1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Schiltberger Hofberg-Theater spielt „Robin Hood“

Theater

12.06.2018

Schiltberger Hofberg-Theater spielt „Robin Hood“

Hofberg091.JPG
4 Bilder
Auf mehreren Ebenen ist diese große Eiche bespielbar, die symbolisch für Sherwood Forest steht, die Heimat der Vogelfreien. *** Local Caption *** Das Hofberg-Theater spielt in diesem Jahr "Robin Hood"
Bild: Gerlinde Drexler

Verein baut für sein neues Stück eine mächtige Eiche auf die Freilichtbühne. 85 Mitwirkende von drei bis 80 Jahren spielen ab Freitag unter freiem Himmel.

In den „Hofberg-Forest“ verwandelt sich diesmal das Freilichttheater in Schiltberg. Rund drei Wochen arbeiteten die Mitglieder des Vereins an der markanten großen Eiche, die Sherwood Forest, die Heimat der Getreuen rund um „Robin Hood“ symbolisiert. Aus verschiedenen Balladen und Büchern über den berühmten Vogelfreien schrieben die beiden Regisseure Afra und Hans Kriss ihre eigene Geschichte von Robin Hood. Premiere hat das Stück mit den knapp 90 Mitwirkenden am Freitag, 15. Juni.

Die Helden des Stücks kennt bestimmt jeder. Der abenteuerliche Stoff rund um Robin Hood, Little John, Bruder Tuck, Maid Marian und dem Sheriff von Nottingham wurde schon oft verfilmt. Die Figur des Vogelfreien habe sich im Laufe der Jahrhunderte verändert, erzählt Hans Kriss. Er arbeitete sich zusammen mit seiner Frau durch 38 Balladen über Robin Hood.

„Es war super interessant“, sagt Kriss. Je nach Epoche sei die Figur etwas verändert worden. Zum Beispiel während der Depression in Amerika. Da zeige Robin Hood deutlich mehr Kapitalismuszüge, so der Regisseur. Und bei den Balladen, die Anfang des 18. Jahrhunderts in England entstanden, finden sich zwischen den Zeilen starke nationale Gefühle.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Für ihre Version des Robin Hood wählte das Ehepaar fünf Motive aus Balladen, die aus den Jahren 1450 bis 1770 stammen. Kriss beschreibt den Vogelfreien, der von Hermann Finger junior gespielt wird, so: „Er ist ein Trickser, kein Haudrauf.“ Gewitzt und gerissen seien die Vogelfreien, so Kriss. „Es gibt keine blutigen Nasen und alle behalten ihre Ohren.“

Das gewitzte Vorgehen zeigt sich zum Beispiel, als die Vogelfreien Frauen vor dem Galgen retten oder die Geistlichkeit um ihr Geld erleichtern. Apropos Geistlichkeit: Dieses Jahr spielt Pater Markus Szymula wieder mit. Er ist Alviss, ein Bauchladenhändler und Sänger, der mit seinen gesungenen Prologen die Handlungsstränge verknüpft.

Von den insgesamt 85 Mitwirkenden sind 45 Statisten. Mit vielen kleinen Szenen beleben sie die Bühne: Kinder laufen über den Marktplatz von Nottingham, Frauen kaufen bei Händlern ein, Männer unterhalten sich oder alle laufen bei der Prozession mit. Die besondere Herausforderung für die Statisten: Sie sind während der rund zweistündigen Aufführung fast die ganze Zeit auf der Bühne. Die jüngsten Mitspieler sind drei und die ältesten über 80 Jahre alt. Enorm viel Arbeit haben die Ehrenamtlichen des Hofbergvereins wieder in den Bühnenaufbau gesteckt. Die große Eiche, in der auf mehreren Ebenen gespielt werden kann, hätten sie sich zuerst gar nicht vorstellen können, erinnert sich Vorsitzende Angelika Weiß. Als das Ehepaar Kriss den Theaterspielern seine Idee beschrieb, dachten die Schiltberger: „Das ist überhaupt nicht möglich.“ Erst als sie ein Modell des mit Holz verkleideten Turms sahen, konnten sie sich eine Umsetzung vorstellen. Vergrößert worden ist auch der Balkon, von dem einst Julia zu Romeo hinuntersah. Der Sheriff von Nottingham (Tobias Wenhardt) kann von einem komfortablen Balkon aus seine Anweisungen an den Major der Stadtwache (Anton Koppold) geben.

Vier Pferde galoppieren in mehreren Szenen auf die Bühne. Die meisten Reitszenen würden Frauen machen, weil zu wenig Männer im Verein reiten könnten, so Franz Schmid. Er spielt heuer seine 18. Saison am Hofberg. Sein Auftritt als Richard Löwenherz, König von ganz England, ist erst am Ende der Aufführung. Wie das Stück ausgehen wird, wollen weder er noch die Regisseure verraten. In den Filmen nahm die Geschichte von Robin Hood immer ein gutes Ende.

Premiere Das Stück „Robin Hood“ hat am Freitag, 15. Juni, Premiere am Hofberg-Freilichttheater in Schiltberg.

Aufführungen Die Aufführungen beginnen um 21 Uhr. Das rund zweistündige Stück wird ohne Pause gespielt. Weitere Termine sind Samstag, 16. Juni, Freitag/Samstag 22./23. Juni, Mittwoch, 27. Juni, Freitag/Samstag 29./30. Juni, Mittwoch, 4. Juli, Freitag/Samstag, 6./7. Juli, Donnerstag/Freitag, 12./13. Juli, Mittwoch, 18. Juli, Freitag/Samstag, 20./21. Juli.

Shuttlebus Für gehbehinderte Besucher gibt es einen kostenlosen Shuttlebus auf die Freilichtbühne.

Witterung Bei schlechter Witterung informiert der Hofbergverein ab 19 Uhr im Internet unter www.hofberg-freilichttheater.de oder unter Telefon 08259/8975522, ob die Veranstaltung stattfindet.

Karten Eintrittskarten gibt es bei allen Vorverkaufsstellen von München Ticket, unter anderem auch beim AN-Service-Partner Urlaubsoase.Net in der Bauerntanzgasse 1 in Aichach oder an der Abendkasse ab 19.30 Uhr.

Spende Von jeder Eintrittskarte, die am Premierenabend verkauft wird, spendet der Verein jeweils einen Euro an die Aichacher Tafel. Wer die Aktion unterstützen möchte, kann während der anderen Vorstellungen ebenfalls eine Spende in die dafür aufgestellten Boxen werfen. (drx)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20klipapneu.tif
Gesundheit

Kliniken an der Paar landen einen Treffer

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden