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03.04.2017

Tetrafunk: Klare Absage an „Uraltsystem“ in Rehling

Professor Dr. Klaus Buchner referierte in Rehling über die Gefahren des geplanten Funkmasten.
Bild: Johann Eibl

Trotz des schönen Frühlingswetters wollen 300 Bürger einem Fachmann zuhören. Physikprofessor Klaus Buchner sieht gute Chancen, umstrittenen Masten in Rehling zu verhindern

Rehling Zwei Wege, um den geplanten und umstrittenen Funkmast in Rehling zu verhindern, zeigte Ingeborg Gulden bei einer Informationsveranstaltung am Samstagnachmittag auf. „Wir haben unsere Hausaufgaben bereits gemacht“, betonte die Zweite Bürgermeisterin der Gemeinde und verwies auf den einstimmigen Beschluss des Gemeinderats gegen dieses Vorhaben. Jetzt sollte man dem Grundstückseigentümer helfen, aus dem Pachtvertrag herauszukommen, „wenn er das möchte“. Dann, so Gulden, stehe kein weiterer Standort zur Verfügung. Außerdem rief sie dazu auf, mit Unterschriften Druck auf die Politiker auszuüben: „Mehr können wir im Moment nicht machen.“

Referent Professor Klaus Buchner hatte gut eine halbe Stunde gesprochen, ehe er eine weitere Stunde lang für Fragen zur Verfügung stand. Er rief den Besuchern zu: „Stehen Sie weiter gut zusammen, dann haben Sie eine gute Chance.“ Von der technischen Seite her, gebe es durchaus Möglichkeiten, dem Tetrafunk in Rehling einen Riegel vorzuschieben.

Trotz des schönen Frühlingstages füllten über 300 Frauen und Männer die TSV-Sporthalle. Weil der Andrang größer war als zunächst gedacht, wurden auf die Schnelle weitere Stuhlreihen aufgebaut. Die ruhige Veranstaltung ging frei von Emotionen über die Bühne. Am Ende war davon die Rede, dass die Bürgerinitiative gegen den Funkmasten bereits im Gespräch mit dem Landwirt sei, auf dessen Grund der Mast vorgesehen ist. Es ist angedacht, dass zu dem Thema noch eine weitere Versammlung stattfinden wird, für die sei das Staatliche Bauamt zuständig.

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Buchner erhielt erstmals großen Applaus, als Michael Jakob bei der Begrüßung davon berichtete, dass dieses Mitglied des Europäischen Parlaments extra aus Brüssel angereist war. Der Münchner Physikprofessor, Mitglied der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), sprach gleich zu Beginn von einem Uraltsystem, das schon fast 30 Jahre bestehe und daher im Laufe der nächsten Jahre von einer neuen Technik abgelöst werde. Bei großen Schadensereignissen komme es regelmäßig zu Ausfällen. Buchner sprach die Silvesternächte in Köln 2015 und 2016 an, das Attentat in München, die Anschläge in Brüssel im März 2016 sowie den G7-Gipfel in Elmau im September 2015. Beim Betreiber des Tetrafunks handle es sich um eine Privatfirma. Buchner: „Eine hoheitliche Aufgabe, die in staatliche Hände gehört.“ Außerdem prangerte er die Kosten an, die in Bayern von zunächst 650 Millionen Euro auf bereits zwölf Milliarden gestiegen seien.

Dann ging der Wissenschaftler auf gesundheitliche Probleme ein: Störungen bei Schlaf, Konzentration und Gedächtnis, Kopfschmerzen, Hautausschläge, nächtliche Halluzinationen, Körpererwärmung, Erschöpfung und eine starke Beeinträchtigung des Immunsystems. Auch bei Tieren und Pflanzen seien negative Konsequenzen bekannt geworden. Kinder und chronisch Kranke seien besonders betroffen. Mit Nachdruck wandte sich Buchner gegen die Aussagen von Fachleuten, wonach Grenzwerte schützen: „Das ist eine Lüge. Viele Studien belegen das Krebsrisiko.“ In der Fragerunde warnte der Fachmann beispielsweise vor den Gefahren, die von einem Schnurlostelefon ausgehen. Ein Handy arbeite mit der vollen Leistung, ehe das Freizeichen ertönt. Daher sollte man dieses Gerät auf keinen Fall immer direkt am Ohr halten. Erhebliche Bedenken hat er auch bei der umfangreichen Technik in teuren Fahrzeugen: „Je billiger das Auto, desto besser.“

Für Buchner steht fest: „Wir wollen raus aus dieser Technik.“ Dann ging er direkt auf Rehling ein: „Sie haben den enormen Vorteil, dass ihr Bürgermeister auf ihrer Seite ist. Er ist es, der mit den Behörden verhandelt.“ Er sollte sich den Rückhalt durch einen Fachmann verschaffen. Bei einer Entfernung von einem Kilometer zu einem Funkmast sieht der Europapolitiker keine großen Gefahren, in Rehling soll der Abstand zum Kindergarten 400 Meter betragen und zu einem Bauernhof 200 Meter.

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