Die Liste der Riederauer Vereine ist länger geworden. Ende 2023 gründet sich der Segelverein Riederau, "Riederauer Segel Club e.V.". Vorsitzender des neuen Vereins mit aktuell rund 85 Mitgliedern ist Oliver Hummel aus Windach.
25 Jahre lang waren Segelsport-Begeisterte im Sportclub Riederau in der Sparte Wassersport organisiert. Jetzt also die Abspaltung und Neuorganisation. "Es gab weder Differenzen noch Querelen, weswegen wir den Sportverein verlassen haben", sagt Hummel im Gespräch mit unserer Redaktion. Vielmehr hätten Segler mit anderen Sport-Sparten kaum etwas gemeinsam. Auch hätten die Seglerinnen und Segler das Vereinsheim, das "eher für die Fußballer konzipiert ist" gar nicht genutzt.
Mitglieder des neuen Vereins in Riederau nutzen die Bootsflotte gemeinsam
Auch bei Versammlungen des Vereins habe sich immer deutlicher gezeigt, dass es wenig Gemeinsamkeiten gibt. Um sich wirtschaftlich unabhängiger, sportlich differenzierter und gesellschaftlich aktiver aufstellen zu können, hätten die Mitglieder der Sparte Segeln zusammen mit dem Hauptverein im vergangenen Jahr den Beschluss gefasst, künftig getrennte Wege zu gehen. Im November wurde schließlich die Gründung des eingetragenen Vereins rechtsgültig. Mit der Trennung vom SC Riederau sei auch die Vereinbarung getroffen worden, die vereinseigenen Boote, zwei Kielboote, ein Motorboot, Optimisten, vier Laser, ein Katamaran sowie ein 420er und ein 470er, in den neuen Verein mitzunehmen.
Gelagert werden die Boote, die von allen Vereinsmitgliedern genutzt werden können, zumindest jetzt im Winter, auf dem Grundstück eines Vereinsmitglieds. "Mit diesem Konzept, das eine Art Sharing darstellt, differenzieren wir uns von anderen Segelvereinen am Ammersee", sagt Roland Hummel. Segeln im Riederauer Segelclub bedeute, mitgestalten zu dürfen, Verantwortung zu übernehmen und wie ein Yachteigner zu agieren, jedoch mit geringeren Kosten.
Jugendarbeit ist dem Vorstand des neuen Segelvereins in Riederau besonders wichtig
Gleichzeitig verlange das Konzept auch großes Engagement von den Mitgliedern, wie etwa beim Ein- oder Auswintern der Flotte, beim Instandsetzen der Schiffe oder der Organisation des vereinseigenen Bootshauses. Dass dieses Engagement mit der Vereins-Neugründung zunehmen werde, davon ist der Vorsitzende überzeugt und er zeigt sich zuversichtlich, dass die Zahl der Mitglieder schon bald im dreistelligen Bereich zu finden sein wird. "Wir machen sehr viel Jugendarbeit, was uns sicherlich auch von einigen anderen Segelvereinen abhebt."
Ein eigenes Vereinsheim hat der junge Verein nicht, was aber für Hummel kein Problem darstellt. Zusammenkünfte der Mitglieder könnten schließlich in den Gastronomiebetrieben in Riederau abgehalten und kleinere Treffen wie Vorstandssitzungen durchaus auch im privaten Bereich erfolgen.