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Asyl

17.08.2013

Tattenhausener Flüchtlingen fehlt eine neue Unterkunft

Wo sollen die Asylbewerber im Kreis künftig unterkommen? Zur Not wohl auch in Zelten.
Foto: Marcel Kusch/dpa (Symbolbild)

Ende Dezember läuft der Mietvertrag für den Dasinger Winterhof aus. Findet sich keine Bleibe, müssen wohl Turnhallen und Zelte im Winter als Quartier dienen.

Deutlich sprachen sich die Einheimischen gegen die weitere Unterbringung von Flüchtlingen im Tattenhausener Winterhof aus. In einer Briefwahl stimmten mehr als zwei Drittel der teilnehmenden Bürger gegen eine Verlängerung des Mietvertrags (wir berichteten). Das Landratsamt hat dem Besitzer des Gebäudes nun mitgeteilt, den Vertrag Ende Dezember auslaufen zu lassen. Wo die 37 Asylbewerber aus Tattenhausen dann unterkommen, weiß die Behörde noch nicht. „Wir haben im Landkreis keinen einzigen Platz mehr“, sagt Simone Losinger, Leiterin des Gebiets Ausländerwesen.

Rund 200 Flüchtlinge leben derzeit im Landkreis

Rund 200 Flüchtlinge leben im Landkreis und die Regierung von Schwaben weist ihm ständig neue Asylbewerber zu. „Wenn wir nicht genug Plätze finden, kommen auch Turnhallen und Zelte in Betracht“, sagt Losinger. Konkrete Pläne in bestimmten Gemeinden gebe es dafür aber noch nicht. Das Landratsamt hofft erst einmal auf neue Unterkünfte in Affing. In einem Gemeindewohnhaus könnten 20 und in einem Privatgebäude noch einmal 40 Menschen unterkommen. Der dortige Gemeinderat hat aber noch keine Entscheidung getroffen.

Den Dasinger Asylbewerbern folgen ausländische Studierende

Für die Unterbringung von Flüchtlingen ist auch der alte Rasthof in Dasing im Gespräch. Die Regierung von Schwaben hat ihn als Unterkunft zwar erst einmal abgelehnt – unter anderem wegen der Lärmbelastung durch die A8. „Ich denke aber nicht, dass das Thema vom Tisch ist“, sagt Dasings Bürgermeister Erich Nagl. Möglich seien dort aber nur kurzzeitige Unterbringungen von einigen Wochen. Nagl zeigt sich überrascht, dass sich die Tattenhausener so klar gegen das Bleiben der örtlichen Flüchtlinge ausgesprochen haben. „Ich hätte nach der Bürgerversammlung im Juli nicht mit einem so eindeutigen Ergebnis gerechnet“, sagt er. Die Anwohner hätten schließlich signalisiert, dass ihnen behördlich betreute Asylbewerber lieber seien als ausländische Studierende. Für Letztere plant der Besitzer des Winterhofs in dem Gebäude nun ein Bildungszentrum.

Dasings Bürgermeister hätte sich einen anderen Ausgang für die Abstimmung gewünscht. „Die Asylproblematik in der Region wird durch dieses Ergebnis nicht gerade einfacher“, sagt er. Nagl sieht nun alle Kommunen im Landkreis in der Pflicht, schnell nach Lösungen zu suchen. (sge)

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