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Neusäß

30.11.2015

Aus dem „Schwäbischen Himmelreich“

Diesmal befassen wir uns in unserer Serie mit dem Ursprung von Hainhofen. Und da gibt's Interessantes zu erfahren.

Und wieder einmal dürfen wir uns mit einem Ortsnamen beschäftigen, über dessen Bedeutung unterschiedliche Meinungen herrschen. Es geht um eines der einst selbstständigen Pfarrdörfer, die mittlerweile zu Neusäß gehören: Hainhofen.

Der hübsche Ort liegt zwischen westlichen Wäldern und Schmutter, hat einen schönen Kern, eine Pfarrkirche und ein barockes Schloss. Und war für einen geschäftstüchtigen Wirt im 19. Jahrhundert die Heimat des „schwäbischen Himmelreiches“ – so nämlich nannte er seinen überaus beliebten Biergarten in Ortsnähe, zu dem im Sommer die Augsburger in Massen strömten. Zurzeit ist an der Stelle der ehemaligen Schankwirtschaft ein Weinkeller untergebracht. Die ersten Belege für die Existenz des Ortes stammen aus dem 12. Jahrhundert: „De Hein“ (von Hein) ist da zu finden. Für Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein ist in seinem Lexikon schwäbischer Ortsnamen diese erste Erwähnung Anlass genug, einen Zusammenhang mit den mittelhochdeutschen Begriffen „hagen“ und „hain“ für „kleinen Wald“ zu sehen. Erst später wurde dem ursprünglichen Flurnamen die Mehrzahl des Wortes „Hof“ zugefügt. 1276 hieß der Ort „Haienhoven“. Hainhofen bedeutet nach Reitzenstein also „Höfe am kleinen Waldstück“. Professor Walter Pötzl sieht das anders. Er geht von einer Person namens „Hago“ oder „Hagino“ aus. Hainhofen hieße demnach „bei den Höfen des Hago“.

Mag sein, dass diese unterschiedlichen Interpretationen die meisten der knapp 1000 Einwohner von Hainhofen heute recht wenig berühren. Vielleicht gibt es allerdings den einen oder anderen, dem der Name „Himmelreichshofen“ ohnehin besser gefallen würde.

Das seit 1969 geführte Wappen des Ortes ist in Gold und Schwarz gehalten. Oben eine goldene Lilie auf schwarzem Untergrund, unten zwei schwarze Schrägbalken auf goldenem Untergrund, so Professor Pötzl in „Geschichte im Wappen“. Sowohl die Lilie als auch die Balken sind Wappenfiguren der Familie Hainhofer – die sich zwar nach dem Ort benennt, aber mit der Geschichte des Ortes nichts zu tun hat.

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