Newsticker
Vizekanzler Scholz rechnet mit Lockdown-Verlängerung um zwei Wochen
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Schule und Kitas bald zu klein? Was das für Affing bedeutet

Affing

18.07.2020

Schule und Kitas bald zu klein? Was das für Affing bedeutet

Die Gemeinde Affing braucht in Zukunft mehr Betreuungsmöglichkeiten. Hier der Krambambuli-Kindergarten in Haunswies.
Bild: Gerlinde Drexler

Plus In Affing entstehen drei Baugebiete mit knapp 80 Bauplätzen. Ein Statistiker rechnet in nur fünf Jahren mit einem Plus von 500 Einwohnern. Das hat Auswirkungen.

Die Gemeinde Affing wächst. Nicht nur, weil die Geburtenzahlen derzeit ohnehin steigen. Aktuell sind drei Baugebiete in der Planung oder werden gerade verwirklicht – mit insgesamt knapp 80 Bauplätzen, darunter auch Mehrfamilien- oder Doppelhäuser. Wie wirkt sich das auf die Einwohnerzahlen aus? Und vor allem: Was bedeutet das alles für Kindergärten, Krippen und Schule?

Um konkrete Antworten auf diese Fragen zu erhalten, ließ die Gemeinde den Bedarf von einem Fachmann ermitteln. Was Diplom-Statistiker Christian Rindsfüßer jüngst vorstellte, sorgte für Nachdenklichkeit im Affinger Gemeinderat.

Rindsfüßer versuchte, alle Eventualitäten zu berücksichtigen. Seine Berechnungen basieren nicht nur auf aktuellen, sondern auch auf zu erwartenden Geburtenzahlen. Sie beziehen ebenso die, wie er findet, „spannende Frage“ ein, wie sich wohl die „Inanspruchnahme frühkindlicher Betreuung“ entwickelt. Ein weiterer Aspekt ist unter anderem die Altersstruktur.

Affing: Schulen und Kitas brauchen bald mehr Platz

Die Überlegung dahinter: Wenn viele Menschen sterben, bleiben irgendwann auch leere Häuser auf zumeist großen Grundstücken übrig. Wo dann zuletzt nur eine Person wohnte, sind es bei einem Neubezug bis zu vier. Entsteht auf der Fläche ein Mehrfamilienhaus, sind es eventuell sogar zwölf Menschen. Neben dieser Nachverdichtung berücksichtigt Rindsfüßer natürlich auch die neuen Baugebiete. Unter dem Strich kommt der Fachmann auf einen Bevölkerungszuwachs von jetzt 5500 bis 2024 um 500, bis 2039 sogar um insgesamt 1200 Einwohner.

Das schlägt sich direkt auf den Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen nieder. Derzeit gibt es in Affing 237 Plätze in Krippen (52) und Kindergärten (185). Schon 2024 rechnet Rindsfüßer dann mit 283 und bis 2030 mit 315 nötigen Plätzen. Einkalkuliert hat er Reserven, die gesetzlich vorgeschrieben sind. Zum Beispiel, dass Integrationskinder drei Plätze in Anspruch nehmen, und die Tatsache, dass Kinder, sobald sie drei Jahre alt werden, einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz haben – auch während des Jahres. Die Entwicklung in den Kitas setzt sich zeitversetzt in der Grundschule fort.

Ab 2025 braucht die Affinger Grundschule zwei zusätzliche Klassenzimmer.
Bild: Gerlinde Drexler

Den aktuellen Geburtenzahlen zufolge braucht die Affinger Grundschule ab 2025 zwei Klassenräume mehr (siehe unten stehenden Bericht). Der Prognose Rindsfüßers nach, der weitere Aspekte wie die Zuwanderung berücksichtigt, sind dann allerdings schon vier Klassenzimmer zusätzlich nötig, ab 2033 sogar fünf.

Zukunftsplanung: Welchen Weg schlägt Affing ein?

Der Statistiker fasste seinen Vortrag so zusammen: Der Ausblick orientiere sich an den aktuellen Realitäten in Affing, sei aber nicht fix. Bedeutet: Die Gemeinde kann die Entwicklung selbst noch mitsteuern, etwa indem sie die Baugebiete doch nicht auf einen Schlag realisiert. Bürgermeister Markus Winklhofer betonte denn auch: „Die Gemeinde hat es in der Hand, wie man mit Zuwanderung umgeht.“ Er gab auch größere innerörtliche Bauprojekte zu bedenken, etwa ein Mehrgenerationenhaus im Affinger Süden und eine Wohnanlage bei der Augusta-Bank.

Rudi Fuchs zum Beispiel hatte zuvor leichte Zweifel geäußert: „500 Personen in vier Jahren – das ist mir gefühlsmäßig zu hoch.“ Auch Josef Schmid war der Ansicht, dass der Zuwachs nicht in der prognostizierten Dimension erfolgt. Affing habe ein Baulandmodell, da gehe es eher um Umzüge innerhalb der Gemeinde, argumentierte er. Gerhard Faltermeier zweifelte ohnehin, dass die Baugebiete in den angenommenen Zeiträumen bezogen sind. Gedanken aber müsse man sich machen, „wie wir bis Mitte der 30er-Jahre vernünftige Kapazitäten“ schaffen. Schmid sagte schließlich: „Wir wollten große Baugebiete. Wir haben A gesagt, jetzt müssen wir auch B sagen.“

Welchen Weg Affing einschlagen wird, war noch kein Thema. Das Gremium nahm die Zahlen einstimmig zur Kenntnis.

Lesen Sie zur Gemeinde Affing auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren