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Deutschherren-Gymnasium Aichach

12.06.2018

Renate Schöffer ist die erste Frau im Direktorat

Renate Schöffer ist seit dem Halbjahr Schulleiterin am Deutschherren-Gymnasium in Aichach.
Bild: Ulrike Eicher

Renate Schöffer ist seit Februar Schulleiterin am Deutschherren-Gymnasium in Aichach. Welche neuen Herausforderungen das Amt für die 63-Jährige bringt.

Sie zieht eine blaue Mappe aus dem Aktenschrank und blättert darin. Es sind Briefe und selbst gemalte Bilder zum Abschied. „Wir werden Sie vermissen“, steht da etwa geschrieben. Oder auch: „Viel Erfolg als Direktorin.“ Besonders gut gefällt ihr die Zeichnung eines Glücksschweins – verbunden mit guten Wünschen. Ein Abschiedsgeschenk der sechsten Klasse, erklärt Renate Schöffer. Sie lächelt und wirkt dabei immer noch gerührt. „So etwas zu lesen, macht doch einfach nur glücklich“, sagt die 63-Jährige in ihrem geräumigen, hellen Büro am Deutschherren-Gymnasium in Aichach.

Zum Halbjahr hat Renate Schöffer ihre Klasse abgegeben – und ist in eine neue Rolle geschlüpft. Sie hat das Amt des Schulleiters von ihrem Vorgänger Gerhard Haunschild übernommen, der nach 40 Dienstjahren in den Ruhestand gegangen ist. „Seit dem 24. Februar um 0 Uhr leite ich also die Amtsgeschäfte“, sagt die 63-Jährige präzise. Es ist der Tag, an dem für sie ein neuer, großer Abschnitt in ihrem Berufsleben begonnen hat – wenn auch die offizielle, feierliche Amtseinführung erst für den 26. Juli angesetzt ist.

Als „Eigengewächs“ der Schule ist Renate Schöffer gut darauf vorbereitet: Seit 35 Jahren gehört sie zur Schulfamilie am Deutschherren-Gymnasium. Damals, kurz nach dem Referendariat an einem Gymnasium in Bamberg, wollte sie eigentlich in eine Großstadt wechseln, wie sie sagt. Als sie dann aber eine Stelle am Aichacher Gymnasium bekam, habe es ihr dort so gut gefallen, dass sie gerne geblieben sei. Neben den Kollegen hätten es ihr vor allem die Aichacher Schüler angetan: „Sie sind so nett, wissbegierig und begeisterungsfähig“, schwärmt die 63-Jährige auch heute noch.

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Arbeit mit Kindern ist ihre Leidenschaft

Die Arbeit mit den Kindern, das war und ist ihre Leidenschaft. Sie habe sehr, sehr gerne unterrichtet, sagt Schöffer. Jahrelang war sie auch Fachbetreuerin in Englisch. Irgendwann aber sei der Wunsch aufgekommen, auch noch etwas anderes zu machen, mehr zu bewegen. Also bewarb sie sich 2015 auf die Stelle als stellvertretende Schulleitung am DHG – und zog als erste Frau überhaupt seit dessen Gründung 1974 ins Direktorat ein. Mehr als zwei Jahre lang unterstützte sie Haunschild in der Schulleitung, bis sie ihn nun als Schulleiterin beerbte. Dass sie auch diesen Posten bekam, freute sie nicht nur selbst sehr – auch die Reaktionen der Kollegen und Eltern seien sehr gut gewesen.

Und obwohl sie also mit vielem schon vertraut war am DHG, hat sich doch auch einiges geändert für Renate Schöffer. Sie ist jetzt diejenige, die die Entscheidungen trifft. Die die anderen Lehrer beurteilt. Und sie hat im Moment keinen Stellvertreter – die Stelle ist vakant bis August. Sie habe also sehr viel mehr zu tun als vorher, sagt die Schulleiterin, die keine Familie hat: „Ich widme mich gerade voll und ganz dem Job.“ Die Aufgaben seien aber nicht nur zeitintensiv, sondern auch „sehr erfüllend“. An den eigenen Ruhestand verschwendet die energische 63-Jährige jedenfalls noch keinen Gedanken. Und auch die Hobbys müssen da hinten anstehen: Wandern in den Bergen etwa, Mountainbike-Fahren und Schwimmen oder auch der Besuch klassischer Konzerte in München.

Welches Projekt sie derzeit beschäftigt

Vor allem ein Projekt beschäftigt Renate Schöffer nun als Schulleiterin: Das Aichacher Gymnasium erstellt für sich selbst gerade ein Schulentwicklungsprogramm. „Die Schule lief gut bisher, wir haben hier schon sehr viel gemacht“, erläutert sie. Nun gehe es darum, all das zu systematisieren: „Ich bin ein sehr strukturierter Mensch und versuche, das auch in meiner Arbeit einzubringen.“ Sei es bei den Themen Medienerziehung oder politische Bildung, seien es die Bereiche Unterrichtsentwicklung oder Elternarbeit – überall sollen Strukturen geschaffen und Ziele formuliert werden, anhand derer sich die Schule dann auch selbst messen kann.

Es stehen aber auch weitere Themen an. Da sind die fortschreitende Digitalisierung der Schule und die Einführung einer Tabletklasse im kommenden Schuljahr als Pilotversuch. Da sind die Wiedereinführung des G9 und der neue Lehrplan Plus: Die kommenden Jahre versprechen spannend zu werden.

Dass bei all den Aufgaben der Kontakt zu den Schülern nicht abreißt, das ist Renate Schöffer ein Herzensanliegen. Denn um sie geht es ja: Für sie soll die Schule ein Ort sein, an dem sie sich wertgeschätzt fühlen, den sie gerne aufsuchen, so die Pädagogin: „Wir wollen, dass sie nach ihrem Schulbesuch gewappnet sind fürs Leben, sowohl was ihr Wissen als auch was ihre Kompetenzen angeht.“ So schnappt sie sich auch mal die eine oder andere Vertretungsstunde, um mit den Schülern ins Gespräch zu kommen. „Und dass es bei mir immer offene Türen gibt, das wissen ja auch alle“, sagt die neue Schulleiterin.

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