganz Bayern, um aktuelle Werke aller Stilrichtungen der Bildenden Kunst zu zeigen. In der 23. Ausstellung zur Preisverleihung hatten 935 Besucher die Werke begutachtet, 338 gaben ihre Wertung für den Publikumspreis ab.

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Viele kennen die Faszination, die Gemälde aufgrund ihrer präzisen realistischen Darstellung und ihrer raffinierten Technik auslösen, so- dass der Besucher oft nur noch staunend vor diesen Bildern und ihren unzähligen Details steht. Der Kenner denke etwa nur an Giorgio de Chirico, wobei die Aichacher Preisträgerin Sarah Zagefka keine Menschen in den ausgestellten Arbeiten zeigt. Die Künstlerin interessiert sich für die Individuen, die in Räumen leben, bildet jedoch nur die Umgebung der Personen ab.

Die Münchner Studentin interessiert sich für den Wandel der alltäglichen Umgebung, die man im Tagesgeschehen nur am Rande wahrnimmt. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt der Betrachter interessante Details wie das Plakat über einem Eingang oder akribisch aufgehängte Wäsche, daneben stehen Stühle, auf denen sich niemand ausruht. Zagefka porträtiert Menschen in ihrem Lebensumfeld, ohne sie zu zeigen. Es sind Fassaden, die sie malt, die von Individuen gestaltet und beeinflusst werden oder verlassen wurden. Zum Beispiel ehemals blühende Geschäftsstraßen mit den jetzigen, leer stehenden, verlassenen Läden. Der Betrachter sieht nur noch die Relikte dieser Zeit. (riem)

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