1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Wittelsbacher Land: Bauern ernten mehr Getreide im Vorjahr

Hollenbach/Aindling/Rehling

11.09.2019

Wittelsbacher Land: Bauern ernten mehr Getreide im Vorjahr

Copy%20of%20Maisernte-22.tif
2 Bilder
Die Maishäcksler, wie dieser mit gleich zwölf Reihen, fahren in Kürze auf die Felder im Wittelsbacher Land. Die Landwirte erwarten in diesem Jahr eine sehr ertragreiche Ernte.

An den Standorten des Raiffeisen-Agrarzentrums Lech-Paar in Unterach und Motzenhofen ist mehr Weizen und Gerste als 2018 erfasst. Auch der Mais steht gut da.

Die Getreideernte im Wittelsbacher Land war heuer ergiebiger als im Vorjahr. Das Raiffeisen-Agrarzentrum Lech-Paar hat an den Standorten Rehling und Motzenhofen (Hollenbach) mit insgesamt fast 18000 Tonnen bei den vier wichtigsten Getreidearten rund 1000 Tonnen mehr erfasst als 2018. Leiter Peter Bürle informierte über 100 Landwirte aus der Region über die Erfassung und die Bilanz. Die Lagerkapazitäten in den beiden Lagerhäusern sind ausgeschöpft. Silos und Hallen sind „bis an den Rand gefüllt“. Der neue Standort in Motzenhofen sei für den Umschlag mit seiner Lagerkapazität (6500 Tonnen) in der Region nicht mehr wegzudenken, sagt Bürle.

Rehling/Motzenhofen: Trotz Hitze und Trockenheit im Sommer ist das Ergebnis zufriedenstellend

Insgesamt wurden 4000 Tonnen Wintergerste angeliefert. Das sind 1200 Tonnen mehr im Vergleich zum Vorjahr. Abrechnungspreis bei der Ernte: 14,50 Euro je Doppelzentner (100 Kilogramm). Trotz witterungsbedingter Kapriolen (Frühjahrstrockenheit und Hitze im Sommer) sei das Ergebnis durchschnittlich und zufriedenstellend. Beim Winterweizen wog das Lagerhaus in Rehling 6000 Tonnen und in Motzenhofen wurden 3000 Tonnen angeliefert – in etwa die gleiche Menge wie im Vorjahr. Erntebeginn (24. Juli) war durch die Hitzeperiode so früh wie selten. Mit der erfassten Menge ist Bürle zufrieden, mit der Qualität nicht ganz. 75 Prozent des Weizens erreichte die B-Qualität (Futterweizen). 25 Prozent erreichte die A13%RP-Qualität und keine einzige angelieferte Fuhre schaffte die E-Qualität 14,5%. Der Grund für den Qualitätsmangel ist nicht bekannt. Lag es an der neuen Düngeverordnung oder am Wetter? Für den B-Weizen wurden 15,50 Euro je Doppelzentner bezahlt.

Die Mühlen sind noch gut mit Weizen aus 2018 und durch den frühen Erntebeginn anderer Regionen versorgt. Wie Bürle ausführte, kann der Preis kurz nach der Ernte schon jetzt nicht mehr gehalten werden. Die Hoffnungen liegen jetzt beim Italien-Export. Eine Produktionssteigerung gab es bei der Sommergerste mit 2000 Tonnen – 800 mehr als 2018. Die Qualität der Braugerste war heuer so homogen und gleichmäßig wie selten zuvor. Beim Winterraps wurde mit 3000 Tonnen ein leichter Rückgang festgestellt. Dennoch ermutigte Bürle die Landwirte zu weiterem Rapsanbau, „denn das ist übers Jahr hinweg gesehen die beste und wirtschaftlichste Mähdresch-Marktfrucht“.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Ernte: Maisernte soll ertragreich werden

Die bevorstehende Körnermaisernte soll sehr ertragreich werden. Die Biogasbetriebe könnten die angebaute Maismenge nicht aufnehmen. Aktuell wird ein Nassmaispreis von 8,50 Euro angenommen. Auch Soja gibt es in einer noch nie da gewesenen Menge. Wie lange der Preisdruck auf diesem Markt anhalte, sei noch ungewiss.

Bei der vorausgegangenen Maisschau präsentierte Bürle auf dem Versuchsfeld, das von der Familie Aechter in Hollenbach zur Verfügung gestellt wurde, 30 verschiedene Sorten: Körnermais, Silomais für die Tierfütterung und Mais zur Verstromung in den Biogasanlagen. Den Landwirten steht heuer eine ertragreiche Ernte bevor. Laut Bürle ist die anhaltende Wärmeperiode der letzten Monate dafür verantwortlich, dass die Erntereife im Vergleich zum normalen Zeitraum schon sehr weit fortgeschritten ist. Deshalb appellierten die Züchterfirmen auch an die Landwirte, ihre Bestände ständig zu kontrollieren, denn je nach Standort werde die Siloreife auf manchen Feldern bereits in Kürze erreicht sein. Die ausgesteckte Mais-Versuchsstrecke zwischen Friedhof und Schule in Hollenbach kann noch von jedem Interessenten besichtigt werden, sie bleibt bis zur Ernte ausgeschildert.

Bei der Sortenwahl sei die Bodenbeschaffenheit entscheidend. Besonders im Lechfeld mit den Kiesbänken in Affing, Rehling und Todtenweis dürfte es in Zukunft, wenn die Hitzeperioden zunehmen, immer schwieriger für den Maisanbau werden. Die Trockenheit trifft jetzt schon besonders das nordöstliche Franken. Dort fällt der Ertrag beim Mais im Vergleich zum Wittelsbacher Land um ein Vielfaches schlechter aus.

Sammelaktion Eine Pamira-Sammelaktion ist am Mittwoch, 18. September an beiden Raiba-Lagerhäusern. Leere Pflanzenschutzmittel-Kanister, die bei diesen Lagerhäusern gekauft wurden, können abgegeben werden. Dann wird auch eine Bestätigung für die ordnungsgemäße Entsorgung ausgestellt.

Die Getreidesilos des Lagerhauses des Agrarzentrums Lech-Paar in Motzenhofen (Hollenbach) sind nach der Ernte voll.
Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren