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Todtenweis

21.11.2019

Todtenweis braucht Kredit für Ausgrabungen

Im Todtenweiser Gemeinderat ist von einer angespannten Haushaltslage die Rede.
Bild: Alexander Kaya

Ärger am Ratstisch: Die Gemeinde Todtenweis leiht sich 360 000 Euro. Wer muss die Arbeit der Archäologen bezahlen?

Im Gemeinderat Todtenweis ist in diesen Monaten immer wieder mal von einer „angespannten Haushaltslage“ die Rede. So auch bei der Sitzung am Mittwochabend. Am Ende des öffentlichen Teils wurde klar, wie diese Formulierung zu verstehen ist. Die Gemeinde muss einen Kredit über 360 000 Euro aufnehmen; andernfalls wäre die Liquidität der Kommune nicht mehr gewährleistet gewesen. Nachdem in der Haushaltssatzung für das Jahr 2019, die vom Landratsamt als Aufsichtsbehörde schriftlich genehmigt worden war, eine Kreditaufnahme von insgesamt 962 000 Euro festgeschrieben war, war die rechtliche Voraussetzung für diesen Beschluss gegeben. 600 000 Euro hatte sich Todtenweis bereits im Juni 2019 geliehen. Die Sparkasse Aichach-Schrobenhausen hatte das günstigste Angebot abgegeben: Laufzeit zehn Jahre, Zinsfestschreibung zehn Jahre und effektiver Jahreszins von 0,29 Prozent. Die komplette Runde erklärte sich damit einverstanden, Franz Färber fehlte entschuldigt.

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Todtenweis: Gewerbesteuerausfälle sind Grund für Geldbeschaffung

Als Begründung dafür, dass sich Todtenweis nun erneut auf dem Kapitalmarkt Geld beschaffen muss, wurden erhebliche Gewerbesteuerausfälle gegenüber dem Ansatz in einer Höhe von 276 000 Euro genannt. Daneben schlagen die laufenden Erschließungsarbeiten zur Erweiterung des Gewerbegebiets mit der Bergung vorhandener Bodendenkmäler schwer zu Buche; in der Beschlussvorlage der Verwaltung ist hier ein Betrag von 380 000 Euro vermerkt.

Michael Hofberger war verärgert über den Grund dafür, sich als Kommune Geld zu leihen. Im Zusammenhang mit den archäologischen Maßnahmen habe man zunächst lediglich von 22 000 Euro gesprochen. Thomas Eberle versuchte, um Verständnis für die enorme Steigerung zu werben: „Das sind einfach Unwägbarkeiten.“ In der Zwischenzeit habe man wesentlich mehr Gräber entdeckt als zunächst gedacht. Hofberger legte verbal nach: „Nur in Bayern muss man als Besitzer die Kosten tragen, das ist eine Riesensauerei. Das kann politisch so nicht sein.“

80 Prozent Zuschuss stehen Todtenweis zu

Bei Konrad Carl, dem Ersten Bürgermeister, rannte er damit offene Türen ein. Der hatte die Angelegenheit so dargestellt: Bei Recherchen war er zu der Ansicht gekommen, dass Todtenweis für die Grabungsarbeiten 80 Prozent an Zuschuss zustehen würde. Dann rief er im Landesamt für Denkmalschutz in München an; von dort bekam er zu hören, das gesamte Areal sei als Verdachtsfall eingestuft worden. Es gebe keine Chance für die Gemeinde, dass sie einen Zuschuss erhalten könnte. Carl denkt nicht daran, sich damit abzufinden: „Ich werde keine Ruhe geben. Das kann nicht sein.“

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