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Brauchtum

20.11.2018

Souverän durch den Aichacher Hoagarten

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3 Bilder
Gesangs- und Instrumental- stücke gab es vom Duo Hierl und Dicker.
Bild: Erich Echter

Anstelle von Willi Grosser moderiert diesmal im Pfarrzentrum Siegi Götz aus Marquartstein die Traditionsveranstaltung der städtischen Kulturszene.

Eine besonders glückliche Hand hatte in diesem Jahr Organisatorin Annemarie Stöffel beim Bayerischen Hoagarten im Aichacher Pfarrzentrum. Die drei ausgewählten Gruppen brachten Farbe in den Abend. Über viele Jahre war Willi Grosser Sprecher bei dieser Veranstaltung. Diesmal übernahm Siegi Götz aus Marquartstein bei Reit im Winkel die Moderation. Souverän führte er durch das Programm mit hintergründigen und lustigen Geschichten.

Siegi Götz kennt sich aus in der Volksmusik. Seit 30 Jahren ist er Sprecher beim Traunsteiner Lindl, einem Wettbewerb von Volksmusikgruppen. 20 Jahre veranstaltete er „Unser Land, unser Gwand, unser Sprach“. In Aichach hatte er schnell das Publikum auf seiner Seite und brachte die Zuhörer mit so manchem Spruch zum Schmunzeln.

Mit einem „Gruß aus Südtirol“ eröffnete die Hochberghauser Tanzlmusi. „Die Gruppe spielt schon 38 Jahren in derselben Besetzung“, erzählte Götz. Ihr Name leitet sich von den Orten Hochstatt, Starnberg und Unterhaus bei Weilheim ab. Eine Allroundtruppe ist das Duo Gabi Dicker und Norbert Hierl. Dreimal wechselten sie die Instrumentalbesetzung, angefangen von der Harfe über die Okarina und Ziehharmonika bis hin zur Gitarre. Ihre erste musikalische Einlage war „Pongauer Tanzl“, eine traditionelle Pongauer Polka. Im Programm wechselten sie zwischen Gesangs- und Instrumentaleinlagen.

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Absolut spitze war das Duo Hornsteiner und Kriner. Toni Hornsteiner (Zither, Gesang) und Christoph Kriner (Gitarre, Gesang) singen und spielen seit 17 Jahren zusammen. Das Publikum war nicht nur von ihren markanten Stimmen hingerissen, besonders ihre Jodler waren ein Ohrenschmaus. Mit dem besinnlichen Gesang „Wenn de Herbstblattln falln“ zeigten sie dem Publikum, dass sie auch die leisen Töne beherrschen.

Der Unterschied zwischen Hochkultur und Volkskultur

Dem Stadtpfarrer Herbert Gugler, der im Publikum saß, legte Siegi Götz nahe, doch nicht immer so genau hinzuhören. Es ging um den Zölibat, aber auch um schlagfertige Geistliche, die einen besonderen Rat am Stammtisch erteilen. Sie sollten gleich mal schauen, ob ihr Trachtenhut auch auf die Hörner passe, denn in den Himmel kämen sie nicht. Götz lobte die geschmückte Bühne in Aichach und erläuterte den Unterschied von Hochkultur und Volkskultur. Letztere könne sich immer wieder erneuern.

Das Volkslied „Wann die Sunn untergeht“ vom Duo Hornsteiner und Kriner war Anlass für Siegi Götz, dem Publikum zu verraten, wo die Wilderer im Gebirge ihre Stutzen versteckten. „Die Madonnen an ihren Häusern waren meist ausgehöhlt und der Stutzen versteckt. Zu der heiligen Muttergottes traute sich kein Polizist ran“, erzählte er.

Humor und Volksmusik wechselten sich ab. Siegi Götz hatte genügend G’schichterl in seinem Repertoire. Wie die über die Touristen im Alpenland, bei der Brixleggs Bürgermeister Rudi Puecher, der im Publikum saß, herhalten musste: Laut Götz erklärte ein schlagfertiger Bürgermeister einer Berliner Touristin, die sich über die weiß eingewickelten Heuballen wunderte: „Das ist die Loipe, die rollen wir nach dem Winter zusammen.“

Mit der „Geburtstagsweis’“ überraschte die Hochberghauser Tanzlmusi die Aichacher „Krankenhaus“-Schwester Theresa Sieber an ihrem Geburtstag. Gstanzln mit dem Titel „I tauschs net aus“ gab das Duo Hierl und Dicker zum Besten. Bei einem gemeinsamen Lied gingen der Moderator und Publikum auf das Bauernleben zwischen Kirchweih und Kathrein ein, wo auf den Höfen richtig aufkocht wurde. „I bin a Bauerndirn, und brauch mi net scheniern, und fütter d’ Henna, des ist a Freid, wann unser Giggerl schreit“, sang der Saal aus voller Kehle. „Was sind die Fischerchöre gegen euch“, lobte Götz danach. Am Ende lobte der Moderator auch die Musikanten, die ohne Verstärker aufspielten. „Es war eine wunderbare Erfahrung in Aichach, das hat mir gefallen“, resümierte Siegi Götz.

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