1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Archäologie ist in der Schule gut aufgehoben

Gablingen

30.01.2011

Archäologie ist in der Schule gut aufgehoben

Archäologie ist in der Schule gut aufgehoben
4 Bilder
Keramik aus der Hallstatt- und Keltenzeit enthält diese Vitrine.

Ein fast unscheinbares grünes Schild weist den Weg zum archäologischen Heimatmuseum in Gablingen. Leichter zu finden ist es, wenn sich die Besucher an der örtlichen Schule orientieren. Von Martin Deibl

Gablingen. Ein fast unscheinbares grünes Schild weist den Weg zum archäologischen Heimatmuseum in Gablingen. Leichter zu finden ist es, wenn sich die Besucher an der örtlichen Schule orientieren. Dort ist es in der ehemaligen Hausmeisterwohnung untergebracht. Vorübergehend, wobei sich Bürgermeister Karl Hörmann selbst auf hartnäckiges Nachfragen keine Jahreszahl entlocken lässt.

Klar ist: Die sechs kleinen Räume in der Schule sind eine übergangslösung. Anschließend wird das Museum an jenen Standort zurückkehren, wo es vor zwölf Jahren eröffnet wurde: auf das Gelände des ehemaligen Reinschhofes. Dort errichtet die Kommune "baldmöglichst" (Hörmann) ein Dorfzentrum. Doch zuvörderst geht es Anfang Februar um einen städtebaulichen Ideenwettbewerb.

Dort soll auch das Archäologische Museum Platz bekommen, "150 bis 200 Quadratmeter", sagt Hörmann vorsichtig. Derzeit müssen die beeindruckenden Funde auf 80 Quadratmetern präsentiert werden.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Das ist hervorragend gelungen, wie sich eine handverlesene Schar von Festgästen am Freitagabend überzeugen konnte. Besonders die großen Glockenbeckerfunde sind bemerkenswert - sie werden demnächst auf Ausstellungen in München und Triest zu sehen sein, berichtete der Bürgermeister in seiner Dankesrede, in die er auch eine kleine Korrektur unserer Berichterstattung einfließen ließ: Träger des Museums ist die Gemeinde Gablingen.

Von einer Bedeutung des Museums weit über den Landkreis hinaus sprach Landrats-Stellvertreter Johann Häusler, in dessen Namen er Museumsleiterin Gudrun Nitsch, dem Heimatverein und dem Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte besonders dankte. Wie zuvor Hörmann erinnerte er an den früheren Gablinger Bürgermeister Pius Kaiser, der mit großer Leidenschaft für das Museum kämpfte.

Anfangs sei sie von dem Umzug nicht angetan gewesen, gestand Gudrun Nitsch, "aber jetzt bin ich begeistert, dass doch noch was draus geworden ist". Gerade in der Schule seien die Funde sehr gut aufgehoben. Ihr Dank galt vor allem der Gemeinde, Ehemann Gerold, den freiwilligen Helfern, Rektorin Edith Zettl, dem Hausmeister der Schule.

Der Besuch des Museums gibt interessante Einblicke, lenkt zum Beispiel mit einer durchbohrten Hammeraxt (geborgen aus dem Lechkies zwischen Gersthofen und Langweid) den Blick auf die Steinzeit (6000 bis 2300 vor Christi), beschäftigt sich sehr intensiv mit den Römern und macht nicht nur hier durch Modellbauten Geschichte anschaulich, wenn etwa Paul Schuster aus Lützelburg den Aufbau einer Römerstraße aus dem ersten bis zweiten Jahrhundert nach Christus zeigt.

Oder zum Beispiel das Reihengräberfeld auf der Flur "Kirchsteig" östlich von Gablingen, wo etwa um 650 bis 680 nach Christus 80 Menschen bestattet worden sind. Hier sticht unter anderem ein einschneidiges Kurzschwert ("Sax") ins Auge. Alamannen waren kriegerische Gesellen und immer gut bewaffnet, wie ein freigelegtes Häuptlingsgrab martialisch vor Augen führt.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
MMA_032291.jpg
Meitingen

Das war eine gefährliche Probefahrt

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser Morgen-Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen