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Platzproblem

09.03.2018

Schule und Kindergarten: Es gibt drei Optionen

„Die Geburtszahlen steigen enorm. Nur eine Krippengruppe reicht vielleicht bald nicht mehr aus.“Auf der freien Fläche westlich der Turnhalle könnte sich Architektin Tina Gerrer einen zweigeschossigen Neubau vorstellen. Das Obergeschoss will sie noch nicht ausbauen, plant es aber nach dem Vorbild der Gemeinde Sielenbach als Reserve für weitere Räume ein.
Bild: Gerlinde Drexler

Adelzhausen muss das Platzproblem von Schule und Kindergarten lösen. Das ist nicht einfach, auch wenn es dafür gleich drei Möglichkeiten gibt. Räte beschäftigen sich mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Lösungen.

Die Raumnot in Schule und Kindergarten war schon in einigen Sitzungen des Adelzhauser Gemeinderates Thema. Ein Mietcontainer für eine Gruppe des Kindergartens ist eine Übergangslösung. Bei der jüngsten Sitzung des Schulverbandes erfuhr Bürgermeister Lorenz Braun, dass mindestens zwei weitere Klassenzimmer und ein Raum für einen Schulpsychologen benötigt werden. Welche Lösungen möglich wären, stellte das Architekturbüro Grünwald dem Gemeinderat am Mittwoch in der Sitzung vor.

Die Entscheidung wird dem Gremium vermutlich trotzdem nicht leichtfallen. Denn das Architekturbüro hatte für seine Machbarkeitsstudie verschiedene Möglichkeiten ausgearbeitet, die alle ihre Vor- aber auch Nachteile haben. Architektin Tina Gerrer erklärte, sie habe versucht, die Vorgaben so einfach wie möglich umzusetzen. Eine Alternative zur Erweiterung der Schule, die wegen der kurzen Rohbauphase gut in den Ferien umsetzbar wäre, ist die Aufstockung des Westflügels. Zwei Klassenzimmer und ein zusätzlicher Raum sowie Garderobe und Spielflur könnten in dem zusätzlichen Stockwerk untergebracht werden. Der Vorteil: Der Holzaufbau hat wenig Gewicht und es gibt keine Probleme mit der Statik. Im Zuge des Umbaus könnte die anstehende Sanierung der Fassade kostengünstiger erfolgen. Der Nachteil: Der geplante Aufzug erschließt nur den Westflügel und macht nur diesen barrierefrei. Rund 530000 Euro würde diese Variante kosten.

Adelzhausen: Minimallösung ist günstiger, aber auch besser?

Günstiger wäre eine Minimallösung, bei der ein massiver Anbau an den Westflügel vorgesehen ist. Die etwa 400000 Euro teure Alternative könnte ohne große Beeinträchtigung des Unterrichts angebaut werden. Sie würde einen direkten Zugang vom Parkplatz zum Aufzug bieten, und über zwei Durchbrüche in den Wänden wäre die Barrierefreiheit für die unterschiedlichen Ebenen der Schule realisierbar. Der Nachteil: Der Anbau hat nur Platz für zwei Klassenzimmer und kann erst nach dem Entfernen des Containers umgesetzt werden. Eine Lösung, von der sowohl die Schule als auch der Kindergarten profitieren könnten, war eine dritte Variante, bei der sich die Architektin gemeindeeigene Grundstücke angesehen hatte. Ihre Überlegung, den Kindergarten mit einem Neubau für zwei Gruppen im Ortsteil Landmannsdorf zu erweitern, hielt sie angesichts der aktuellen Geburtenstatistik für wenig sinnvoll. Von den 142 Kindern, die zwischen null und sechs Jahre alt sind, kommen die meisten aus dem Hauptort, zwölf aus Landmannsdorf und neun aus Burgadelzhausen.

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Zentral gelegen wäre der Platz im Siedlerweg, an dem der neue Parkplatz für die Kirche angelegt wurde. Der Parkplatz müsste allerdings dem Neubau weichen. Auch wegen der Friedhofsnähe war Architektin Gerrer skeptisch, ob die Lösung den Eltern gefallen würde. Gerrers bevorzugte Alternative war ein Neubau westlich der Turnhalle mit Erweiterungsmöglichkeiten für ein bis zwei Gruppen im Dachgeschoss nach dem Vorbild der Nachbargemeinde Sielenbach. Das Gebäude wäre über die Turnhalle mit Kindergarten und Schule verknüpft. Auch die Parkplätze vor der Turnhalle könnten weiter genutzt werden. Nachteil: Für den Neubau müsste die Betonschnecke entfernt werden, und die Größe würde über dem momentanen Ist-Bedarf liegen.

Der große Vorteil: Für den auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzten Neubau gibt es momentan etwa 85 Prozent Zuschuss. Um den zu bekommen, muss das Gebäude bis 2021 fertiggestellt sein. Mit Blick auf geplante neue Baugebiete in Heretshausen und Landmannsdorf sprach sich die Architektin für eine vorausschauende Planung aus: „Die Geburtenzahlen steigen enorm. Nur eine Krippengruppe reicht vielleicht bald nicht mehr aus.“

Bürgermeister Lorenz Braun sah in dieser Variante auch eine mittelfristige Lösung für die Schule, weil die Mittagsbetreuung in den Neubau verlegt werden könnte und dadurch zwei Klassenzimmer frei würden. Sollte das Schulhaus wieder zu klein werden, hätte die Gemeinde die Alternativen Aufstockung und Anbau immer noch in der Hinterhand, so Braun. Eine Entscheidung wurde noch nicht gefällt. Die Gemeinde startet eine Bedarfsumfrage und berücksichtigt dabei auch den geplanten Waldkindergarten. Außerdem sollen die Fördermöglichkeiten ausgelotet werden.

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