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Erziehungsberatung

28.06.2017

Tipps für eine gute Eltern-Kind-Beziehung

Expertin zeigt Wege gegen den täglichen Stress auf

Fußballtraining, Schwimmkurs, Elternsprechabend in der Schule, Vorsorgetermine bei Kinder- und Zahnarzt, Dienstreise – der Familienkalender ist voll mit Terminen der Kinder und Eltern. Schnell entsteht Stress und das Gefühl, in einem Hamsterrad gefangen zu sein. Mittel und Wege, dies zu vermeiden, und Prioritäten neu zu setzen gibt die Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung (KJF) in Aichach.

Friederike Krisch von der KJF erklärt, wie viele Eltern sich in diesem Hamsterrad fühlen: „Ich versuche alles abzuarbeiten, hetze von einem Termin zum nächsten, werde immer schneller und versuche nur noch zu funktionieren. Dabei geht ganz viel Lebensqualität verloren und die Kinder rebellieren, weil sie eben nicht so funktionieren.“ Eine Negativspirale, die sich immer weiter dreht. Erschwerend hinzu kommt ein hoher Anspruch: „Viele Eltern möchten möglichst alles perfekt machen und setzen sich und ihre Kinder damit unter Druck.“

Doch wie kann es anders gehen? Wie kommen Familien raus aus dem Hamsterrad? „Da hilft eigentlich nur ein klarer Schnitt“, so Krisch. „Das Paradoxe ist, dass genau die Zeit, von der ich denke, dass ich sie nicht habe, die Zeit ist, die ich brauche, um aus dieser Situation rauszukommen.“ Die Expertin rät Eltern, sich zu überlegen, welche Werte sie ihren Kindern vermitteln möchten und was ihnen in der Familie wirklich wichtig ist. „Stellen Sie sich ihr Kind in fünf Jahren vor“, empfiehlt Krisch. „In der Regel kommt man dann sehr schnell auf Ideen, bei welchen Aktivitäten man Abstriche machen kann.“ Außerdem sollten sich Eltern in einer ruhigen Minute einen Satz überlegen, der sie in besonders stressigen Situationen bremsen kann. Zum Beispiel kann solch ein Satz lauten: „Ich bleibe ruhig“ Oder: „Mir ist es wichtig, jetzt ganz für mein Kind da zu sein.“

Das sei laut Krisch überhaupt eine wichtige Voraussetzung für eine gute Eltern-Kind-Beziehung. „Sich einfach mal zehn Minuten zu seinem spielenden Kind zu setzen oder Alltagsdinge gemeinsam zu erledigen, ist wichtig“, so die Erziehungsberaterin. „Es muss nicht immer eine Aktivität auf die nächste folgen. Das Hirn braucht kreative Freiräume, um flexibel zu sein und neue Dinge zu lernen.“

Nach einer solchen Neuorientierung könnten so Prioritäten gesetzt und von da aus wieder neu gestartet werden – mit weniger Terminen, dem Fokus auf das Wesentliche und mehr unverplanter Zeit für spontane Unternehmungen oder auch einfach mal Langeweile. Am wichtigsten sei es als Familie, gemeinsam Zeit zu verbringen und füreinander da zu sein. Und wenn die Beziehung grundsätzlich stimme, könnten sowohl Eltern als auch Kinder mit stressigen Momenten oder Zeiten auch besser umgehen. (AN)

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