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Lesung

05.01.2019

Wie aus Fremden ganz schnell Freunde werden

Erwin Friedel liest in der Bücherei Aindling und Brigitte Lechner zeigt dazu die entsprechenden Bilder.
Bild: Martin Golling

Aindlings Mesner und Bauhofleiter Erwin Friedel liest Kindern in der Aindlinger Bücherei vor

Der Aindlinger Mesner und Bauhofleiter Erwin Friedel las in der Aindlinger Bücherei während der Weihnachtsferien zehn Kindern vor. Fast alle Kinder kennen ihn, ist er doch mit Schneeräumer, mit orangen Kommunalfahrzeugen und im Sommer öfter mit Wassertank täglich unterwegs.

Das erleichtert ihm bei der Lesung den Draht zu den jungen Zuhörern merklich. Friedel berichtet von seiner Arbeit und erzählt, dass er seinen eigenen vier Kindern immer Gutenachtgeschichten vorgelesen habe. Er sei froh, dass es die Bücherei in Aindling gebe. Seine Kinder hätten sich hier mit Lesestoff versorgt.

Die erste Geschichte, die Friedel komplett vorliest, hat Rafik Schami niedergeschrieben. Ole Könnecke steuerte dazu urkomische Bilder bei, die Brigitte Lechner großformatig den Kindern auflegt. Ein kleines Mädchen ist darin die Protagonistin. Sie erzählt, ihr Vater habe mächtig Angst vor Fremden. Als sie zur Geburtstagsfeier ihrer Freundin Banja aus Tansania eingeladen wird, bringt sie ihren Vater als Zauberer mit. Die Tochter spürt, wie der Vater bei seiner Zaubervorführung langsam die Angst vor den fremden Menschen verliert.

Rafik Schami, der große Erzähler, ist selbst aus Syrien geflüchtet. Er macht mit dieser kurzen „Kindergeschichte“ raffiniert vor, wie Ausländerhass zu stoppen ist: nicht den Hasser verteufeln, sondern dessen Ängste abbauen.

Zur Auflockerung spielt Franziska Riegl auf der Gitarre Lieder mit viel Bewegung und Julia Brandmayr singt vor – etwa beim „Fliegerlied“. Für die zweite Geschichte hat Erwin Friedel bei seinen Kindern nachgefragt. Die empfahlen schließlich „Schleimig“ von Charlotte Habersack. Eine spannende Erzählung um jenen Schleim, der vor einigen Jahren als Kinderspielzeug Furore machte. Allerdings ist es ein besonderer Schleim, den Nemo da in einem seltsamen Paket bekommt.

Es ist klar, ein Kinderbuch muss ein Happy End haben. Doch wie spannend es sein kann, bis es so weit ist, müssen die Zuhörer selbst herausfinden. Das findet nicht nur Erwin Friedel. (mgw)

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